Eine kräftige Brise kräuselte den Teich, ließ die Wellen hinter sich und zauste mir die Zeitung. „Ist das dieses von dir verschmähte Papier?“, fragte der Wind und knickte mir übermütig die Seiten um. Früher habe ich oft mit dem Wind um eine Zeitung gekämpft, doch in letzter Zeit lese ich keine Zeitung mehr. Zu oft habe ich mich über den Inhalt oder den Sprachstil von Zeitungsartikeln geärgert. Allerdings habe ich auch manch vorzüglichen Text gefunden und mit Genuss gelesen. Ein solcher Text konnte mich mit dem Rest der Zeitung versöhnen. Wäre ja auch ein Wunder, wenn niemand all die Ratschläge zum guten Stil in seinen Kopf bekäme und anwenden könnte.
Im Georgengarten unterhalb des Leibniztempels hatte ich zum Verdruss der Vorbeikommenden die einzige Bank am Teich besetzt, war im juristischen Sinne ihr Besitzer, saß bequem, Notizbuch, Rucksack, Fotoapparat, Fahrrad neben mir, die geheftete Beilage der Wochenzeitung DIE ZEIT auf dem Schoß.
Das Supplement: „Wie Sie besser schreiben – eine Deutsch-Stilkunde in 20 Lektionen” von Wolf Schneider hatte mein junger Freund Shhhhh mir geliehen. Offenbar hatte er an Schneiders Lektionen nicht viel auszusetzen gefunden. Bei der 2. Lektion, worin Schneider einsilbige Wörter empfiehlt, weil “fast alle starken Gefühle, Angst, Leid, Pein, Qual, Wut, Hass, Neid, Gier” zu “einsilbigen Wörtern geronnen” wären, da hatte S. allerdings zu Recht gefragt: „und die Liebe?“ Schließlich bezeichnen Schneiders Einsilber allesamt negative Gefühle und er spart die schönen aus, etwa: Lust und Spaß. Warum ist die Liebe zweisilbig, obwohl das Wort zweifellos ein starkes Gefühl bezeichnet?
Da hilft ein Blick in die Wortgeschichte. “Liebe” ist eine Substantivierung des Adjektivs “lieb” (mittelhochdeutsch liep; althochdeutsch liob, liub). Im Englischen gibt es die Substantivierung auch, nur wird das auslautende „e“ nicht gesprochen. Das Lied der Beatles „All You Need Is Love“ – und seine Umkehrung am Schluss „Love is all you need“ entspricht exakt der Schneiderschen Regel, einsilbige Wörter zu wählen, wenn man eine starke Aussage will. Das auslautende “e” kann also weg, das Dehnungs-e brauchen wir sowieso nicht und schreiben zukünftig “die Lib“. Das hat Kraft.
S. hatte mir vorab gesagt, es fehle im Text nicht die übliche Bloggerschelte. Deswegen habe ich Schneider schon hier und da kritisiert. Doch für die ZEIT-Beilage ist er von seinem hohen Ross gestiegen und beschränkt sich auf wenige Tadel, etwa, dass es in Blogs viel Geschwätz gebe und ein Feilen am Text zugunsten der Spontaneität unterbleibe. Allerdings will er den Lesern tatsächlich etwas beibringen, offenbar auch jenen, die sich sein Sprachseminar „Was tun, wenn man gelesen werden möchte?“ zu 1980 Euro plus 19 Prozent Mehrwertsteuer nicht leisten können.
Empfehlenswert: W. Schneider; Ne Deutsch-Stilkunde in 20 Lektionen – Fotos: Trithemius
Der Professor für Linguistik Carl Ludwig Naumann von der Leibnizuniversität sagte mir letztens: „Wenn Sie jemanden Rhetorik lehren, geben Sie ihm ein Messer in die Hand.“ Wolf Schneider zitiert Kurt Tucholsky: „Die Sprache ist eine Waffe. Haltet sie scharf.“ Es ist Energieverschwendung, wenn Blogger ihre Texte mit stumpfen Messern säbeln. Man kann sich ruhig ein bisschen Handwerk von Wolf Schneider beibringen lassen.





Ja, das denke ich auch ( der letzte Satz ). Die Ausgabe der Zeit, in der ich das Beiheft fand, war übrigens ungleich günstiger zu haben, als der von Wolf Schneider in dieser Ausgabe beworbene Kurs: sie kostete gerade einmal 4,20 €.
