Die Papiere des PentAgrion (3) – Tod auf dem Dachboden

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Man möge mir nachsehen, dass ich im letzten Kapitel schwere Kost vorgesetzt habe. Ich bin nicht verantwortlich, keinesfalls, für die Beschaffenheit der Kost, sondern habe nur die Zutaten zusammengetragen, zubereitet und angerichtet, so gut ich konnte. Es war leider nötig, quasi unabdingbar. Unvermeidlich nicht nur, um die späteren Ereignisse, Zwischenfälle, Begebenheiten und Entwicklungen einordnen und verstehen zu können. Auch mir muss ich schreibend einen Überblick verschaffen, muss schauen, wie die Dinge zusammenhängen, vernetzt, verknotet sind. Die Exkurse über Sprache und vor allem über das Übersetzungsproblem von Sprachen sind unbedingt erforderlich, weil PentAgrion in seinen Papieren behauptet, in der Art, in der sich Menschen der Sprache bedienen, liege der Schlüssel für das Verständnis des insgesamt destruktiven Verhaltens der menschlichen Art.

Auf der Skala1 von +5Konstruktiv und -5Destruktiv muss man die menschliche Art bei -6Destruktiv ansiedeln. Auf Skala2, der nächst höheren semantischen Stufe, bedeutet -6Destruktiv: Die menschliche Art ist in der Erzeugung von Destruktivem um einen Punkt besser, als es für die kosmische Ordnung gut wäre. Kurz gesagt: Der Mensch produziert zuviel Mist.
Aus den Papieren des PentAgrion

Vor einiger Zeit habe ich öffentlich mitgeteilt, dass ich unter einer Schreibhemmung litt, vielmehr habe ich es nicht mitgeteilt, denn als ich darüber schrieb, war die Blockade bereits weg. Wie sonst hätte ich darüber schreiben können. Lediglich eine Analyse meiner Veröffentlichungen der letzten Monate im Teppichhaus lassen ahnen, wann, zu welchem Zeitpunkt die Absperrung total war. Zeitweise schien sie brüchig zu werden, und es gelang mir, den einen oder anderen Satz nach draußen zu schleusen. Ich habe dazu Planken aus dem Verschlag reißen müssen, die sich über Nacht, wenn ich schlief, gelockert hatten und hervorstanden. Als eines Morgens nur noch ein wirres Brettergerüst stand, mit Latten kreuz und quer, da erst konnte ich schreibend vermelden, was mit mir los gewesen war. Nicht aber konnte ich die Wahrheit sagen, denn die eigentlichen Gründe und Ursachen ließen sich nicht mitteilen, sondern blieben an herausstehenden Nägeln, an den Splittern zerborstener Bretter hängen und zerplatzten, lösten sich in Nichts auf, waren einfach weg.

Man genehmige, gestatte, erlaube mir, dieses Bild der Blockade ins Beispiel zu übersetzen: Ich hatte nicht zwei Sätze geschrieben, da begann ich, mit dem einen oder anderen Wort zu hadern, ja, einen regelrechten Zwist auszutragen. Ich sah die Wörter scheel an, stellte ihren Platz im Satz in Frage, schob sie nach hinten, dann wieder nach vorn. Dann schalt ich sie und schimpfte ich mit ihnen, wenn sie sich an ihrem neuen Platz nicht in die korrekte deutsche Satzform einfügen wollten. „Fehlende grammatische Kongruenz!“, brüllte ich, und nun bereits zornig, immerhin missgestimmt oder leicht verärgert, eher betrübt, stellte ich die Wörter ganz in Frage und drohte ihnen nicht nur, sie gegen andere einzutauschen, ich tat es auch. Eins ums andere warf ich raus, löschte es, um ein Exempel zu statuieren, die anderen kirre zu machen. Das aber darf man mit Wörtern nicht machen. Sie werden rebellisch, bilden Banden, Gewerkschaften, wählen einen Fürsprecher, und der sagt, leck uns doch, wo wir schön sind. Sie dienen nämlich nur dem, der sie liebt und hätschelt. Dann entfalten sie sich freiwillig und tragen Sinn in den Satz.

