Abendbummel – Liste trauriger Dinge und Ode an mein Bett

Es ist Herbst, meine Lieben. Die Bäume wissen es längst. Sie stehen sommermüde in der feuchten, kalten Luft und können den Winterschlaf kaum erwarten. Erste Blätter haben sie fallen lassen. Die kleben laff am Boden. Ich guckte an der Wasserkunst in die leer gepumpte Schleuse. Da war schwarzer Schlick, den wollte man nicht gesehen haben. Spätestens dann dachte ich, dass es an der Zeit ist, eine Liste trauriger Dinge aufzustellen, also allgemein, nicht politisch. Ich will mir ja nicht mein Blog schmutzig machen als wäre ich durch die Hundescheiße gelatscht.

Platz drei: Ein Supermarktkarton mit großen Schokoladen-Weihnachtsmännern, in dem schon 13 Stück (!) fehlen. (Ich habe die leeren Plätze gezählt.)

Platz zwei: Jogger, die nicht wahrhaben wollen, dass es längst zu kalt für kurze Hosen und Leibchen ist.

Platz eins auf der Liste der traurigen Dinge: Die Frau von der Treppenhausreinigung, die ihre Hände ins kalte Putzwasser eintaucht, um den Aufnehmer auszuwringen.

Nach diesen traurigen Impressionen blieb mir nichts als mein Bett aufzusuchen und den Großen Zylinder zu preisen und ihm zu danken, dass ich diesen Luxus am hellen Nachmittag genießen darf. Da fiel mir ein Gedicht wieder ein, das ich im zarten Alter von 13 Jahren geschrieben habe und das in seiner schlichten Wahrheit durch nichts aus meinem umfangreichen Spätwerk übertroffen wird. Wenn dir mal herbstlich ums Herz ist – Kuschle dich unter die Zudecke und memoriere das. Es ist durch nichts zu übertreffen:

Ode an mein Bett

In meinem Bett, da fühl ich mich am wohlsten.
In meinem Bett, da bin ich frei.
Ich könnt’ noch lange davon schwärmen,
Doch lassen wir’s dabei.

Guten Abend

Damit wir wieder wach werden, rockt jetzt Miles Kane das Profil von den Schuhsohlen im Teppichhaus-Musiktipp:

Miles Kane
Don’t Forget Who You Are

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