Freitagstexter – Ein Fenstersturz brachte den Sieg

Herzlichen Dank allen Teilnehmerinnen und Teilnehmer für insgesamt 11 Einsendungen, von denen Blogfreund Careca seine wieder zurückgezogen hat, weil die Plattform Blog.de im Dezember schließt. Das ist verständlich. Im Braunkohlegebiet meiner Heimat habe ich das Sterben von Dörfern erlebt, die in 25 Jahren weggebaggert werden würden. Da hat dann auch niemand mehr ein neues Haus bauen mögen. Das Verschwinden von Blog.de ist sehr bedauerlich, denn auch das Stammhaus des Teppichhauses steht dort.

Die Jury hat bis in die frühen Morgenstunden getagt. Im Verlauf einer hitzigen Diskussion fiel in der Nacht einer der Teppichhaus–Humorexperten aus dem Fenster, doch sonst lief die Wahl des Freitagstexters harmonisch ab. Kollege Shhhhh hat es mit: „Anneliese war glücklich. Die erste Hürde auf dem Weg zum Führerschein, das Tauschen eines defekten Radios, hatte sie mit Bravour gemeistert.“ leider nicht aufs Podium schaffen können, obwohl es gut gefallen hat. Eine Prämierung hätte zu sehr nach Schiebung ausgesehen, weil der Pokal von ihm ins Teppichhaus kam.

Ebenfalls nicht geschafft hat es Bee mit seinem wunderbar surreal anmutenden: „Dass Helga für die neue Mikrowelle immer eine Portion Arabisches Reiterfleisch parat hatte, ahnte natürlich keiner.“ Das Urteil der Jury: „Der Beitrag eröffnet zwar neue geistige Horizonte, ist aber fürs Podium zu schräg!“ Schande! So urteilen verfluchte Vegetarier.

Anders Frau Kollegin testsiegerin, die den Sieg ja schon im Namen trägt. Ihre Einsendung: „Schaut aus wie ein normales Kofferradio, ist in Wahrheit aber eine Schuhschachtel. Und kein blödes Gemotze mehr vom Verlobten über die Anzahl der mitgenommenen Schuhe!“ thematisiert ein „typisches Frauenproblem“, wie böse Zungen behaupten, beispielsweise der ausgewiesene Frauenkenner Hanno P. Schmock. „Küss die Hand, gnä Frau!“ Aus Gründen der PC wurde Schmock überstimmt und es gab leider nur Platz drei.

Gut gefallen hat der Vorschlag von Kollegen Kulturflaneur, der offenbar genau hingeschaut hat: „Brigitte ist vom ersten Cabrio für Frauen begeistert: Besonders praktisch findet sie, dass Autoradio und Beauty Case austauschbar sind.“ Das trifft zwar ziemlich gut den Zeitgeist der 1950er Jahre, erklärt auch den Griff der Dame unter das Armaturenbrett, hat aber nicht gewonnen, weil der Fürsprecher wie berichtet leiderleider 🙁 aus dem Fenster gefallen ist.

Das machte den Weg frei für den feinen humorigen Vorschlag des Kollegen derChristoph:
„Ein Hinweis von Freie Welle Wuppertal: Den besten Hörgenuss in Ihrem Automobil erzielen Sie bei ausgeschaltetem Motor. Eine gute Fahrt und gute Unterhaltung wünscht Ihnen: Freie Welle Wuppertal“

Die „gute Fahrt“ bei „ausgeschaltetem Motor“ löste allgemeine Heiterkeit aus. Was für eine herrliche Welt ist in diesen wenigen Sätzen skizziert, in der Frauen statt Auto zu fahren an ihrem Kofferradio lauschen(„SCHMOCK!“). Und wie befreiend gleitet die Skizze einer Welt schweigender Motoren heran auf der alliterierenden „Freien Welle Wuppertal.“ Deshalb TUSCH! Und Platz eins! Herzlichen Glückwunsch! Die Freitagstexter treffen sich ab Freitag bei der Christoph. (Einen solchen grammatisch schrägen Satz wollte ich immer schon mal gerne schreiben.)

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