Und das ist das Problem. Sagt PentAgrion. Der Sinn sei nämlich in den menschlichen Sprachen nur angelegt. Er entfalte sich erst eigentlich aus den Wörtern, aus ihrem emotionalen Bedeutungsfeld, das bei jedem Menschen anders gelagert sei. Diese eigenmächtige Sinnerzeugung sei dem Menschen nie bewusst. Daher glaube er bei jeder Äußerung, er hätte den Sinn genauso hineingelegt in den Satz, wie er wieder herausspringt. Das aber sei ein Irrtum mit verheerenden Folgen für den Austausch von sprachlicher Information und das Denken schlechthin. Denn jeder Mensch vertraue so blindgläubig diesen Worthülsen, dass ihm nur ein Denken auf bedauerlich niedrigem Niveau gestattet sei. Bedauerlich nicht für ihn, sondern für die Ordnung, das Gleichgewicht im kosmischen Plan.

Daher meine
Schreibhemmung, denn nachdem ich PentAgrions vernichtende Analyse der menschlichen Sprache gelesen hatte, konnte ich nicht einem Wort mehr trauen. Zum Glück, ja, wirklich, und glücklicherweise bin ich vergesslich. Ja, es ist meine hervorragende und beste Eigenschaft. So hatte ich nach einer längeren Schreibpause das Misstrauen gegenüber den Wörtern beinah vergessen. Sie verziehen mir, schmollten noch, dann sprangen sie mir wieder hurtig bei, und eben wollten sie sich sogar überschlagen und boten sich voller Übereifer an, drängten sich in Gruppen zu zweit und dritt in meine Sätze, so dass manches sogar zwei und dreimal gesagt wird. Es regt sich hier einfach die Stimme der Vernunft. Ein anderes Mittel als unsere Sprache haben wir nicht. Wie also sollten wir diese Welt verstehen, wenn wir unser einziges Übersetzungsprogramm wegwerfen, in die Tonne treten, ohne ein neues zu haben, Herr PentAgrion!

Tote Spur

Heute morgen habe ich die Sache Stijn van de Voorde weiterverfolgt. Das Ergebnis ist enttäuschend. Die Spur zu seiner Expedition Antarctica ist kalt, eiskalt sogar. Die Radiosendung wird nicht mehr ausgestrahlt, endete bereits am 2. März 2008. Und klickt man den Link an, unter dem angeblich noch weitere Informationen aus erster Hand zu finden wären, … deprimierend.

Seit einigen Tagen muss ich mir eingestehen, dass da wer im Kaminschacht in der Ecke meines Schlafzimmers wohnt, zumindest sich gelegentlich aufhält. Eine Weile war ich nächtens hochgeschreckt von einem unerfreulichen Schaben und Kratzen in der Wand, das ich beim besten Willen nicht dem Wind zuschreiben konnte. An einem hellen Morgen wollte ich der Sache auf den Grund gehen, bin also in den Keller hinabgestiegen, um zu sehen, ob sich vielleicht im Kaminschacht eine Öffnung befindet, durch die man aufsteigen kann bis zur ersten Etage. Mein Keller ist weiträumig und verwinkelt, reicht aber offenbar doch nicht bis unter mein Schlafzimmer. Falls der Kamin einen Kellerzugang hat, dann muss er sich im Nebenkeller befinden, und den zu untersuchen, daran ist kein Denken, der ist schon seit längerem durch einen Klebestreifen mit amtlicher Marke versiegelt.

Mir ist klar, dass sich auch ein Zugang auf dem Speicher befinden könnte. Dort bin ich noch nie gewesen, und kann mich auch nicht dazu entschließen hinaufzusteigen. Mir geht seit einigen Tagen nämlich die dubiose Geschichte des US-amerikanischen Künstlers Mark Lombardi durch den Kopf. Sie widerspricht Costers These, die wirklich wichtigen Informationen würden Zug um Zug ins schwarze Internet abwandern, soweit sie nicht vorher schon da waren.

