20 Punkt kompress – Landpartie

Die Schranke geht nieder, hüpfte noch zwei-, dreimal auf und kommt leise klirrend zur Ruhe. Eine Weile bleibt es still. Dann beginnt die Luft zu knistern, das anschwellende Sirren der Gleise. Ein doppelstöckiger Expresszug donnert heran und vorüber. Was für eine wilde Musik von Stahl und Eisen. Was für eine gewaltige Kraft! Wie der rasende Zug die Luft zersägt, rauscht dir der Fahrtwind um die Ohren, zerwühlt dein Haar, lässt Hemd und Hose flattern. Sturm und das schreiende Tosen senden an jede Kreatur: Komm diesem Gewaltigen nicht in die Bahn, er wird dich zermalmen.
Die Schranke hebt sich.

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2 Antworten auf 20 Punkt kompress – Landpartie

  1. Lo

    Huiiiihhh!
    Ganz realistisch beschrieben: ich habe nach dem Lesen erst einmal mein spärlich verbliebenes Haupthaar ob des starken Zugwindes richten müssen.
    Und ich erinnere mich soeben daran, dass ich als kleiner Knirps gern Nägel, oder auch einmal einen richtigen Groschen auf die Schiene gelegt habe, um nach dem Drüberrollen des Zuges nachzuschauen, wie platt Nägel und Groschen geworden sind.
    Liebe Grüße!

    • trithemius

      Entschuldigung, lieber Kollege, ich wollte nicht ihre Frisur zerwuseln!
      Ich habe hier nur einen Eindruck geschildert, den ich auf meinen vielen Radtouren durch die Gegend gewonnen hatte.
      Als Kind kannte ich auch so einen einsamen Bahnübergang, wo man ungestört Münzen auslegen konnte. In den Niederlanden gibt es neuerdings Struikelmats, um das Beschreiten der Gleise zu verhindern.

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