Erinnerung an Wolfgang Herrndorf †

Der Zeichner und Autor Wolfgang Herrndorf ist tot. Er wurde nur 48 Jahre alt. Obwohl ich diesen sympathischen Künstler nur flüchtig kannte, macht mich das traurig. Wir haben uns einmal beim Titanic-Buchmessenfest 1996 angeregt unterhalten, und Titanic-Bildchef Thomas Hintner hat uns dabei fotografiert. Wolfgang Herrndorf zeichnete damals geniale Helmut-Kohl-Cartoons. Seine Karriere als Schriftsteller hatte noch nicht begonnen.

Wolfgang Herrndorf litt an einem Hirntumor und hat sich am 26. August 2013 selbst getötet. Ein solcher Willensakt ist die letzte Möglichkeit, über eine unheilbare Krankheit zu triumphieren. Man muss es tun, bevor man auf der Intensivstation liegt, angeschlossen an diverse Geräte, mit denen nur das Siechtum überwacht wird. Wer diesem hilflosen Zustand zuvorkommt, kann sich die Würde der Selbstbestimmung bis in den Tod bewahren. Es tut mir leid, derartiges schreiben zu müssen, aber es tröstet ein wenig, dass er rechtzeitig entkommen ist.

Hier dagegen das Foto aus glücklicheren Tagen. Ich weiß nur noch ungefähr, worüber wir reden. Ich habe ihm erzählt, was die Zeichnerin Hilke Raddatz mir erklärt hat, dass nämlich bei Karikaturen der Bereich zwischen Nase und Oberlippe, Philtrum genannt, wichtig sei für den Wiedererkennungswert. Was Wolfgang Herrndorf dazu gesagt hat, weiß ich nicht mehr, denn wie man sieht, bin ich schon sehr betrunken.

Ein letzter Gruß!

Dieser Beitrag wurde unter Teppichhaus Intern abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Kommentare zu Erinnerung an Wolfgang Herrndorf †

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.