Mark Lombardi wurde am 22. März 2000 auf dem Dachboden gefunden. Er hing an einem Balken. Andere Quellen sprechen davon, er habe in seinem Atelier gehangen. Sein Tod wurde von der Polizei vorschnell als Freitod gewertet. Lombardi hatte jedoch zuvor in nächtelanger Arbeit sein Meisterwerk BCCI-ICIC & FAB, 1972-1991 restauriert, das durch einen Wasserschaden zerstört worden war. Das Bild sollte in einem New Yorker Museum ausgestellt werden. Warum hätte er das Bild noch restaurieren sollen, wenn er ohnehin nicht mehr leben wollte.

Lombardis Bilder hatten schon in einigen anderen Museen gehangen. Auf diesen wandfüllenden Tableaus sind die internationalen Verflechtungen von Konzernen, Interessengruppen und Politikern grafisch dargestellt. Es wird berichtet, ein Journalist des Wall Street Journals, der über die Beziehungen zwischen der Bush-Familie und der Familie BinLaden recherchierte, soll 40 Minuten vor dem Bild BCCI-ICIC & FAB, 1972-1991 gestanden, immerzu nur „O, Gott!“ gemurmelt haben. Mark Lombardi hat stets betont, dass er all seine Informationen für diese gigantischen Soziogramme geheimer Netzwerke aus frei zugänglichen Quellen zusammengetragen hat. Einige der Journalisten seien aber ermordet worden.

Fortsetzung: -6Destruktiv

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47 Kommentare zu Die Papiere des PentAgrion (3) – Tod auf dem Dachboden

  1. Stimmt. Der Satz „Ich leide an einer Schreibblockade“ straft sich selbst bzw. seinen Autor Lügen, es sei denn, der Autor hätte ihn zu einem Zeitpunkt niedergeschrieben, zu dem er nicht an einer Schreibblockade litt, einzig um ihn durch Kopieren und Einfügen veröffentlichen zu können, wenn eine solche Blockade einmal einträte. Dies würde aber bedeuten, dass der Satz zum Zeitpunkt seiner Niederschrift eine Lüge darstellte, und es erhebt sich die Frage, ob eine Lüge von ehedem später einfach so als Wahrheit durchgehen darf.

    Das bringt mich zu der Überlegung, ob man einem Schild „Außer Betrieb“ (an einem Fahrstuhl beispielsweise) einfach so trauen sollte. Man kann davon augehen, dass es nicht erst gedruckt wurde, als der Fahrstuhl defekt wurde, sondern in einer Abstellkammer verwahrt war, wo es nur irreführen konnte, da die Abstellkammer offensichtlich nicht außer Betrieb war, solange etwas in ihr abgestellt werden konnte.

    PentAgrions Feststellung, dass Menschen ausgesprochen verantwortungslos mit Worten umgehen und hierin die Hauptursache für das destruktive Gesamtverhalten der Menscheit liegt, kann nicht von der Hand gewiesen werden. Indessen bezweifle ich, dass mein Arbeitgeber dies als Entschuldigung gelten ließe, wenn ich acht Stunden lang vor der Fahrstuhltür stünde, statt an meinem Schreibtisch zu sitzen.

    • Der Satz „Ich leide an einer Schreibblockade“ müsste eigentlich korrekt so geschrieben werden:
      Ich leide an einer Schreibblo

    • Auf meinen Fahrten durch das Umlands von Hannover bin ich mehrmals an Warnschildern vorbeigekommen, die nicht mehr galten, weil die Ursache für die Warnung schon beseitigt war, nicht aber das Schild. Das bestätigt deine Überlegungen. Es wäre mir jetzt aber arg, wenn du dieser Erkenntnis wegen sozusagen paralysiert vor dem Aufzugschild stündest und deshalb in Schwierigkeiten kämest. Was wissen wir schon über die Absichten des PentAgrion. Vielleicht ist er auch nur ein kosmischer Leuteverwirrer.

      • Im Treppenhaus meiner Kindheit hing permanent das Schild (handgemalt!) „Vorsicht! Frisch gebohnert!“. Die Portiersche war tüchtig, aber täglich bohnern… nee. Ich hatte also früh Gelegenheit, mir über den Wahrheitsgehalt von Schildern Gedanken zu machen. Außerdem habe ich ein Faible für Treppen. Sie können bei reichlichem Gebrauch die Morgengymnastik ersetzen, sind fotogen und werden im Brandfall selbst vom Fahrstuhl anempfohlen. Aber wer liest im Brandfall schon Schilder? Da guckt man höchstens noch nach Fluchwegschildern, und die weisen NIE auf einen Fahrstuhl (wenn auch manchmal auf verschlossene oder versperrte Ausgänge).

