Die Merkel mal reinkleben – Ein Fall für Volontär Schmock

Völlig falsch hat „Süddeutsche.de“ den jüngsten Titel des SPIEGELS interpretiert und schreibt böswillig: “SPIEGEL stellt Merkel in eine Reihe mit Nazis”. Dem widerspricht der SPIEGEL-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer im Spiegel-Blog und erklärt: „Der neue SPIEGEL-Titel fällt auf, spitzt zu, und scharf ist er auch. Aber missverständlich? Nein, missverstehen kann ihn nur, wer ihn missverstehen will. (…) Angela Merkel ist ausgeschnitten und mit Klebestreifen eingefügt worden; absichtlich plump also, damit das Titelbild an jene Karikaturen erinnert, die die Kanzlerin mit Hitler-Bart zeigen. Wir zitieren, ironisieren und verfremden einen Blick von außen und die Vermischung von deutscher Geschichte mit deutscher und europäischer Gegenwart.“
(Titelfoto: meedia, größer: Klicken)

Ach so. Das ist ja beinah kongenial! Das erinnert an Jörg Immendorfs Fluxus-Aktion “Den Eisbären mal reinhalten” und ist eine prima Vorlage für den eifrigen Teppichhausvolontär Hanno P. Schmock. “Absolut plump also”, das kann er am besten. Seine vom Spiegel angeregte Bildreihe heißt: „Die Merkel mal reinkleben!“ dAdA lebt!

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21 Antworten auf Die Merkel mal reinkleben – Ein Fall für Volontär Schmock

  1. iGing

    Ist Frau Merkel nicht auch bekannt für ihre Oberbekleidung:

    The German ÜBERZIEHER ?

  2. iGing

    Aha. Bleibt noch

    The German ÜBERMUTTER.

    Das passt jetzt aber wirklich – “alternativlos”!

    • trithemius

      Zweifellos. Doch wie bebildern? Nicht, dass ich das jetzt machen möchte, denn ich müsste das Bild montieren, dann das ganze Gif neu machen und wieder hochladen – das hat mich bislang schon einen Vormittag beschäftigt. Man möge sich Ihre Idee vorstellen.

  3. Ich kann mir auch ein The German Überheblich vorstellen. Auch Überkommen fände ich ganz passend. Aber eigentlich finde ich den SPIEGEL-Titel Überschlecht. Nur, wie stellt man das grafisch dar?

    Ein FAZ-Artikel beschäftigt sich auch mit diesem merkwürdigen Titelbild und vergleicht ihn mit einem Titelbild aus dem Economist. Das Fazit: Der SPIEGEL verliert.

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/hitler-muss-sein-spiegel-titel-zu-merkel-13499104.html

    • trithemius

      Wenn es darum geht, mit einem Titel die maximale Aufmerksamkeit zu erzielen, dann hat der SPIEGEL sogar gewonnen.
      Überheblich und Überkommen wie bebildern?
      Das Wort überschlecht gibts nicht.

  4. P.S. Unbedingt auch auf die Bildstrecke im FAZ-Artikel klicken. Die ist nämlich Übercool. ;o)

  5. trithemius

    OFF TOPIC

    Was steht denn da noch auf dem Heft-Titel?

    “Ein Mittelfinger erregt die Republik”
    “Smartphones können süchtig machen”
    “Warum unser Wohlstand gefährdet ist”

    Gähn!

    Warum taugt der Spiegel nicht als Arschwisch?
    .uıɹp ßıǝɥɔs 1ǝıʌnz os uoɥɔs ʇɥǝʇs sǝ

  6. Ich finde das Titelbild durchaus treffend, hätte mich allerdings – nur um die Wirkung etwas spitzer ausfallen zu lassen – eher deinem Merkel-Motiv angeschlossen, das hätte der Darstellung eine ähnliche Wirkung verpasst wie Chaplins “Großer Diktator”.
    Dem Spiegel kann man deshalb keinen Vorwurf machen, die kochen ja bloß mit Wasser.

    • trithemius

      Du meinst, Merkel mit dem Ausdruck des Bedauerns, aber mit fotechnisch verkürztem Oberkörper zwischen den Nazi-Offizieren hätte die Bildaussage wesentlich verändert? Na gut.

      Dass der Spiegel bloß mit Wasser kocht, verstehe ich nicht so recht. Zumindest können die Redakteure auf ein riesiges Bildarchiv zugreifen und zur Not ganz edle Wässer dazukaufen. Zudem verstehen sie sich selbst als Sterneköche.

      Mir gefällt “the German Übergardine” am besten, weil bei dem offenbaren Unsinn die Fallhöhe am höchsten ist, allerdings nur im Kontrast zum Original.

      • Siehste, und ich dachte, du hättest ihr die Beine verlängert. So kann man sich irren.
        Nein, ich meinte natürlich den typisch merkelschen Gesichtsausdruck auf deiner Version, den könnte sie sich wahrscheinlich sogar markenrechtlich schützen lassen.
        Die Spiegelwasserkocher war nur auf den Gesichtsausdruck bezogen, ansonsten haben sie – wie du ja ebenfalls schon festgestellt hast – alles richtig gemacht. Franz Josef Strauß sagte dazu einmal sinngemäß, dass es ihm egal sei, ob er mit guten Nachrichten oder mit schlechten Nachrichten in der Zeitung stehe, Hauptsache, er stehe drin.

