Konzept einer Springbrunnenplastik

Die Springbrunnenplastik bestünde aus menschlichen Gestalten, die aus ihren Mündern Wasser speien, wobei das Wasser die Sprache symbolisiert. Da gäbe es einen Pruster, der alle anderen mehr oder weniger anspeit. Auf seinem Wasser müsste soviel Druck sein, dass es fein zerstäubt würde. Einem anderen würde das Wasser zaghaft aus den Mundwinkeln rinnen und schon in seinem eigenen Kragen wieder verschwinden. Wieder einer würde stakkatoartig spucken. Ein weiterer träfe mit gut gezieltem glattem Strahl einem zweiten ins Ohr, wo der Strahl verschwände oder am anderen Ohr wieder herauskäme.

Wieder einer hätte den Kopf in den Nacken gelegt, spräche quasi in den Himmel und würde sein Gesicht in den eigenen Worten baden. Einer spräche fast nichts. Nur manchmal und unvorhersehbar würde er ausspucken, aber nur kleine Mengen. Daneben stünde einer, aus dessen Mund sich ein kunstvoll geschraubter Strahl ergießt, mal hierhin, mal dorthin zielend.

Die Brunnenplastik hieße: Der Mensch und seine Sprache. Auch könnte da einer sein, den Blick auf einen Punkt handhoch über dem Horizont gerichtet. Seine Rede wäre ein gleichmäßiger Strahl, der von einem am Boden knienden Jünger mit Mund und Händen aufgefangen würde. Dieser Jünger sei selber stumm, aber er könnte das Aufgefangene als kräftigen Schwall Wasser lassen. Zwei Figuren stünden zusammen, trocken und stumm. Zwei andere dicht vis-à-vis und spuckten sich abwechselnd in dichter Folge an.

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17 Antworten auf Konzept einer Springbrunnenplastik

  1. Das ist grandios! Ich würde das sofort rechtlich schützen lassen (nicht nur witzich gemeint)!

    • trithemius

      Vielen Dank! Geschützt ist das Konzept schon, indem ich es hier veröffentliche, glaube ich jedenfalls. Doch wäre mein Interesse, diesen Springbrunnen zu sehen größer als die Sorge bestohlen zu werden. Ich könnte natürlich selbst ein Modell aus Plastelin fertigen. Aber dazu bin ich bestimmt zu faul. ;)

  2. Gefällt mir außerordentlich.
    Ich musste dabei jetzt an all die Manches und Oprahs in der Flotte denken …

    • Lances musste das heissen nicht Manches

      • Und Glotze und nicht Flotte. manchmal hasse ich Tippunterstützung bei Smartphone Tastaturen

        • trithemius

          Danke, jetzt ist der Kommentar verständlich. Ich habe auch schon oft Nachrichten mit dem Smartphone versandt, in die mir T9 unbemerkt den größten Unsinn gezaubert hatte. Das ist der Preis für Bequemlichkeit.
          Lance Armstrong und Oprah Winfrey entsprächen dem letzten Beispiel im Springbrunnenkonzept, oder?

          • Es war von allem etwas dabei.
            Ich würde diese Idee gerne verwirklicht sehen. Muss ja nicht unbedingt in Aachen nachher stehen, auch wenn so ein Brunnen in Aachen eine echte Bereicherung wäre.

          • trithemius

            Obwohl der Brunnen in Aachen gut passen würde. Schließlich wirbt man da mit dem Slogan: “Sprudelnde Vielfalt”.

  3. Evan H. Ferguson

    An sich wäre es technisch möglich, die Meßräume für die Ausgangsverbindungen so anzuordnen, daß sie jeweils einzeln von entsprechend vielen optischen Strahlen durchstrahlbar wären. Eine solche Anordnung würde jedoch einen vermeidbaren zusätzlichen konstruktiven Aufwand hinsichtlich der Anordnung der Strahlungsquelle bedingen, ohne daß ein Vorteil damit verbunden wäre. Zudem wäre die Bildung von Differenzspektren bei einer solchen Meßzelle wesentlich aufwendiger.

  4. sehr gut, gerne mehr davon.

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