        Und Du meinst „die da draußen“ machen sich die Mühe, uns zu verwirren? Das schaffen wir doch selbst ganz prima. Die einzigen wissenschaftlichen Erkenntnisse, die nicht verwirren, sind die, für die es keiner Wissenschaft bedurft hätte. Gestern hörte ich einen Radiokommentar zum Ergebnis einer Studie über das Blinzelverhalten von Kinobesuchern. Durch genaue Beobachtung von Testpersonen haben sie herausgefunden, dass die meisten von ihnen in genau dem Augenblick blinzeln, wenn ein besonders attraktive(r) Darsteller(in) von der Leinwand verschwindet. Na. wer hätte das gedacht! Nach längerem Anstarren erfolgt ein Blinzeln, wenn das Angestarrte außer Sicht gerät. Das kann man an sich und anderen täglich beobachten.

      • Du solltest Äpfel nicht mit Birnen vergleichen. Fehlende Straßenschilder sind gewollt und werden beim Planung-Malefiz der Straßenbaubehörde aktiv eingesetzt, um Autofahrer in den Wahnsinn zu treiben. Schon mal bei sonnigstem Sommerwetter von einem Verkehrsleitschild aufgefordert worden wegen drohendem Nebel auf der Autobahn 40 km/h zu fahren? Nein? Nun ja, auf der A8 ist mir das passiert und ich wusste, ein Kilometer später steht eine fest installierte Radarfalle.
        Ich sehe nicht was dein PentAgrion mit den sadistischen Hirnen der Straßenbehörde gemein haben sollte. Außer …

  2. Mein lieber Scholli, hier hast du aber echt einen, nein, gleich drei dicke Brocken serviert! Aber eins sag ich dir, diesen Stijn van de Voorde spüren wir noch auf. Mein Hund mag keine Zähne mehr haben, die Nase ist aber noch dran :>

  3. Ich stelle mir gerade die Frage, was hat eigentlich Coca-Cola damit zu schaffen? Und wenn ich den letzten Satz richtig verstanden habe, dann machen die irgendwas mit ihren ‚Steinchen‘, was Dauerhaftes. Und dann ist der Text abgeschnitten.
    Wenn solche Weltumspannungsgetränkelieferer im Spiel sind, dann kann man doch Theorien spinnen die einem die Haare zu Berge stehen lassen.

    Was servieren Sie uns als nächstes? Mc Donald’s? Okay! Die hatte ich auch schon lange im Verdacht Schlechtes zu (ver)treiben. Und die ganzen anderen Presspappe verkäufer auch! Aber kommen Sie mir nicht mit Brezeln. Niemand der Brezeln mag oder verkauft führt Böses im Schilde.

    • Ich glaube, Coca Cola hat die Antartica Expedition gesponsert, um das schlechte Image loszuwerden, ein großer Umweltschädling zu sein, z.B. in Indien, wo man durch das Abzapfen von Grundwasser für das Versalzen von Feldern verantwortlich ist und die Bauern ums Brot gebracht hat.

      Bin überrascht, dass du ausgerechnet über SALZbrezeln schreibst.

      • Ich habe nicht explizit über SALZbrezeln geschrieben. Dieser Gedanke stammt von Ihnen.

        Kleiner Exkurs: Bei meinem liebsten Brezeldealer gibt es auch Brezeln mit Zucker – ich glaube sogar mit Zimt – Zwiebeln und Schinken. Wobei ich Schinkenbrezeln noch nie angerührt habe. Aber das nur am Rande…

        Welche dunklen Zusammenhänge vermuten Sie denn hinter PentAgrions Papieren, dem schwarzen Internet und den Salzbrezeln? Sollten wir in Zukunft auf Botschaften in der Nahrung achten, beeinflußt sie gar unser Denken und Handeln? Sicher gibt es nicht umsonst den Spruch ‚Du bist was du ißt.‘ Am Ende dürfen wir uns nur noch von schwingungsfreiem Wasser und trocken Brot ernähren. Keine rosigen Aussichten!

