Tridihee joo di hee joo – Radiosprecherin verjagt den Lenz

Der Lenz will und will nicht kommen. Wie bewachtes Wasser nicht kocht, so schadet es erkennbar, wenn man dem Frühling vorzeitig Lieder singt wie die Radio-Moderatorin Linde Merckpoel des flämischen Musiksenders Studio Brussel. Folge: Neuschnee und Minusgrade.


“Verschrikkelijk! It’s not human, sorry!”

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19 Antworten auf Tridihee joo di hee joo – Radiosprecherin verjagt den Lenz

  1. Jau, wenn man mich so besingen würde, müsste ich mich auch ganz schnell und still in die hinterste dunkle Ecke verkriechen und warten, dass der Hohn an mir vorbeigezogen ist, und ich würde erst dann wieder auftauchen, wenn man den Gesang und mich schon völlig vergessen hat.
    Wann mag das sein? Ich hoffe die Welt und der Lenz vergisst schnell.
    :-)

    • trithemius

      Scheint ein wirklich scheuer Geselle zu sein, dieser Lenz. Heute ist es in Hannover wieder bitterkalt. Ich fürchte, wir müssen auswandern, wenn wir Sonne und angenehme Temperaturen haben wollen.

  2. Juleika

    Die macht jedem Schamanen Konkurrenz der um Regen bittet.

    März

    Es ist ein Schnee gefallen,
    Denn es ist noch nicht Zeit,
    Dass von den Blümlein allen,
    Dass von den Blümlein allen
    Wir werden hoch erfreut.

    Der Sonnenblick betrüget
    Mit mildem, falschem Schein,
    Die Schwalbe selber lüget,
    Die Schwalbe selber lüget,
    Warum? Sie kommt allein.

    Sollt ich mich einzeln freuen,
    Wenn auch der Frühling nah?
    Doch kommen wir zu zweien,
    Doch kommen wir zu zweien,
    Gleich ist der Sommer da.

    Johann Wolfgang von Goethe
    (1817)

    Da haben wirs. Der Lenz kommt gar nicht. Es wird gleich Sommer.

  3. Lo

    Inderdaad, het was meer dan verschrikkelijk!
    Der Satz: “Kom, wij gaan terug naar binnen…” war DIE Erlösung!

    • trithemius

      Eigentlich mag ich diese Moderatorin, aber da muss ich Ihnen Recht geben. Heute nachmittag war “Kom, wij gaan terug naar binnen…” ebenso erlösend. Weils heute lausig kalt war, obwohl die Sonne schien.

      Lustig finde ich auch die Schwüre des Moderators, beim nächsten Mal werde er ganz ernst bleiben.

  4. graphodino

     
    (… den Mann bewundere ich – ich wäre schon viel früher geplatzt…)
     

    • trithemius

      Ich auch, aber er hatte es versprochen, auch wenn sie “nicht ganz tonfest” sein sollte, wie er am Anfang gesagt hat.

  5. graphodino

     
    … dem energetischen Andrang der Frau kann man sich nicht entziehen… ich nenne sie “Frollein Lente” (das war das Einzige, was ich verstanden habe: “Lente” und “okay”… chch…)
     

    • trithemius

      Der Moderator Tomas De Soete moderiert das morgendliche Radioprogramm “Tomas staat op”. Da ist Linde (“Frollein Lente”) sein Sidekick. Im Video sagt sie, “Jaja, ihr habt richtig gefühlt, es ist Lenz! Die Sonne scheint auf deine Schnauze – es ist Lenz! Und tomas habe ihr, dem Frühlingskind von Studio Brussel, eine Gunst gewährt. Welche Gunst solle er selbst sagen. Er: Er habe einmal zu Linde gesagt, weil es Frühling sei mit angenehm warmen Temperaturen und weil er den Lenz assoziere mit einem neuen Start, einem frischen, schönen Beginn, wenn alles grünt und blüht, da habe er zu Linde gesagt, ja, sie dürfe ihr Lenzlied singen und er gelobe aus Respekt vor dem Lenz, nicht zu lachen und keine blöden Bemerkungen zu machen, sollte sie nicht ganz tonfest sein. (“Vorsichtig ausgedrückt!”)
      Sie: Was singen wir, Tomas, heute?
      Er: Das Lied von Linde.
      Sie: Das Lenzlied!
      Dann ruft sie: Komm mit zum Maibaum, ich nehm dich mit zum Maibaum, wo wir das Frühlinslied singen könne und den Baum umtanzen, ein Frühlingsgewebe binden um den Rinde des Stammes.
      Dann singt sie, und beim Refrain kann er nicht mehr an sich halten und ruft, es ist so schrecklich, es ist unmenschlich, sorry …
      Später gelobt er, wenn sie das Lied tags drauf noch einmal singen würde, dann würde er ernst bleiben. “Ich kann es, Linde!” Sagt sie: Wir setzten die Lyrics ins Internet. Er (feixend): Dann kann jeder mitsingen.
      usw.
      Ich verstehe auch nicht alles, aber das ist ungefähr der Inhalt.

