Mit Kopfstößen ins Gespräch – der Dialog geht weiter

Ein junges attraktives Paar im Bett. Sie klagt, sie könne nicht schlafen. Er richtet sich neben ihr auf, und wie man noch glaubt, jetzt kriegt sie einen tröstenden Kuss, da schickt er sie mit einem heftigen Kopfstoß ins Land der Träume. Willkommen in der Welt des Energiekonzerns e.on. In dieser Welt leiden natürlich einige an schlimmen Hirnschäden, beispielsweise eine Frau Weiß. Mit einem irren Blick voller Erinnerungen an heftige Kopfstöße, geistert sie durch ihre Wohnung, macht sich so ihre Gedanken über Stromversorgung und fragt plötzlich ins Leere: „Sag mal Eon, gibt’s eigentlich so was wie nen Akku für Windenergie?“

Und wie man noch denken mag, Gemach, Mädchen, die bösen Kopfstoßmänner von e.on können dich nicht hören! Da antwortet auch schon eine sonore Stimme aus dem Off: „Hallo, Frau Weiß, den gibt es. Wir speichern schon heute erneuerbare Energien. (…)“ So zu sehen in einem e.on-TV-Werbespot.

Hallo?! Wie geht das zu? Wie ist das möglich? Es gibt nur eine logische Erklärung: Big Brother e.on hört alle Wohnungen ab, vermutlich durch die Steckdosen, um jederzeit mit uns in einen Dialog einzutreten, falls wir Fragen haben oder auch nicht – eine gewöhnungsbedürftige Vorstellung. Erdacht hat sich diese dystopische Alptraumwelt die Münchener Agentur serviceplan. Wir wissen ja nicht, wie viele Kopfstöße das Kreativpersonal der Agentur dafür austauschen musste. Aber interessant ist, wie es den Werbern immer wieder gelingt, das Menschen- und Gesellschaftsbild eines Konzerns offen zu legen, ungewollt natürlich. Der Kopfstoß-Spot der E.on-Tochter „e wie einfach“ stammt übrigens nicht von serviceplan, sondern von der Agentur Heimat. Ehre wem Ehre gebührt – im Zirkus des schlechten Geschmacks.

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