        • Offenbar bin ich einer Projektion erlegen. Natürlich gibt es auch süße Brezeln. Ein entfernter Verwandter von mir kennt jemanden, der sie schon mal gegessen hat 😉

          War Spaß. Im Rheinland isst man zu Neujahr eine große süße Brezel mit Zuckerkörnern drauf.

          „Du bist, was du isst“, dass ist zweifellos richtig, wenngleich nicht für jeden schmeichelhaft.

  4. Ich denke mal ein Hund der ohne Zähne auskommt braucht auch keine Geruchsprobe :>>

  5. Hmm… sehr verwirrend das alles,… PentAgrions Verweis auf die mit vielfältigen Schwierigkeiten behaftete Sinnerzeugung durch die Kommunikation könnte ein Hinweis auf die völlige Sinnlosigkeit von allem sein… dafür spricht auch der Exkurs zur Schreiblockade, als Synonym für Denkblockade… die vollkommene Sinnlosigkeit des Denkens an sich… leuchtet mir ein… andererseits Lombardi… heißt das nicht, ALLES ist offenbar, nichts ist geheim, man muss nur richtig hinsehen, ordnen, strukturieren?
    GEHE NICHT AUF DEN DACHBODEN! UNTER KEINEN UMSTÄNDEN!

    • Deine Schlüsse wirken auf mich plausibel. Bezieht man die Bilder Lombardis ein, könnte man sagen, dass die Verschmelzung von Bild und Text in einer Grafik z.B. einen Ausweg aus dem Dilemma zeigt. Die künstlerische Erfassung der Welt als Ergänzung zur alltäglichen, ungenauen Wirklichkeitswahrnehmung.

      Ich glaube, den Dachboden muss ich einfach untersuchen. Eventuell werde ich filmen. Das würde mir das Gefühl geben, nicht allein zu sein.

  6. Was wäre, wenn du und andere schreibaffine Menschen just DANN an einer Schreibblockade litten, wenn jemand ihre Gedanken – in Form vorformulierter Worte – aus dem Kopf saugte, bevor sie Gaumen und Zunge erreichen konnten? Ich nehme an, dieses Wissen wird in irgendeinem schmuddeligen Container gelagert, dessen Inhalt regelmäßig ins schwarze Internet übertragen wird.
    Nur: Wo könnte dieser geheime Container sein? Willst du nicht doch mal auf dem Dachboden nachschauen gehen…?

    • Schon oft habe ich mir eine Art vorgestellt, die sich von den Gefühlen der Menschen ernährt. Und sie lecken sich die Lippen nach Leid, Hader, Zorn, Lust und Überschwang. Sie halten uns deshalb wie Vieh auf den Weiden. Wenn ich deine Gedanken aufgreife, dann schwimmt alles in Behältnissen gleich Containern und wartet nur darauf, dass ein mitleidloser Sternenkoch es ergreift, um daraus eine Mahlzeit für diese ungeheuerlichen Gourmets zu bereiten.

      Ja, ich werde den Dachboden bald aufsuchen.

      • Die Erfindung des Internets muss für diese Gourmands… pardon, Gourmets einen riesigen Populationszuwachs bedeutet haben. Eine Plattform, die Gefühle und Gedanken quasi topaktuell zugänglich macht, auch noch für die Ewigkeit konserviert…. so etwas wie eine globale Menschengefühls-Vorratsgefriertruhe für Gefühlsschmarotzer-Aliens! Eine tolle Idee.
        Ich denke, der Springerverlag arbeitet mit den mitleidlosen Alien-Sterneköchen eng zusammen. Mit seinen emotionssteuernden Druckmedien für die Massen, die Emotions-Nutztierherde streicht er quasi den Lackmus aus, auf dem die Volksseele wuchert wie ein Bakterienrasen….

      • Ooops… sorry…. da war wohl noch mein Mann eingeloggt :))
        Das war natürlich ICH und nicht er!

        • Die Verwirrung nimmt erkennbar zu. Dein Mann/Du, ihr habt beide Recht. Das Internet ist quasi die unerschöpfliche Vorratskammer. Und wir müssen auch hier vermuten, dass gelegentlich eingegriffen wird, verwirrende Botschaften gestreut werden, allein um starke Gefühle zu provozieren.

