Alles muss man selber machen – im surrealen Alltag

Im Supermarkt hatte ich schlechte Laune. Sie war aber schon vorher da gewesen. Mit leiser Verachtung habe ich meinen Einkauf in den Einkaufswagen geräumt und fand an den beiden offenen Kassen zwei Schlangen von bezahlwilligen Kunden. Leider stand ich so, dass ich querende Kunden durchlassen musste. Da kam so eine querende Kundin daher, querte aber nur halb und blieb vor mir in der Schlange stehen. Ich rief ihr in den Rücken: „Hallo, ich warte auch hier in der Schlange!“ Sie drehte sich um, sagte: „Mein Gott!“ und schob sich an mir vorbei nach hinten. Dabei schnaubte sie erneut: „Mein Gott!“ Wie sie hinter mir stand, sagte sie: „Mein Gott, kein Problem.“

Ich war jetzt ein wenig verärgert. Was hatte Gott mit alldem zu tun? Wir anderen Kunden in den beiden Schlangen riefen auch nicht andauernd nach Gott. Man stelle sich nur diese Jammerei vor. Darum sagte ich zu ihr: „Warum stellen Sie sich nicht gleich hinten an, wenn es für Sie kein Problem ist?“ Da war sie still und fügte sich. Aber das gab mir keine Befriedigung. Sofort ärgerte ich mich über meine Worte und dachte: Oje, hab ich aber schlechte Laune. Andererseits, so versuchte ich mich zu trösten, sie hat mich dreimal „mein Gott“ genannt. Ich hatte ihren Anruf erhört und ihr gegeben, was ihr zukam.

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