Ein Bild und seine Gedichte (5)

Erotisch wirkt Konversation
über die Abgeltungssteuer
auf die Sinne der Person,
welche einem lieb und teuer:

Leise Worte über Steuern
lüstern ins Gehör geflüstert,
tun die Liebeslust befeuern,
weil Erotik dabei knistert.

Zärtlich über Steuern schnacken,
das entfacht die Libido
und die Lust zwischen den Laken,
wie man weiß. Das ist halt so.

(nömix)

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Vor der Heirat: Abenteuer,
Lust auf Liebe, nackte Haut.
Taumelnd, blind vor Liebesfeuer
Schwur auf ewig, schnell getraut.

Sie ist, wie es sich bald zeigt
dem Mammon gar nicht abgeneigt,
hat heimlich sich was abgezeigt
bis es den Dispo übersteigt.

Die Liebe? Ach, die war einmal.
Bald einmal nur noch pro Quartal,
sein Portemonnaie wird dünn und schmal,
dagegen wächst proportional
ihr Kleiderschrank samt Schuhregal.

Von Tag zu Tag, gedankenschwer
und tiefbetrübt bemerkt nun er
dass so ein Geschlechtsverkehr
ohne Heirat bill´ger wär.

Diesem Weib, dem Ungeheuer,
das nicht lieb, sondern nur teuer,
wünscht er Qual im Hexenfeuer
oder die Vergeltungssteuer.

(Lo)

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9 Kommentare zu Ein Bild und seine Gedichte (5)

  1. Volltreffer. Versenkt.
    Inhaltlich wie sprachlich.
    Es gefällt mir sehr.
    Und der Wahrheitsgehalt?
    Nun, in Zeiten von Gender-Mainstream schweigt des Sängers Höflichkeit …

    • trithemius

      Vielen Dank!
      Zum Wahrheitsgehalt:
      Es ist ja hier das Frauenbild von Bankern zu sehen, von smarten Werbefuzzis selbstentlarvend ins Bild gesetzt. Ich habe ja nur versucht, das auf den Punkt zu bringen.

      Herzlichen Glückwunsch übrigens zum neuen Blog. Ich habe da gerade versucht zu kommentieren, aber etwas funzte leider nicht. Also meine Glückwünsche hier.

      • Danke dir. Ich habe eine Einstellung übersehen gehabt. Jetzt müsste es gehen, für alle Einträge binnen der letzten 180 Tage.

        Das Frauenbild von Bankern … ja, das kennen wir, seit Mollath … keine Ahnung, warum er mir Einfällt. Oder das was Hellmood erlebt hat, was auch nicht laOla-mäßig war …
        Du hast es auf den Punkt gebracht.
        Vor einigen Dutzend Jahren gab es regelmäßig im Immobilienteil der SZ eine aggressive Anzeige im Stile eines Comics: eine Frau mit erzürntem und entschlossenen Gesicht haute per Sprechblase den folgenden Satz raus: „Entweder du kaufst jetzt die Wohnung von XYZ-Immobilien, oder wir sind geschieden Leute.“ Das war schon abartig, was sich die Maklerfuzzis so vorstellten. …

  2. Erotisch wirkt Konversation
    über die Abgeltungssteuer
    auf die Sinne der Person,
    welche einem lieb und teuer:

    Leise Worte über Steuern
    lüstern ins Gehör geflüstert,
    tun die Liebeslust befeuern,
    weil Erotik dabei knistert.

    Zärtlich über Steuern schnacken,
    das entfacht die Libido
    und die Lust zwischen die Laken,
    wie man weiß. Das ist halt so.

  3. lo

    Vor der Heirat: Abenteuer,
    Lust auf Liebe, nackte Haut.
    Taumelnd, blind vor Liebesfeuer
    Schwur auf ewig, schnell getraut.

    Sie ist, wie es sich bald zeigt
    dem Mammon gar nicht abgeneigt,
    hat heimlich sich was abgezeigt
    bis es den Dispo übersteigt.

    Die Liebe? Ach, die war einmal.
    Bald einmal nur noch pro Quartal,
    sein Portemonnaie wird dünn und schmal,
    dagegen wächst proportional
    ihr Kleiderschrank samt Schuhregal.

    Von Tag zu Tag, gedankenschwer
    und tiefbetrübt bemerkt nun er
    dass so ein Geschlechtsverkehr
    ohne Heirat bill´ger wär.

    Diesem Weib, dem Ungeheuer
    das nicht lieb, sondern nur teuer
    wünscht er sich im Hexenfeuer,
    oder die Vergeltungssteuer.

  4. Lo

    Korrektur:

    Diesem Weib, dem Ungeheuer,
    das nicht lieb, sondern nur teuer,
    wünscht er Qual im Hexenfeuer
    oder die Vergeltungssteuer.

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