Ein Bild und seine Gedichte (9) – Leibniz-Ring & Trüffelschwein


(Hallo Wochenblatt, Juli 2015)

Wenn ich der alte Leibniz wär’,
tät ich im Grab rotieren.
Den Namen gäb ich niemals her,
ein Trüffelschwein zu zieren.

Wer gab der Mohn, Elizabet,
die Ringgewalt auf dem Tablett?
Was maßt das freche Weib sich an?!
Verflucht, wo ist mein Baldrian?!!!

(Trithemius)

______________________________________

Herrn Maffay hier verliehen wird
ein Ring, der weder nützt noch ziert,
und nach Herrn Leibniz ward benannt
(aus welchem Grund, ist nicht bekannt).

Woher Frau Mohn den Ring wohl hat?
Aus einem Kirmes-Automat?
Aus einem Überraschungsei?
(Man fragt sich auch: wer sind die drei
Figuren, die bei dem Gescheh’n
im Hintergrunde sind zu seh’n
derweilen sie verdrießlich blicken,
als würd’ der Ischias sie zwicken?)

Herrn Leibniz ist’s wohl einerlei,
bestimmt geht’s ihm am A*** vorbei.

(nömix)
________________________________________

Seht, hier kniet der Maffay, Peter,
ach, vertan, jetzt steht er,
über ihm die Herrin Mohn
huldvoll gibt sie ihm den Lohn.
Den Ring uns zu knechten,
uns alle zu finden,
ins Dunkel zu treiben
und ewig zu binden.
Mein Schatz! denkt Peter Maffay froh,
nimmt Geld und Gold aus Gütersloh.

(Trithemius frei nach J.R.R. Tolkien)

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Es handelt sich hier keineswegs
um einen Ring aus Butterkeks,
der auch den Namen Leibniz trägt
welcher ins Backwerk eingeprägt
rundum mit zweiundfünfzig Zähnen.
Dem Maffay Peter, dem Rumänen,
gab man den gold´nen Leibniz-Ring
den auch Frau Süssmuth schon empfing
zum Dank für ihre tolle Posse:
“Privatgebrauch der Dienstkarosse!”.

Dass das nicht gut geht, jeder ahnte.
Selbst Peter Maffay sie noch warnte:
“Über sieben Brücken musst Du gehn,
Rita, lass die Karre lieber stehn!”
War es auch fruchtlos, sein Gesinge,
so dankt man ihm mit diesem Ringe.

(Lo)

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10 Antworten auf Ein Bild und seine Gedichte (9) – Leibniz-Ring & Trüffelschwein

  1. Herrn Maffay hier verliehen wird
    ein Ring, der weder nützt noch ziert,
    und nach Herrn Leibniz ward benannt
    (aus welchem Grund, ist nicht bekannt).

    Woher Frau Mohn den Ring wohl hat?
    Aus einem Kirmes-Automat?
    Aus einem Überraschungsei?
    (Man fragt sich auch: wer sind die drei
    Figuren, die bei dem Gescheh’n
    im Hintergrunde sind zu seh’n
    derweilen sie verdrießlich blicken,
    als würd’ der Ischias sie zwicken?)

    Herrn Leibniz ist’s wohl einerlei,
    bestimmt geht’s ihm am A*** vorbei.

    • trithemius

      In der Mitte steht übrigens der ZDF-Journalist und Theologe Peter Hahne.
      Faktencheck: Der jährlich seit 1997 vom Presseklub Hannover verliehene goldene Leibniz-Ring ist mit 15.000 Euro dotiert.

