Zirkus des schlechten Geschmacks – Mief im Kopf

zirkus schlechten GeschmacksVorsorglich bitte ich um Entschuldigung, aber ich glaube, unsere Gesellschaft hat einen gewaltigen Furz im Kollektivgehirn. Und wenn du das hier zu Ende gelesen hast, dann werden dir vermutlich noch andere Beispiele einfallen, weitere Gehirnblähungen, die einen den Glauben an menschliche Vernunft und Urteilskraft verlieren lassen.

Heute hörte ich im Autoradio den jährlichen Verkehrstoten-Zustandsbericht des Statistischen Bundesamtes. Und da wäre ich am liebsten zum Amokfahrer geworden und hätte den Redakteur dieser Nachricht gerne ein bisschen platt gefahren. Nicht aufregen, das macht ja nichts, würde die Statistik des nächsten Jahres kaum beeinträchtigen. Es ist beinah egal, wenn ich einen ganzen Haufen Redakteure niederwalze. Insgesamt werden die Deutschen auch im nächsten Jahr einen Grund zum Jubeln haben, wenn die obligatorische Meldung verbreitet wird: „Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, ist die Zahl der Verkehrstoten im Vorjahr erneut gesunken.“

Was ist das? Schreiben und Reden ohne Denken und Gefühl? Werden Nachrichtenredakteure alljährlich vom Verband der Automobilhersteller zu einem brasilianischen Edel-Puff geflogen, wo sie sich kostenlos den Verstand rausvögeln dürfen? Oder hat die Bundesregierung eine allgemeine Sprachregelung verfügt, an die sich Rundfunk und Presse zu halten haben?

Bitte einmal die Gehirnblähung herauslassen und für einen Moment klar denken. Es muss etwa heißen: „Im Jahr 2008 sind bedauerlicher Weise 4467 Mitbürger im Straßenverkehr getötet worden!“, ihr blödes Pack! Wen interessiert denn, ob es weniger Tote im Straßenverkehr gab als im Vorjahr. Jeder neue Einzelfall ist doch eine schreckliche Angelegenheit und keine statistische Hausnummer. Die Bilanz wäre ein Grund, einen Augenblick innezuhalten und zu fragen, wie es kommt, dass wir bereit sind, alljährlich dem Moloch Auto über 4000 Menschen zu opfern.

Andererseits, und das ist die Gehirnblähung gleich nebenan im medial verfurzten Kollektivgehirn, hören und lesen wir derzeit tagtäglich den Schweinegrippe-Zustandsbericht. Drama! Ist schon wieder einer krank, geht ihm aber den Umständen entsprechend gut. Prima, gute Besserung! Da ist doch mal zu fragen ist, ob es sich hierbei nicht um eine gigantische PR-Desinformationskampagne der Arzneimittelindustrie handelt. Inzwischen hauen die Staaten weltweit Milliarden für das Einlagern von Grippemitteln raus. Und Tamiflu-Gewinnler Donald Rumsfeld weiß nicht mehr wohin mit all der Kohle. Ehrlich, Schweinegrippe beim Menschen, das passt.

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