Der Autor hat aber auch doch begraben

Vor einiger Zeit hatte ich beim Schreiben die Auch-Plage, wie man hier nachlesen kann. Noch früher ist mir ständig „doch“ in die Texte geraten. Schuld war mein Bruder, der immer gegen das Wörtchen „aber“ gewettert hat, so dass ich mich „aber“ nicht mehr zu schreiben traute, wenn ich inhaltlich etwas einräumen wollte, sondern das Ersatzwort „doch“ genommen habe. Die Dinge sind eben nicht so klar auf der Welt. Daher muss man gelegentlich relativieren oder eine Aussage einschränken. Ich könnte Sie jetzt langweilen mit feinsinnigen grammatischen Erörterungen, wann doch und wann nicht. Auf Rat meines aufmerksam lesenden Sohnes habe ich einfach mal nach „doch“ in meinen Texten gesucht und geschaut, wo doch stehen bleiben durfte, durch aber ersetzt werden oder im Text begraben werden konnte. Falls Ihnen in den Leseproben ein fehlendes oder überflüssiges doch auffällt, können Sie es mir gerne aufs Brot schmieren, doch, doch doch.

Eigentlich braucht meine Leseprobe kein Foto. Ich habe nur dieses passende/passend gemachte, obwohl die Leseprobe auf einer belgischen Autobahn beginnt. Von da führt aber eine direkte Abfahrt auf den Friedhof von Verviers.

Abend auf dem Cimetière de Verviers – Foto: Gudrun Petersen, -bearbeitung: Trithemius
(Leseprobe: Klicken)

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6 Kommentare zu Der Autor hat aber auch doch begraben

  1. aber irgendwie sind sie jedenfalls doch auch schuld, dass ich (zumeist) alle und, aber, doch, auch gerne wieder wegstreiche;-)

  2. Indessen lässt sich aber aber auch durch indessen ersetzen.

  3. Lieber Herr TT, es ist schon eine Herausforderung, dich im Skriptorium und im Teppichhaus zu besuchen ohne den roten Faden zu verlieren , und rechnen soll ich nun auch noch. Das ist ja fast zu viel für eine arme alte Frau, die kaum noch die Maschen am Strickstrumpf ordenlich zu zählen weiß, vor allem, wenn sie sich bemüht, auch noch den geistreichen Kommentaren eine gewisse Aufmerksamkeit zu schenken.
    Aber alles in allem, es schadet ja nichts, einen Kriminalroman nach neun Jahren mal zur Veröffentlichung aufzubereiten, aber gefühlsmäßg denke ich, dass du nicht zuviel korrigieren solltest, sonst korrigierst du den damaligen Elan her-bzw. hinaus. Ich halte nicht so viel vom Streichen der sogenannten langatmigen Passagen, weil gerade diese meistens ein Stimmungbild geben, die eine schlichtes Aufzeigen eines „Sachstandes“ verhindern und einem Werk „Seelenschmalz “ geben.
    Na egal, wie sagt Sohnemann immer: „Mach mal, wie du kannst.“
    Die Leseproben lesen sich vielversprechend, aber … ich bin kein Freund von Leseproben. Ganz oder gar nicht, ist meine Leselust, damit es nicht zum Lesefrust wird. Und ob ein „doch“ zuviel durch ein Symonym ersetzt werden muss, da habe ich so meine Zweifel.
    Soweit mein Fazit nach einem nachholenden Lesemaraton duch beide Häuser.
    Bis zum nächsten Mal und weiterhin gutes Gelingen mit einem freundlich leise surrenden und schnurrenden Rechenmaschinchen.
    🙂

    • trithemius

      Liebe Marana,
      danke, dass du darauf hinweist, was ich von meinen Lesern fordere. Das war mir nämlich nicht klar. Das ganze ist erst mal gedacht als Herausforderung für mich, zu der mich einer meiner Söhne überredet hat. Er hatte wohl gesehen, dass ich vorangehen muss, nicht stagnieren und mich hinter meinem Schlaganfall verstecken. Die Leseproben sollen für den fertigen Krimi werben.

      Was die Bearbeitung betrifft, so kann ich den Text einfach nicht so belassen. Ich gebe nie etwas aus der Hand, was mir selbst so nicht gefällt, denn wenn ich nicht begeistert bin, kann ich nicht erwarten, dass andere es sind. So eine Nachbearbeitung ist freilich eine Gratwanderung. Ich nehme mir deine Mahnung zu Herzen und werde keinesfalls den alten Elan hinausredigieren.

      Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast und für die guten Wünsche. Beste Grüße,
      Dein Trithemius

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