Nichts für Menschen – Das preisgekrönte Kaninchen

Nr. 27 – Das preisgekrönte Kaninchen

Die Eigentümer eines Hundes sehen eines Tages ihr Haustier mit einer blutigen, schlammverschmierten Beute im Maul ankommen. Zu ihrem Entsetzten erkennen sie in der Beute das preisgekrönte Rassekaninchen der Nachbarn, die gerade für ein paar Tage weggefahren sind. Das Paar beschließt, das tote Kaninchen so zurückzubringen, dass es aussieht, als wäre es eines natürlichen Todes gestorben. Sie waschen Schlamm und Blut vom Kaninchen ab, föhnen es trocken und legen es in den nachbarlichen Kaninchenstall.

Nach einiger Zeit hören sie die Nachbarn nach Hause kommen, und nicht lange darauf ertönt ein entsetzlicher Schrei. Kurz darauf steht eine leichenblasse Nachbarin vor der Tür und stammelt weinend: „ Es läuft ein Wahnsinniger in unserer Gegend herum, der sich einen kranken Spaß mit uns erlaubt hat. Unser preisgekröntes Kaninchen war gestorben. Wir hatten es im Garten vergraben. Als wir aus dem Urlaub zurückkommen, liegt das arme Tierchen frisch gewaschen und geföhnt in seinem Stall.

Nr. 28 – Nichts für Menschen

Ein neuer Freizeitpark soll gestaltet werden, und darin will man Achterbahn, wie sie die Welt noch nicht gesehen. Die Achterbahn wird gebaut, eine Monsterachterbahn mit unglaublichen Schikanen. Um zu testen, ob Fahrgäste sich darin halten können, schickt man zunächst ein Wägelchen über die Bahn, das mit vier Sandsäcken bestückt ist, die das Gewicht von Menschen haben.

Das Wägelchen bringt alle Sandsäcke zurück, die Achterbahn scheint sicher zu sein. Durch den erfolgreichen Test ermutigt, setzt man vier Testpersonen hinein und schickt sie auf die Reise. Als sie zurück sind, rennen alle hin, um sie zu befragen, wie die Fahrt gewesen sei. Doch keiner der vier antwortet. Als man sie rüttelt, kippen ihre Köpfe zur Seite. Sie haben sich alle das Genick gebrochen.

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5 Kommentare zu Nichts für Menschen – Das preisgekrönte Kaninchen

  1. Nr. 27 – Die Kaninchenlegende habe ich vor etwa 25 Jahren selbst als authentisches Erlebnis eines Bekannten eines Freundes erzählt bekommen, sie scheint um das Jahr 1988 in Umlauf gekommen zu sein, wie sich aus diesen beiden Quellen erfahren lässt. Story und Pointe sind sehr originell und könnten von einem professionellen Sketch-Autor stammen, anscheinend lässt sich der Urheber aber nimmer eruieren.

    • Die „Süddeutsche Zeitung“ veröffentlichte diese Geschichte am 25./26. März 1989 (also vor exakt 25. Jahren!) in ihrer Ausgabe Nr. 70 unter dem Titel „Ein unheimliches Hasen-Wunder“ (Artikel von Thomas Koch ohne weitere Quellenreferenzierug). Offenbar wohl eine journalistische Resteverwertung.
      Im Film „Nach fünf im Urwald“ (1995; mit Franka Potente) wurde diese Geschichte in einer Randepisode zu der eigentlichen Hauptgeschichte verfilmt (siehe auch hier https://www.youtube.com/watch?v=WNcPSdH0QG0 ab 01:48 ).

    • trithemius

      @ Noemix und Careca: Vielen Dank für die Nachweise. Mir hat die Geschichte auch ein Kollege als wahr erzählt. In seiner Variante passierte sie in Erkelenz, seinem Geburts- und Wohnort. Brednich verzeichnet die Geschichte ebenfalls (Nr. 67) und gibt eine Göttinger Studentin als Quelle an (1989), die behauptet, sie wäre einem Arbeitskollegen ihres Mannes wirklich passiert. In der Frankfurter Rundschau hat sie am 31.1.1989 ebenfalls gestanden, zuvor am 29.1. im Göttinger Tageblatt. Vielleicht stammt sie wirklich von einem namenlosen Lohnschreiber. Danke auch für das passende Youtube-Schnipsel. 🙂

  2. nun…. da ich mein hundefräulein die gefundenen kaninchen aufessen lasse, könnte uns dies nicht passieren 🙂

    • trithemius

      Ich kenne mich da nicht gut aus. Aber ist eine ausgebuddelte Kaninchenleiche nicht möglicherweise Gift für ein „Hundefräulein“?

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