Pipileaks: Heiliger Stuhl verstopft Sommerloch

Nachdem der Papst sich erfolgreich gegen den vorne PipiFanta-, hinten KackaPralinenwitz des Satiremagazins Titanic gewehrt hat, ließ die Titanic-Redaktion heute verlauten, man wolle im August erneut den Papst aufs Titelblatt heben. Vermutlich will Titanic diesmal alles richtig machen und Benedikt mitsamt dem Heiligen Stuhl nicht mehr hinten, sondern auf der Vorderseite abbilden. Besagter Heiliger Stuhl hatte nämlich auf Empfehlung der deutschen Bischofskonferenz juristische Mittel gegen die Pipileaks-Titelseite eingelegt, wie der Sprecher der deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, der Frankfurter Rundschau sagte.

Wörtlich: „Hier werden Persönlichkeitsrechte verletzt des Papstes. Das hat nichts mit Satire zu tun. Da sind Grenzen überschritten. Deshalb hat die deutsche Bischofskonferenz dem Heiligen Stuhl empfohlen hier juristische Mittel einzulegen – und, wie man sieht, mit großem Erfolg.“ Tatsächlich ist die Empfehlung der deutschen Bischofskonferenz ein großer Erfolg. Normalerweise hätten etwa 100.000 Titanicleser die beiden Fotomontagen recto und verso gesehen, dank Bischofskonferenz kennt sie ganz Deutschland. Obschon Titanic die Montagen entschärft hat, wimmelt das Internet von zweideutig gefleckten Darstellungen. Das hat vielleicht nichts mit Satire zu tun, Herr Kopp, aber sehr viel mit Realsatire.

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6 Antworten auf Pipileaks: Heiliger Stuhl verstopft Sommerloch

  1. Im Zusammenhang mit “dem Fleck hinten” lässt mich “der heilige Stuhl” allerdings auch zusammenzucken.
    Immer diese Missverständnisse.
    :-)

    • trithemius

      So geschah es auch mir, als ich gestern ein Video auf der Seite der FR sah, wo besagter Herr Kopp ganz merkbefreit vom “Heiligen Stuhl” schwafelte. Das Video ist leider nicht mehr verfügbar, aber ich habe das Zitat wörtlich transkribiert.

  2. Natürlich, der Streisand-Effekt. In welcher Welt leben diese Leute eigentlich, zu glauben mit einer einstweiligen Verfügung wäre das monierte Cover-Foto von der Bildfläche zu schaffen. (Satire ist es übrigens tatsächlich nicht, nichtmal ein platter Witz. Das ist Kindergarten-Niveau, weit entfernt von dem, wofür man die Titanic früher schätzte.)

    • trithemius

      Seit Leo Fischer Chefredakteur der Titanic ist, sind einige Beiträge auf das Niveau von Pennälerwitzen gesunken, so auch diese Titelmontagen. Das alberne Vorgehen des Vatikans auf Rat der deutschen Bischofskonferenz ist wohl ein Rückfall in alte Vorstellungen, als man Ketzer einfach verbrennen konnte, deren Pamphlete direkt mit, und dann war die Sache aus der Welt. Ich meine darüberhinaus: Was ist das für ein Stellvertreter Gottes, dessen Persönlichkeitsrechte durch zwei Fotomontagen verletzt werden können. Hat Gott sich etwa beschwert? Sonst lässt er doch jedwede Sauerei in der Welt durchgehen.

  3. Ja, die Reaktionen auf sie macht mehr Spaß als die Fotomontagen selbst. Ich hatte auch schon den Gedanken, die Titanic müsse einen Fan in der Bischofskonferenz haben, zumal man dort solange gewartet hat, bis alle Abonnenten und Kioske bereits beliefert waren.

    • trithemius

      War es am Ende eine Intrige? Hat da jemand eine Chance genutzt, den Papst in aller Öffentlichkeit bloßzustellen, und Titanic ist nur der ahnungslose Helfer? Dem Heiligen Stuhl ist alles zuzutrauen.