Ich hätte durchaus einiges zu erledigen. Aber einige Stimmen in meinem Kopf vertreten die Ansicht, das könnte ich morgen, übermorgen oder in der nächsten Woche tun. Überhaupt wäre es besser, nichts zu überstürzen, sondern die Dinge zu tun, wenn ihre Zeit gekommen ist.
Außerdem geht bestimmt die Sonne weg, sobald ich aufbreche. Also umgekehrt: Wolken kommen. Spätestens, wenn ich mein Fahrrad zur Haustür hinausschiebe, dann schieben sich dichte Wolken vor die Sonne, Wind kommt auf, lässt mich frösteln, und ich habe schon direkt keine Lust mehr. Am Ende regnet es noch auf mein mühsam aufgebautes Kartenhaus der Motivation, und das ist natürlich ganz und gar nicht wasserfest. Schon die Vorstellung, wie die Karten im Regen umfallen, laff auf dem Bürgersteig kleben, aneinandergepappt in schmutzigen Pfützen liegen, und ich versuche sie mit spitzen Fingern herauszufischen … Das Rad muss ich auch wieder auf den Hof schieben, abstellen und das lästige schwere Schloss drumwinden, bevor ich endlich die Treppenstufen hinaufsteigen darf, die ich doch eben erst herabgestiegen bin.
Wenn es mir nur gelänge, in Ruhe sitzen zu bleiben, ohne schlechtes Gewissen, ohne die endlosen Überlegungen, was möglicherweise erledigt werden könnte und wieviel besser es doch wäre, draußen unterwegs zu sein als hierinnen im Sessel zu hocken. Denn die Sonne scheint weiterhin. Warum auch nicht? Ich habe ja noch keinen Fuß vor die Tür gesetzt. „Das machst du, wenn die Zeit reif ist“, sagt es in meinem Kopf, und ich denke, die Zeit ist ein Harzer Käse und fängt furchtbar an zu stinken, wenn eine Sache endlich gemacht werden muss und keinen Aufschub mehr duldet. Es gibt also derzeit kaum einen Grund, aus dem Sessel aufzustehen, in die Welt hinauszufahren und den Leuten den Sonnenschein zu verderben. Ist nicht ein Hauch von Harzer Käse in der Luft.




Das könnte aber auch den Duftkerzen liegen, die da neulich bei dir standen.
Was meinst du, warum ich die gekauft habe?
Vielleicht solltest du ganz klein anfangen, lieber Jules. Erstmal nur die Treppen runter gehen, das Fahrrad inspizieren und dann wieder die Treppen hoch. : )
Ginge das auch vom Sessel aus, liebe Eugenie? Dass ich mir vorstelle, die Treppe hinunterzugehen, um das Fahrrad zu inspizieren?
Warum nicht. Vielleicht musst du es einfach nur so lange machen bist du neugierig wirst, was mit deinem Fahrrad los ist. ; )
Ich hoffe, du sitzt noch wohlbehalten in deinem Sessel…!?
…und setzt keinen Staub an dabei^^
An diesem WE wurde ich gut durchgelüftet.
Danke der Nachfrage. Vermutlich habe ich nur das Schreiben verlernt.
Servus!
Jetzt komm mal wieder in die Puschen!
Das Blog ist voller Spinnweben und Wollmäuse!
(Auch wenn Du’s nicht siehst..;-)
Gruß aus der guten Stube!
Du hast vermutlich recht. Mir ist’s schon selber peinlich. Immerhin habe ich schon mal meine Brille geputzt.
Viele Grüße!