Die Papiere des PentAgrion (1) – Im Delta der Weltformel

Mit Datum vom 1. Oktober 2009 hinterließ ein Ethnologe, der sich PentAgrion nannte, im Internet eine wissenschaftliche Studie über den Menschen. PentAgrion schreibt in einer Vorbemerkung, er habe die Studie im Auftrag der Pataphysischen Weltgemeinschaft des Planeten Usjh angefertigt. Über sich teilt er nichts mit, und auch die Lage des Planeten im Universum, die Art seiner Zivilisation geht aus den Papieren nicht hervor.

PentAgrion will sich genau 10 Jahre auf der Erde aufgehalten haben. Seine Beobachtungen erstrecken sich auf den Zeitraum 7. November 1999 bis zum 28. Juni 2009. Er behauptet, von Juli bis Anfang Oktober 2009 habe er sich mit der Niederschrift seiner Analyse beschäftigt, was angesichts der Fülle des von ihm vorgelegten Belegmaterials völlig ausgeschlossen scheint. Ganze fünf Tage habe ich sein Material gesichtet und kapituliert. Es war wie auf einem unbändigen Fluss zu fahren, der sich in einem gewaltigen Delta verströmt. Oft schien mir, als würde ich nie mehr nach Hause zurückkehren können, sondern immer weiter und weiter gerissen werden. Irgendwann mahnte mich die Vernunft, … es waren eigentlich meine bleiernen Lider, die mich aufgeben ließen. Nach einigen Tagen der Erholung wandte ich mich PentAgrions Analysen zu. Weitere fünf Tage verbrachte ich damit, mich in seinen Papieren zu versenken.

Inzwischen sind die Studien des PentAgrion im Internet nicht mehr zugänglich. Der Link leitet um zu einer Seite mit der Nachricht: „Sorry, die pagina vinden we niet terug“ (Wir bitten um Entschuldigung, die Seite finden wir nicht mehr.) Man sieht einen bärtigen Mann mit kariertem Hemd in blauer Arbeitslatzhose und mit einem gelben Bauhelm auf dem Kopf. Er scheint in eine aufgeschälte Banane beißen zu wollen, derweil er in eine aufgeschlagene Zeitschrift namens PLAYBOY schaut, die er in seiner Rechten hält. Das Titelblatt der Zeitschrift zeigt eine junge Frau mit nacktem Oberkörper. Sie lächelt den Betrachter an, hat die Arme vor ihrer Brust gekreuzt. Die Rückseite der Zeitschrift ist ebenfalls zu sehen. Aus einer roten Fläche ragt eine weiße Flasche. Auf Hüfthöhe wird die Gestalt des Mannes begrenzt von einem schwarzen Balken, in dem sich in weißer Schreibmaschinenschrift die Nachricht findet: ##ERRoR##.

Die Studien des Pentragon

Ich erwähne diese Einzelheiten, weil sie bereits Gegenstand von heftigen Diskussionen in gewissen Bloggerkreisen sind. Es wird behauptet, diese Darstellung enthalte eine Reihe kodierter Botschaften. Man stellt die wildesten Überlegungen an, die allesamt nicht belegbar sind, und daher überlasse ich es dem Leser, sich anhand meiner Beschreibung und der Abbildung ein eigenes Urteil zu bilden. Die aufgeschälte Banane, die aufgeschlagene Zeitschrift, sagen sie: „Auf! Auf!“? Zeigt das Karomuster des Hemdes tatsächlich intergalaktische Schnellverbindungen? Oder steht die Banane für die geheime Weltformel: DIE BANANE IST GELB? Ist ihr Aufgeschältsein die Aufforderung, sich diese Formel einzuverleiben? Gibt es eine 2. Weltformel, etwa: DER SCHUTZHELM IST AUCH GELB? Und zeigt die Frau, dass beide Weltformeln gekreuzt werden müssen vor dem Weiblichen, vor dem Herzen, um zur wahren Erkenntnis zu verschmelzen?

An diesen Spekulationen will ich mich nicht beteiligen. Solche Deutungen lassen doch fragen, warum auch der Mann über keinen Unterkörper verfügt, sondern just, wo sich das Männliche manifestiert, nur das Wort ERROR steht. Und würde auf dem Zeitschriftentitel der Hinweis geben auf die wahre Erkenntnis, warum heißt die Besitzerin des Weltwissens dann „Playboy“? Bitte, das ist ungeschickte Wissenschaft, liebe Kollegen von der Wünschelrutenfraktion.