      Du kannst Linde Merkpoel nachmittags als Sidekick von Sam de Bruyn erleben. Da liest sie Verkehrsnachrichten. Und freitags hat sie, ich glaub um 18 Uhr, eine eigene Sendung: Cafe de Linde, wo sie derzeit ein Bier promotet, das ein anderer Moderator in ihrem Auftrag selbst gebraut hat. http://www.stubru.be/live

      • graphodino

         
        Boah ejh! Wat ein Service im Teppichhaus!

        (… ich weiß: das is’ ‘ne Beleidigung – im Teppichhaus is’ immer full service – meine kleinbürgerliche Bosheit wieder…)

        Ich finde ja boarisch klingt schon gmuatlich – aber niederländisch (ist doch niederländisch? – nich hauen!) macht mich Kichern…

        … hach, alles so lebensfrisch und lebendig… zu schweigen von der Haarfarbe… – ich höre schon auf…

        Grüße in den Hohen Norden!

        Das Fossil
         

        • graphodino

           
          (… Bruxelles is’ irgendwie nich’ Holland…)

          (… versinkt im Boden… – Vorhang…)
           

          • trithemius

            Studio Brussel ist eine flämische Radiostation. Die handelnden Personen sind Flamen. Brüssel ist zweisprachig, aber die französische sprechenden Wallonen überwiegen. Es gibt zwischen Flamen und Wallonen großes Konfliktpotential, das nur oberflächlich ein Sprachenstreit ist. Die wallonischen Provinzen waren einmal durch Stahl- und Waffenindustrie reicher als das agrar geprägte Flandern. Daher stellten sie auch die herrschenden Eliten. Mit dem Niedergang der Stahlindustrie hat sich das Verhältnis umgekehrt, so dass viele Flamen den verarmten Osten, die Wallonie, loswerden wollen.
            Ich höre Flämisch sehr gern, weil es weicher gesprochen wird als Niederländisch. Aber es hat viele regionale Varianten, die schwerer zu verstehen sind. In Grammatik und Orthographie gibt es nur geringe Unterschiede.

            Viele Grüße,
            Dein Teppichhaus Trithemius
            (Serviceabteilung)

  6. graphodino

     
    Siehste, auch das “haben wir nicht behandelt”… und bedanke ich mich gar artig für die Auskunft…

    (… ist schon “komisch” – so ‘n kleines Land und dann hauen die sich da auch noch die Köppe ein, zumindest metaphorisch… das mit dem Stahl habe ic h aber mal am Rande aufgeschnappt… weil: is’ heute Mittal… alles ist vernetzt, ach…)

    Grüß die nette Frau Nettesheim in ihrem nettem Heim!
     

    • trithemius

      “Behandelt” haben wir das kleine Nachbarland Belgien auch nicht. Aber ich habe 25 Jahre an der Grenze zu Belgien und den Niederlanden gelebt und beide Länder oft besucht. Daher mein Interesse. Dein erster Link geht übrigens zu einem französischen Stahlkonzern. Die wallonische Stahlregion lag an der Maas bei Lüttich.

      Danke für die Grüße. Ich richte sie aus.

      • graphodino

         
        Voll korrekt, aber da steht was von “nordfranzösisch-belgischen Kohlerevier” sowie “wurde in Lothringen und im angrenzenden belgisch-luxemburgischen Gebiet eine Vielzahl von Stahlarbeitsplätzen abgebaut”… auch sind die ganzen Stahlkochereien an der lothringisch-belgischen Grenze (wusste ich gar nicht, dass in Lothringen die größten Eisenerzvorkommen sind; Bloggen bülldütt!)…

        Ich wünsche schon mal vorsichtshalber (man muss nicht Kafka heißen, um nicht zu wissen, wann genau man warum zugeführt wird!) ergötzliches herum Eiern zwecks Auferstehung usw.!
         

  7. graphodino

     
    … ist ja krass… ich interessiere mich ab sofort überhaupt nicht mehr für Politik… (wenn ich die Augen zu mache, sieht mich keiner)
     

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