      • Eigentlich das Bild eines klassischen Gottesdienstes: Die Hohepriesterin legt dem Empfänger eine neumodische Hostie, jenen Goldring, in die bittend und demütig dargehaltenen Hände. Eine Szene wie man sie jeden Sonntag in den Kirchen dieses Landes sehen kann. Und im Hintergrund stehen ein Bischof, der Wächter der reinen Lehre, (Peter Hahne) und ein Herold, der Nachrichtenverkünder (Jan Hofer).
        Ich frage mich, was sich der Fotograf bei der späteren Auswahl des Bildes gedacht haben muss. Diese Situationsgleichheit zwischen Kirche und Preisverleihung ist schon frappierend und an Symbolik kaum zu übertreffen …
        Es schaudert mich und schütteln tut es mich auch, mit welchem Tand man die Blätter dieser Welt füllt.

        • trithemius

          Dass du an einem bebrillten Auge den Tagesschausprecher Jan Hofer erkannt hast, Kompliment! Dein Vergleich trifft erstaunlich gut. “Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand.” (Theodor Fontane) Die ganze Angelegenheit zeigt, wie sich die Hohepriesterin des Neoliberalismus, Liz Mohn, unsere Demokratie wünscht. Dass nämlich reiche Stiftungen in einem armen Staat die Auszeichnungen und milden Gaben vergeben, und der einfache Bürger ist der zum Dank verpflichtete Almosenempfänger, oder wie hier der Hofnarr, der lustige Zwerg, holt sich seinen Lohn ab. Die Arroganz, dass sich die reiche Oberschicht einfach am allgemeinen Kulturgut bedient und sich den Namen Leibniz krallt, um sich selbst damit zu erhöhen, gehört ursächlich zum Zirkus des schlechten Geschmacks.

          Zum Zeitungsinhalt: Das Bild war in einem Anzeigenblättchen abgedruckt, gehört aber eigentlich in ein Politiklehrbuch für Schulen.

  2. Lo

    Es handelt sich hier keineswegs
    um einen Ring aus Butterkeks,
    der auch den Namen Leibnitz trägt
    welcher ins Backwerk eingeprägt
    rundum mit zweiundfünfzig Zähnen.
    Dem Maffei Peter, dem Rumänen,
    gab man den gold´nen Leibnitz-Ring
    den auch Frau Süßmuth schon empfing
    zum Dank für ihre tolle Posse:
    “Privatgebrauch der Dienstkarosse!”.

    Dass das nicht gut geht, jeder ahnte.
    Selbst Peter Maffay sie noch warnte:
    “Über sieben Brücken musst Du gehn,
    Rita, lass die Karre lieber stehn!”
    War es auch fruchtlos, sein Gesinge,
    so dankt man ihm mit diesem Ringe.

    • Lo

      Lieber Trithemius,
      darf ich Dich wohl einmal kurz als Kastrationsgehilfe in Anspruch nehmen und Dich bitten, in meinen Reimen dem Maffaypeter ein ei zu entnehmen? Und zwar so behutsam, dass seine Stimme keinen Schaden davonträgt? Das Ei könnte ja durch ein ay ersetzt werden, dann merkt er es vielleicht gar nicht.
      Lieben Dank und ebensolche Grüße!

      • trithemius

        Lieber Lo,

        ich war so frei, das schon sogleich zu tun wie auch dem Leibniz das t und Frau Süssmuth das ß zu nehmen. Da oben im Blogpost redigiere ich frech, denn ich bin verantwortlich. Übrigens finde ich gut, dass du an die Dienstwagenaffäre der Dame erinnerst. Sowas gerät alles so schnell in Vergessenheit. Es war freilich der Ehemann, der den Fahrdienst des Bundestages privat genutzt hat.

        Ich hoffe, meine Operation bei Maffays kleinem ei hat wohl getan, denn sie verlief ohne Narkose. Die kriege ich hoffentlich Montag, wenn mir die Fäden im Kiefer gezogen werden. ;)

        Schön, dass du wieder mitgemacht hast, und beste Grüße!

  3. Lo

    “Dem Maff”ei”Peter, dem Rumänen…”
    wäre das Eichen zu entnähmen….

    ;-)

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