Besucher des Teppichhauses mögen mir verzeihen, das ich zu diesen geistigen Spekulanten nicht verlinke. Das würde ihre Behauptungen nur aufwerten und ihren wirren Ideen unangemessene Aufmerksamkeit bringen. Die meisten von ihnen haben nämlich die Papiere des PentAgrion gar nicht gelesen, sondern sind erst aufmerksam geworden, als man schon von PentAgrions Internetseite zu diesem Mann mit Bauhelm und Banane umgeleitet wurde.

=> Fortsetzung: Das schwarze Internet

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51 Kommentare zu Die Papiere des PentAgrion (1) – Im Delta der Weltformel

  1. Ich habe die Botschaft entschlüsselt, sie lautet…

    …Mittagspause

    ;D

  2. Ich habe Herrn Dr. Freudlos konsultiert, und der wies auf die augenfällige Betonung oraler Befriedigung hin: Nahrungsaufnahme mit eindeutig phallischem Schwerpunkt (ich hab‘ den Freudlos am Fon nicht wirklich verstanden, vermutlich hat er wieder in einer Symptompause in seiner Praxis-Teeküche in den Dessous von Anna Lyse herum exploriert), Mammalia des rezenten Hominidenweibchens, vergiftete Muttermilch (Alkohol); vermutlich, so der Couchakrobat, wollten die Galakten darauf hinweisen, dass sie die Terraner als auf niedriger Entwicklungsstufe befindlich befänden, weil vorwiegend mit Nahrungsaufnahme beschäftigt…

    Ich helfe doch gerne – wir Pioniere sind fleißig und hilfsbereit!

    Häff fann!

    • Vielen Dank. Ich enthalte mich einer Wertung, da du selbst sagst, du hättest deinen Gewährsmann nicht genau verstanden. Zudem habe ich versprochen, mich nicht an den Spekulationen zu beteiligen, da die Faktenlage höchst unsicher ist.

  3. Ich habe Herrn Dr. Freudlos konsultiert, und der wies auf die augenfällige Betonung oraler Befriedigung hin: Nahrungsaufnahme mit eindeutig phallischem Schwerpunkt (ich hab‘ den Freudlos am Fon nicht wirklich verstanden, vermutlich hat er wieder in einer Symptompause in seiner Praxis-Teeküche in den Dessous von Anna Lyse herum exploriert), Mammalia des rezenten Hominidenweibchens, vergiftete Muttermilch (Alkohol); vermutlich, so der Couchakrobat, wollten die Galakten darauf hinweisen, dass sie die Terraner als auf niedriger Entwicklungsstufe befindlich befänden, weil vorwiegend mit Nahrungsaufnahme beschäftigt…

    Ich helfe doch gerne – wir Pioniere sind fleißig und hilfsbereit!

    Häff fann!

  4. »Größtenteils harmlos.«

  5. »Größtenteils harmlos.«

  6. Ich sehe da keine verschlüsselte Botschaft, sondern eine sehr offensichtliche und ebenso offensichtlich an Männer gerichtete:

    Vorsicht!
    Sie wollen wo rein, wo Sie nicht rein können.
    Denken Sie lieber daran, dass auch Ihre Frau sich jederzeit Bananen kaufen kann.
    Tun Sie jetzt nichts Falsches (und beehren Sie uns bald wieder).

    • Du meinst, es ist nichts als die freundliche Variante des Ursula-Stoppschilds?

      • Ursula-Stoppschild musste ich erst mal googeln. 🙂
        Ob es was mit Zensur (Zensursula) zu tun hat… keine Ahnung. Eher wahrscheinlich, dass der Provider immer dasselbe Bild „einblendet“, egal ob eine Webseite gesperrt, vom Autor gelöscht oder schlicht die Adresse falsch eingegeben ist. Und deshalb nun mal im Ernst: Die von Dir beschriebene Webseite mit der „extraterrestren“ Analyse unseres Chaosplaneten hat wirklich existiert (was mich nicht wundern würde), und Du hast Dich da mühselig durchgebaggert, bis…? – Wie frustrierend! Und nichts anderes als „Sorry for frustrating you“ besagt das Bild ja denn auch.

        • Deine Fragen hoffe ich in den Fortsetzungen schlüssig beantworten zu können. Verzeih, dass ich da nicht vorgreifen will. Jedenfalls finde ich die Umleitung wirklich frustrierend, da ich jetzt nicht mehr nachschauen kann, ob ich die Einzelheiten aus PentAgrions Bericht richtig wiedergebe.