  7. steht denn die plötzliche aufhebung deiner ehemaligen schreibblockade in direktem oder in indirektem zusammenhang mit den mysteriösen toten journalisten plus lombardi? oder anders gesagt: rotz raus das zeug, solange du noch kannst!

  8. Ich traue deinen Worten nicht mehr. Du versuchst etwas zu verstecken, zu verheimlichen, zu vernebeln. Lombardi ist deine Nebelbombe für uns Leser. Was hat Lombardi mit schreiben zu tun? Wir alle wissen doch, was am 22. März 2000 war! An dem Tag war der jährliche „Weltwassertag“. Fürchtete Lombardi Hochwasser, dass er sich hoch unter eines Dachbalkens erhängte?
    Wirtschaftlich durchbrach der Aktienindex S&P 500 am 22. März 2000 erstmals die 1.500 Punkte-Marke. Hatte Lombardi auf das Gegenteil gesetzt und verloren? Der erste Börsenspekulant, der die Börsenkrise 8 1/2 Jahre vorweg nahm?
    Der 22. März ist allerdings auch der „Tag der Kriminalitätsopfer“, mit dem der „Weiße Ring“ die Nicht-Opfer mahnen will. Und Lombardi erhängt sich?
    Du verschweigst was.
    Und deine Schreibhemmung. Schreibhemmung? Das ist doch ein Synonym für was anderes. Du musst es uns erklären.
    Es ist klar, der Mensch ist ein destruktives Wesen. Um zu leben, muss er seine Umwelt zerstören. Wir nennen es euphemistisch „die Welt anpassen“. Die Bibel wird schon genauer: die Welt Untertan machen. Und PentAgrion versucht die Menschheit in ihrem Schöpfungsdrang quantitativ zu bemessen bezüglich den Auswirkungen des menschlichen Seins an sich.
    Mir fehlt da einiges. Ich warte auf deinen nächsten Teil.

    • Woher dieses Misstrauen? Habe ich dir nicht erst kürzlich in unserer streng geheimen Korrespondenz die Wahrheit komplett enthüllt? Dass nämlich alles wahr ist und nicht gelogen?

      Ja, du findest Äußerungen, die deine Zweifel nähren könnten. Wo nichts schon ist, was es bedeutet, wo alles erst seine Bedeutung bekommt, indem man ihm die Bedeutung gibt, sind die Zweifel wohl am Platz. Aber MIR kannst du doch vertrauen, dass ich immer hart an der Wahrheit vorbeischramme, so gut ich kann.

      • Dieses Mißtrauen? Ein amtlich versiegelter Nebenkeller. Lombardi am Balken. Und dazwischen du mit einer Holzplanke, zwischen Himmel und Erde um Kongruenz kämpfend. Und du wunderst dich, dass ich mich wundere?
        Dein Versuch, aus unserer privaten Kommunikation öffentlich zu zitieren, das gehört zum schwarzen Internet. Oder um mit Star Wars zu sprechen: Fühlst du die dunkle Seite der Macht?
        Ich kann mich irren und ich hoffe sehr. Aber deine Andeutung mit Antartica läßt mich vor Kälte schaudern, denn ich hasse Schnee und Kälte.

    • Lombardie steht für die Macht der Bilder.
      Begann nicht die beunruhigende Vewirrung mit dem linkischen Mann mit Banane in seiner tiefgründigen Darstellung, der den erhellenden Zugang zu PentAgrion versperrte.
      Und erst durch die Offenbarungen des PentAgrion überwand Herrn Trithemius die Schreibhemmung entgültig, die den bloggend im Netzt sich profilierenden Agitatoren übergestülpt wurde von wem auch immer, um dem drohenden Internetcrash entgegenzuwirken.
      Jedoch, wenn das „weiße Netz“ des Prekariats zusammengebrochen ist, wird das „schwarze Netzt“ auch weiter seine unheilvollen Fäden spinnen, sodass jedes unbotmäßige Eindringen in selbeiges eine Bedrohung bedeutet.
      🙂

