Mich trifft der Schlag (3) – Gender Mainstreaming, Schwester!


Worüber ich in
der Klinik mir den Kopf zerbrach
(wenn man nichts zu tun hat):

Wieso eigentlich haben die gender-mainstreaming-fixierten SprachreinigerInnen sich noch nicht über die Wörter Mutter, Schwester aufgeregt und nichts nachgebessert, etwa Muttin oder Schwestin, denn das Suffix (die Endsilbe) -er scheint ja Maskulinum anzuzeigen, wo es gar nicht hingehört, obwohl es unter MütterInnnen und SchwesterInnen unbestreitbar auch so genannte MannweiberInnen (äh, Männinnen) gibt.

Es gibt
keine männlichen KrankenschwesterInnen. No Sir! (Nein, meine Damen!) Sie heißen nicht befremdlich Krankenbruder oder Nachtbruder, sondern Krankenpfleger. (Nachtpfleger ginge freilich nicht, weil das die Vermutung nahelegt, hier würde die Nacht gepflegt.) Der feministischen Logik nach müssten die Pflegekräfte glatt KrankenpflegerInnen heißen, damit die Frauen sich mitgemeint fühlen, aber sie sind ja Schwestern. Desgleichen gibt es zwar Chefärztinnen, aber die Wahlleistung heißt offiziell immer noch Chefarztbehandlung. In dieserIn verwirrenden Begriffswelt des geschlechtsspezifischen Sprachgebrauchs war ich gut zwei Wochen wie zu Hause. So wohlgeordnet die Abläufe in der Klinik sind, sprachlich im Sinne des Gender Mainstreaming muss da dringend aufgeräumt und sauber bzw. sauberin gemacht werden.

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