Supi! Weltfrauentag ohne Frauen

BILD, das Pin-up-Fachblatt für Dixiklos und Bauwagen, begeht heute den Weltfrauentag, indem es alle Mitarbeiterinnen freigestellt hat, laut BILD 50 Prozent des Personals. Mit dieser Aktion will BILD „dafür sensibilisieren, dass Männer und Frauen gemeinsam kreativer und leistungsfähiger sind, wir aber viel zu selten darüber nachdenken, dass dies auf der Welt keine Selbstverständlichkeit ist.“

Ohoho, kreativer und leistungsfähiger? Das zu beweisen, müsste BILD aber morgen mit halbleeren Seiten erscheinen, sonst könnte der Schuss in die eigene dicke Hose gehen und Springer-Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner auf die Idee kommen, dass man zumindest die Redakteurinnen gar nicht braucht, allein die Büromiezen, Putz- und Klofrauen.

Als Seite-1-Mädchen posiert heute in BILD: „Naschkatze“ Rebecca, barbusig, im knappen rosafarbenen Höschen. Die sensiblen Frauenfreunde von BILD schieben ihr passend zum Weltfrauentag folgende Aussagen unter:
„Was würdest du mit 10.000 Euro machen?“
„Mir die Brüste vergrößern lassen.“
Und:
„Wenn ich für einen Tag jemand anders sein könnte, dann wäre ich Daniela Katzenberger.“

Hallo? Mal wieder viel zu selten nachgedacht? In der frauenbefreiten BILD müsste konsequenterweise BILD-Chefredakteur Kai Diekmann im rosafarbenen Höschen posieren, von der Vergrößerung seiner Brüste träumen und davon, am Weltfrauentag Daniela Katzenberger zu sein. Dicke Chance verpasst. Jetzt kommt die Gleichberechtigung auch in diesem Jahr um keinen Silikonbusen weiter.

EDIT 9. März: Wunder über Wunder: Heute, nach dem Tag ohne Frauen, gibt BILD bekannt, in Zukunft auf das Bildgirl auf Seite 1 zu verzichten. Diekmann, übernehmen Sie!

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11 Antworten auf Supi! Weltfrauentag ohne Frauen

  1. Vielleicht erscheint ja die Bild morgen nur mit halber Kraft;).
    Wenn ich heute auf der Titelseite Kai Diekmann im rosa Höschen gesehen hätte, dann hätte ich die Zeitung, die heute in der S-Bahn herumlag, sogar mitgenommen. Da aber im oberen Teil ein Dauerthema mit entsprechender Visage zu sehen war, war mir mein Augenlicht sogar für die Schlagzeile zu schade. Da habe ich doch lieber aus dem Fenster gesehen.

    • trithemius

      Ist sowieso unklar. Die Redakteurinnen der Printausgabe hätten ja gestern schon freihaben müssen. Aber angeblich wolllte die online-Redaktion heute den ganzen Tag vom Arbeiten ohne Frauen berichten.

      Diekmann als Pin-up, das wärs gewesen. Hättest du das wirklich sehen wollen statt Wulff (den sind wir bald glücklich los) oder nicht erst recht lieber aus dem Fenster geguckt?

      • Der Text unter dem Bild, vor allem, dass er gerne für einen Tag lang Daniela Katzenberger sei, hätte mich für den Anblick ausreichend entschädigt.

        • trithemius

          Ja, es wäre eine gute Lachnummer. Leider habe ich kein gemeinfreies Foto von Diekmann, sonst würde ich die Fotomontage liebend gern machen.

          (Hab übrigens, deinem Hinweis oben folgend, den Text verändert)

  2.  
    (… Putz- und Klofrauen sind keine Frauen, das ist Personal… ich kenne mich aus – ich war ja auch schon Putzfrau… )
     

  3. Weltfrauentag ohne Männer
    Als eindrucksvolles »Zeichen zum Weltfrauentag« setzte der ORF dagegen einen Kontrapunkt: indem an besagtem Tag ausschließlich die Frauen zum Dienst anzutreten hatten – die Männer hingegen dienstfrei kriegten (sic!). Sozusagen die ösitanische Manier, den Weltfrauentag abzufeiern: die Damen dürfen malochen, die Herren dagegen spazierengehen. Wie finden Sie das? ; )

    • trithemius

      Mir scheint, das alles ist Aktionismus. Richtig gut fände ich hingegen, die Herren dürften nicht spazieren, sondern müssten für ein paar Wochen harte Arbeit verrichten, die üblicherweise Frauen vorbehalten bleibt, beispielsweise das Klo putzen. Dann würden sie zumindest zu Sitzpinklern sich wandeln, wodurch die Klofrauenwelt schon ein bisschen angenehmer würde.

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