Ziemlich langsam ins Jahr 2012 – und ein ungültiger Rekord

Die Leute seien am Neujahrstag deutlich langsamer gegangen, sagte mir ein Gewährsmann, der einen Freund zum Hamburger Hauptbahnhof gebracht hatte. Das hatte ich auch am hannöverschen Hauptbahnhof beobachtet, als ich gegen Mittag lieben Besuch verabschiedete. Und natürlich kam auch ich fast nicht voran, als ich zu Fuß nach Hause ging, bin aber kaum überholt worden.

Sollte 2012 das Jahr der Langsamkeit werden? Oder lag es an einer allgemeinen Fußlahmheit, angesichts der vielen Tage, die das Jahr 2012 bereithält? Angeblich sollen es heuer 366 Tage gewesen sein, denn 2012 ist ein Schaltjahr. 366 Tage aufeinander gestapelt, das ist schon ein mächtiger Berg, den es kollektiv zu besteigen gilt, mindestens himmelhoch, vielleicht noch höher.

Wäre ich nicht viel zu träge, würde ich entschieden bestreiten, die Jahresbestmarke im Deppen-Hochsprung wäre am Neujahrstag von Bundespräsident Christian Wulff aufgestellt worden. Sein Drohanruf bei BILD-Chefredakteur Kai Diekmann, sogar von „Krieg führen“ soll die Rede gewesen sein, ist zwar an Blödheit kaum zu toppen, aber das ist nur am Neujahrstag 2012 durch die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung bekannt gemacht worden, stattgefunden hat Wullfs Rekordversuch schon am 12. Dezember 2011. Und im Jahr 2011 wird die Bestmarke schließlich von Karl Theodor zu Guttenberg gehalten.

Wulffs Vorsätze für einen neuen Rekordversuch 2012 möchte ich lieber nicht kennen. Ich selbst habe ganz fest gar keine gefasst. Hannover feierte das in der Silvesternacht mit einem Riesenfeuerwerk, wovon ich mich auf dem Lindener Berg in liebenswürdiger Begleitung überzeugen konnte. Jetzt sind schon zwei vorsatzlose Tage glücklich geschafft. Allen Teppichhauskunden ein langsames, gutes neues Jahr.

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