        • trithemius

          Das sind die Originalbeine inkl. Jackenende vom Spiegeltitel. Den Oberkörper habe ich von einem anderen Foto draufmontiert. Es endete kurz unter der Taille, so daß ein ganzes Stück des Oberkörpers fehlt, wodurch die Beine natürlich länger wirken.

          Wenn die Bildmontage zeigen soll “Wie Europäer auf die Deutschen blicken” und eine Anspielung sein soll auf die Bildmontagen in der Auslands- / griechischen Presse, auf denen Merkel ein Hitlerbärtchen montiert wurde, dann passt es überhaupt nicht, dass sie so lieb lächelnd schaut.
          Man muss schon um die Ecke denken, dass hier mit den Nazischergen der häßliche Deutsche gemeint ist und Merkel in den Augen der “Europäer” in Wahrheit nicht viel anders ist, nur eben scheinheilig tut. Indem aber der Chefredakteur eine Interpretation liefern muss, quasi als würde man die Pointe eines Witzes erklären, ist die Montage nicht gelungen, sondern ein weiterer Beleg dafür, dass der Spiegel inzwischen ganz und gar regierungstreu ist und keine Gelegenheit auslässt, Frau Merkel gut aussehen zu lassen, wie die oberflächliche Betrachtung nahelegt, zumal ihr Bild sich nicht in den neuen Kontext einfügt, was ja durch die plumpe Montagetechnik verhindert wurde. Man sieht die lieb lächelnde Merkel, mit Kleidung in frühlingshaften Farben, die in dieser Jahreszeit eh positiv besetzt sind, also ein schmeichelhaftes Bild. Der Kontrast zwischen den Nazi-Offizieren in SW und der farbigen Merkel könnte auch gedeutet werden als “früher” (böse, düster)- “heute” (lieb, fröhlich).

          Fraglich ist aber, ob ein anderer Gesichtsausdruck grundsätzlich etwas daran ändern würde, wenn man deinen Hinweis auf Strauß bedenkt.

  7. Wenn ich mir jetzt “The German Übergardine” mal rauspicke und die den Niederlanden immer nachgesagte “Gardinensteuer” hinterherwerfe, bei der es sich um eine Legendenbildung aus der tatsächlich erhobenen Personalsteuer und dem Anspruch “nichts zu verbergen zu haben” handelt, nähern wir und dem Phänomen Angela Merkel vielleicht tatsächlich.

    • trithemius

      Merkel steht aber vor der Gardine, nicht dahinter. Ich führe mal aus, was du so elegant zusammengefasst hast: Die Sage von der Gardinensteuer soll erklären, warum man in den Niederlanden von Gardinen ungehindert in die Wohnungen schauen kann. Dahinter steckt aber eine calvinistische Tradition. Der vorbeikommende Pfarrer sollte jederzeit in alle Wohnungen schauen können, um zu sehen, ob da gottesfürchtig getan wurde. Fromme Calvinisten hatten eben nichts zu verbergen und duldeten die Bespitzelung auch durch die Nachbarn. Die Entsprechung zu heute: Wir sollen uns ebenfalls von den Geheimdiensten bespitzeln lassen, soweit wir nichts zu verbergen haben. Wer was zu verbergen hat, zieht die Vorhänge zu, d.h.benutzt Kommunikationskanäle, auf die nicht zugegriffen werden kann. Darin zeigt sich die ganze Absurdität: Millionen Bürger, die nichts zu verbergen haben, werden bespitzelt, weil es einfach geht- ein idiotischer Pakt.

  8. Auch wenn ich mir in Anbetracht herumschwirrender Drohnen schon überlegt habe, Gardinen anzuschaffen (bisher habe ich nur Übergardinen) [lacht], so denke ich beim Anblick solcher Vorhänge doch weniger an geheimdienstliche Vorgänge, als an Eumel. Als Fachmann erinnerst Du Dich sicher an diese Gardinenschädlinge aus den 70ern. Manchmal braucht man was für’s Herz. Der Gedanke an die kleinen Eumel war mir immer Grund genug, die Gardinen noch eine Woche hängen zu lassen.

    Was nun jedoch ernsthaft zu denken gibt (in einem Augenblick, indem wir sehr schmerzhaft eine Spätfolge der Reaktionen auf 9/11 erlebt haben), das ist, was die Spätfolgen der Reaktionen auf Snowden’s Enthüllungen sein könnten.

  9. graphodino

    (… auffällig ist, dass Frau Dr. Merkel mit ihrem dezent-pastellenem Kostüm, oder so ähnlich, “immer passt”… )

  10. graphodino

    Ach. – Aber die Übergardine ist doch auch recht sehr prächtig und mitnichten schwarz-weiß-rot…

    (… Übermensch hätte auch noch aufs Fatalste gepasst… sorry…)

    Flusenfreie Textteppiche wünscht Herr K.

    • trithemius

      Die Übergardine hat eigentlich nur Graustufen, allerdings mit einem Blaufilter verändert. “Übermensch” hatte ich sogar gestaltet, dann aber als zu makaber verworfen.

      Schönes Wochenender, Herr Koske!

      • graphodino

        … wenn man drauf bestehen täte, dass man das Überwort im Sinne Nietzsches meint, nicht im Sinne der LTI… – aber das ist mir jetzt zu anstrengend…

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