          • Das Dilemma kenne ich, wenn ich meine Quelle nicht mehr finde und meine eigenen Notizen belegen oder abgleichen möchte. Da tröstet nur Eines: Es kann Dich auch niemand mehr kontrollieren. 🙂

  7. Betrachtet man nur das Bild, dann brüllt einem das Klischee ja förmlich ins Gesicht. Sollten wir alle über diesen Kamm geschert werden, gute Nacht!
    Wenn die Banane wirklich den Hang zu oraler Fixierung der gesamten Menschheit darstellen sollte, dann könnte man auch annehmen, dass der Herr PentAgrion lediglich darauf hinweisen wollte, dass wir einfach zu viel schwafeln. Es wird ja immer und überall viel geredet, und meist mit wenig Inhalt, deswegen die offene Banane. Mit einem Biss ist alles weg und die Inhaltslosigkeit macht sich auch im Bauch bemerkbar, wenn man nämlich wieder Hunger hat und nix zu futtern. Der gelbe Helm soll dann wohl zeigen, dass man auch nicht alles essen kann was die gleiche Farbe hat. Also nur weil einer das Gleiche sagt, meint er vielleicht was ganz Anderes.
    Die Flasche ist doch Alkohol, oder? Hochprozentig, nehme ich an. Ein Zeichen dafür, dass man vieles einfach nur betäubt ertragen kann. Die Alkoholwerbung in Verbindung mit der Frau auf dem Bild, lässt mich an den Spruch von einigen Menschen denken (die ich glücklicherweise nicht im Entferntesten zu meinen entferntesten Bekannten zählen muss) ‚Im Suff sind alle Frauen schön‘, und sogar die Merkel bekommt vermutlich attraktive Züge, wenn man nur genug sediert ist. Da fällt mir ein, hab ich nicht irgendwo mal eine Sammlung von Bildern mit ihrer seltsamen Handhaltung gesehen? das Hängt bestimmt alles zusammen, die Arme von der Frau, Angelas Fingerakrobatik und und und. Es ist eben alles vernetzt, nicht wahr?

    • Deine Interpretation ist in der Tat erschreckend, und ich kann nicht sagen, dass PentAgrion zu anderen Schlüssen gelangt wäre, denn ebensolche Andeutungen habe ich bei ihm durchaus gelesen. Zumindest fällt sein Urteil über die menschliche Kultur nicht schmeichelhaft aus. Alles müssen wir aber unter Vorbehalt nehmen, denn wir wissen nicht, wer das Umleitungsbild verbrochen hat.

      Die Fingerakrobatik von Frau Merkel hat Merzmensch gezeigt …
      http://merzmensch.blog.de/2009/09/29/merkelati-7063673/
      … und auch die Quelle angegeben.

      • Vielleicht ist es aber auch nur der klägliche Versuch eine neue Form des ‚under construction‘-Hinweises einzuführen. Und weil der Constructor gerade Bananen-Bunny-Pause macht, dauert das Ganze noch eine Weile. Da könnte man jetzt auch wieder Vermutungen darüber anstellen, ob nicht einfach versucht werden soll den Internetnutzer auf diese Weise von Informationen fernzuhalten.

        Vielleicht bedeutet das ‚Error‘ auch einfach, dass die omnipräsente mediale Bespaßung die Impotenz (vielleicht verwendet Herr PentAgrion dies als Metapher für Unmündigkeit) der Nutzer zur Folge hat.

        Oder es sollen mit der Banane und der halbnackten Frau Grundbedürfnisse des Menschen angesprochen werden, die den Eindruck erwecken sollen, dass unreflektierte Mediennutzung ebenso lebenswichtig ist wie Essen, Schlafen und Arterhaltung.

  8. Wahrscheinlich hat der junge Mann da irgendwann heftige Kopfkrämpfe vom umfangreichen Lesen in den Dokumenten der Weltformel bekommen und isst deshalb das magnesiumstarke Obst. Allerdings hat er dabei offensichtlich die Seiten mit seinen klebrigen Bananenfingern angefasst und jetzt kleben sie zusammen.

    (Auf dem „ERRoR“-Schild wird übrigens ganz klar angegeben, das Hemdem mit einem solchen Muster (####) nicht erwünscht sind.)

  9. Naja, zum einen hätte man das Schild vor dem Hintergrund des Hemdes ja kaum gesehen, und zum anderen könnte es eine Warnung sein, dass wer solche Hemden trägt, wenig Aussicht hat, seine, äh, männliche Manifestation irgendwo an realer Weiblichkeit anzubringen. Und deswegen bleibt nix anderes übrig als, äh, Lesen.

    So oder ähnlich funktioniert’s doch in der Welt! 😉

  10. das ist die zukunft des staatlich und anderweitig begrenzten aber dennoch weltweiten internets: es werden gewebeplätze besprochen, die es gar nicht gibt!

    • Du zweifelst an der Existenz des schwarzen Internets?

