Nasse Socken im Rampenlicht

Ich gehöre zu den Leuten, die ihrer Waschmaschine gerne beim Waschen zusehen. Manchmal kann ich mich gar nicht lösen vom dramatischen Geschehen, das das Bullauge meiner Waschmaschine offenbart, und ich habe manches aufwändig gestaltetes TV-Programm sausen lassen, weil ich vom Waschvorgang einfach nichts verpassen wollte. Wenn ich bedenke, dass an gewissen TV-Formaten ganze Hundertschaften beteiligt sind, die aufzuzählen ich jetzt echt zu müde bin, aber es fängt an beim Reinigungspersonal und den Kulissenbauern und endet nicht beim Ohrfeigengesicht, das die Sendung präsentiert, sondern da sind noch die Schufte in der Redaktion, die das Elend zu verantworten haben. Deren Leistung toppt meine Waschmaschine locker mit ihrem Sparprogramm. Wenn ich boshaft wäre, könnte ich sogar behaupten, ich hätte bei allen Filmen mit Til Schweiger lieber meinen nassen Socken zugesehen, wie sie im Waschvorgang mancherlei verschiedene Formen angenommen haben und jederzeit vielfältiger, im Ausdruck faszinierender und überhaupt ansehnlicher waren als der oben genannte Schauspieler, dessen Namen ich lieber nicht mehr nenne, denn wer macht das hier wieder sauber? Ich kann ja nicht meinen Bildschirm nehmen und ins Kochprogramm stecken. Oder doch?

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