      • O, du hast Recht, was die Gründe für die seuchenartige Verbreitung der Schreibhemmung betrifft, und Mogigrafie, Chirospasmus allüberall. Mit der Macht der Bilder werden wir unterdrückt, um einen Internetcrash zu verhindern, wenigstens hinauszuzögern. Seit Jahren nervt mich schon die „Textfee“ in meinem Header mit ihrem Schild: „Verstopfen Sie das Netz nicht durch übberflüssige Datenmengen!“ Ich weiß nicht, wer mir dieses Bild ins Firmenlogo montiert hat, aber wenn ich richtig recherchiert habe, dann stammt die angebliche „Textfee“ aus einer Telekomwerbung. Schon wissen wir, wer hinter allen Schreibhemmungen steckt. Sie brauchen die Ressourcen und Rechnerkapazitäten für das schwarze Internet, drum müssen wir uns immer mehr einschränken.

  9. Der linkische Herr mit Banane und Schutzhelm hält demonstrativ einen Playboy in der Hand und hier kommen die eindringlichen Hinweise auf den Dachboden. Ergo: Playboy nicht neueren Datums!
    Playboy Nr.11 November 1991, Artikel Seite 93

    PentAgrion und playboy

    Folge ich der Spur Ossi Urchs, lese ich mit Erstaunen: „Herr Urchs, CIOs arbeiten oft im Verborgenen.“

    Wie konnte es geschehen, dass sich dir erneut ein Korridor zu PentAgrion öffnete.

    • „PentAgrion bricht sein Schweigen“, „Irrer Trip in eine andere Welt – schöner als unsere“, „Ich sehe was, was du nicht siehst“ , und die Augen kommen mir auch bekannt vor. Das alles kann ich mir nicht erklären. Da muss ich glatt noch mal auf den Dach … in den Keller und alte Kartons durchstöbern. Als ich letztens unten war, fand ich schon Papiere von Mäusen zerfressen. Hoffentlich ist Heft Nr. 11 noch unbeschädigt. Und Ossi Urch sieht auch aus, als hätte er schon Mäuse im Bart.

      In jedem Fall danke ich dir herzlich für diesen überaus anschaulichen Hinweis.

    • … in der Tat sind auch Netzstrümpfe Netzwerk…

      Und so.

      (… sorry…)

  10. Schlafzimmer ohne Keller drunter ist saukalt…

    (Von wegen: ich wäre immer so abgehoben; mitnichten bin ich den praktischen Dingen des Lebens abhold. – Oder so ähnlich!)

  11. Schlafzimmer ohne Keller drunter ist saukalt…

    (Von wegen: ich wäre immer so abgehoben; mitnichten bin ich den praktischen Dingen des Lebens abhold. – Oder so ähnlich!)

  12. das gute ein einer schreibblokade ist allerdings, dass keine polizei der welt einen deshalb wegtragen kann.

    deshalb musste sie wohl anders beschäftigt werden, die polizei, nämlich damit, zensierte leichen vom dachboden hängend abzuschneiden…

    und papiere von mäusen zerfressen. meinen perser haben die ratten beknabbert, als er mangels wohnzimmergröße aufgerollt im keler lag. waren das die playboycovermäuse? dass mit den papieren, mein ich…

    • Im Gegenteil. Die Leute sind viel fügsamer, wenn sie nicht schreiben und sich eigene Gedanken machen. Da hat die Polizei einen leichten Job.

      Ich weiß nicht, ob Mäuse sich überhaupt für den Inhalt der Papiere interessieren, die sie zernagen. In der Handschrift von Saragossa erzählt Jan Potocki von einem Universalwissenschaftler, der sich die Lebensaufgabe gestellt hat, das Wissen seiner Zeit in hundert Bänden darzulegen. Erst nachdem er das 100. Werk abgeschlossen hat, erlaubt er sich einen Urlaub, verschließt die Tür und reist aufs Land. Wie er zurückkommt, findet er sein gesamtes Manuskript von Mäusen zernagt. Es hat offenbar gut geschmeckt.

  13. Jaja, Lombardis Werke wurden von der Inneren Sicherheit penibel untersucht. Nur mit solchen Methoden kann man einen Überwacher in ein Museum zwingen.

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