      • ich komme mir bei deiner frage vor wie in einem restaurant, in dem ich bisher stets das gleiche gegessen habe, schnitzel mit salzkartoffeln und gemüse, und ich bin eigentlich immer satt geworden, aber nun, in die enge der zweifel getrieben, entsteht in mir die gegenfrage: was ist denn sonst noch so alles im angebot?

        • Ein schönes, treffendes Bild. Ich will dir auch keinesfalls den Genuss verderben. Die Sache mit dem scharzen Internet relativiert sich bereits, wenn du die Passage über Mark Lombardi liest.

          • wäre mal interessant, was mit einem blogger passiert, der solche lombardereien hier bezogen auf unser bloghüttlein erstellt und präsentiert. material dazu gäbe es zur genüge, nur eingesammelt und zusammengestellt müsste es noch werden…

  11. Hat PentAgrion seine Studien in deutsch geschrieben ?

    • Unter anderem. Er hat die Studien in jeweils der Sprache verfasst, die in der Gemeinschaft gesprochen wird, die er ethnologisch untersucht hat. Näheres im bereits veröffentlichten Teil 2.

  12. Hat PentAgrion seine Studien in deutsch geschrieben ?

  13. wo bitte, steht denn der error? doch da, wo der unterleib anfängt. die banana, nun, kann die nicht auf die abstammung weisen? und was die orale befriedigung angeht, nun auch da könnte die entblößte brust, die banane und auch die flasche signale setzen. die tatsache, dass dieser mensch einen gelben schutzhelm trägt, was ihn als ja lediglich als gemeinen arbeiter ausweist, könnte ebenfalls auf den rudimentären ansatz seiner entwicklungsstufe hinweisen – aber genug der spekulationen, was bitte, ist eigentlich so spannend an den verschollenen papiren?

  14. Ich glaube, die Banane weist auf den bisherigen Verlauf der menschlichen Evolution hin. Schaut man genau hin, dann hat das Gesicht des Herren eindeutig affenähnliche Züge!
    Dass dann just dort, wo der Fortpflanzungsapparat des Mannes sich befinden sollte, nur „Error“ zu lesen steht, bedeutet nicht mehr und nicht weniger als *trommelwirbel* *spannung erzeug*:
    DIE MENSCHHEIT IST AM ENDE!
    Der Bauhelm-Mann ist das letzte Glied in der Kette! Es wird keine Weiterentwicklung der menschlichen Art geben, wir sind zum Aussterben verdammt, die Apokalypse ist nah!!!! *panisch kreisch* *haare rauf*
    Und Schuld ist nur die Erfindung des Oralsex, wie die Banane ganz klar zeigt. Und natürlich die Verschwendung männlicher Energien auf pornographische Druckmedien.

    Der einzige Ausweg, um das Elend dieser vertrackten und ausweglosen Situation besser zu ertragen, ist ausufernder Alkoholkonsum bis zum bitteren und baldigen Ende (siehe auch die Flasche).

  15. Das beunruhigendste an der Botschaft ist wohl, dass sie beruhigt. Kann nicht erklären, wieso.

    • Vielleicht weil das Beunruhigende das Beruhigende enthält?

      • Da du empfiehlst, möglichst textnah forschend sich zu informieren, also wieder googeln.
        Usjh? Gibt es das? Und wenn, wo?

        Usjh 3

        Wie zu erwarten, wird aufgefordert ein wenig im Teppichhaus zu eruieren, „wat Wunner“, aber was soll nun dieser Satz? Eine geheime Botschaft?

        Usjh ! Nasty, horrid bugs ! You bold old man ! Oh ! I am fainting. Catch me ! Where’s my fan ? [Pretends to be about to faint.}

        Nur wer ist der selbstsichere alte Mann, wer der begeisterte Anhänger? Worin besteht der Grund zur Ohnmacht?
        I havent’the faintest idea.
        Da komme ich schon ins Grübeln, wenn ich an anderer Stelle in einer Nebenlinie lese: „Leider fühle ich mich heute wie ein Außerirdischer.“

        🙂

  16. Herrlich, was du alles findest. Vielen Dank! Immerhin, ein erster Hinweis auf den Planeten Usjh. Und auf einen, der manchmal geglaubt hat, von da auf die Erde verschlagen worden zu sein. 😉 Das ist aber nichts Anstößiges.

    Catch me, if you can.

  17. … auch manifestiert sich das Männliche zuweilen gleichfalls im Gesicht: da wachsen Haare…

  18. … auch manifestiert sich das Männliche zuweilen gleichfalls im Gesicht: da wachsen Haare…

  19. weltformel…?

    na – rund!

    :))

    greetings

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