Man sieht, es wäre normalerweise eine elitäre Angelegenheit, in der ZEIT ist es wohlfeil. Ich kam sogar kostenlos ran, dank dir. Die Anzeige ist freilich auch eine prächtige Fasanenfeder, mit der sich der Autor schmückt. Andererseits, wenn man bedenkt, welche Pfeifen aus der Politik als Mitmäuler großer Unternehmen oder Organisationen exorbitante Honorare kassieren, sind knapp 2000 Euro wirklich nur Peanuts.
Da will ich nicht wissen, was ein Kurs in richtigem Regieren kosten müsse.
Weil es diesen Kursus nicht gibt, reicht den meisten einer in Rhetorik.
“das meiste, woraus wir sind und womit wir leben, ist zu einsilbigen Wörtern geronnen …”
Krieg und Frieden. Sind zwar keine Gefühlsbeschreibungen, aber “Krieg” löst mehr Gefühle aus. “Frieden” klingt so langweilig. Ganz und gar. Da ist selbst “Tod und Teufel” interessanter. “Tod” ist eh aphrodisierend, aber “Teufel” lediglich zweisilbig. Allein dessen Antipode, dem Wort “Gott” beschrieben, “Gott” ist so einsilbig platt, dass ich in Versuchung komme einen Thesaurus dazu zu bemühen. Aber da ist es besser sich dem Begriff und seinen Eigenschaften komplett anders (per negativen Umschreibungen) zu nähern, um ihn mit Leben und starken Begriffen zu füllen. Und das ist einsilbig nicht wirklich machbar. Es gibt also Randfälle? Oder was meint Schneider dazu? Oder schreib ich schon wieder zu kompliziert?
Ich glaube fast, Schneider vermutet in der Sprache zuviel Logik, was dich jetzt zu Spekulationen über Gott und Teufel gebracht hat. Einsilbige Wörter sind eindrucksvoll, da hat Schneider Recht (Lesbarkeit eines Textes testen nach Flesch-Formel). Aber nicht alle eindrucksvollen Wörter sind einsilbig. Er sucht sich nur solche aus, die anderen unterschlägt er. Gerade das Wort Teufel löste in der Vergangenheit weit mehr Furcht aus als der Name Gottes, weshalb man zwar dauernd Gott anrief, was noch in unseren Grußformeln versteckt liegt, nicht aber den Teufel beim Namen nannte. Das Wort war also zu gewaltig für die Sprecher, obwohl es zweisilbig ist, auch im Lateinischen. Es gibt ja keine übergeordnete Macht über die Sprache, die sie immerzu logisch ordnet. Manche Sprachpfleger vermuten das aber, halten sie geradezu für ein Wesen, das aus sich heraus wirkt. Die Sprachwissenschaft lehnt solche Vermutungen ab.
P.S.: Natürlich ist auch das Wort Liebe ein starkes Wort, obwohl es bei der Substantivierung ein barockes e bekam. Ich wollte eigentlich aber keinen Buchstaben davon missen, weil sich mir aus heutiger Sicht in der Langform viel mehr Gefühl vermittelt, das Schwärmerische z.B. Das haben frühere Sprecher vielleicht nicht so empfunden. Die Bedeutung legen wir jeweils aktuell hinein und finden es dann passend. Sprache funktioniert überhaupt so, dass wir das Gefühl haben, sie müsste genauso sein. Das haben auch jene gedacht, die Mittelhochdeutsch gesprochen haben.
Der Schneider geht mir auf die Nerven, ich habe das Gefühl, der “hört” den Ton gar nicht von dem, was er da so schreibt: Er pöbelt. Er empört sich z.B. über die bösen Sprachverhunzer: “Halten wir die Sprache lebendig! Treten wir ihrer Verarmung und Verschandelung entgegen, und hören wir auf, vor jedem modischen Unfug in die Knie zu gehen.” Ja, wer macht denn sowas? Ich habe noch niemanden gesehen, der irgendein Modewort angebetet hat. Dann regt er sich darüber auf, daß viele Leute den Unterschied nicht mehr kennen zwischen “anscheinend” und “scheinbar”, zwischen “vermeintlich” und “vermutlich” und zwischen “wähnen” und “glauben” und bezeichnet das als “schlimm”. Wirklich schlimm sind aber doch ganz andere Sachen, weltweiter Hunger, Naturkatastrophen usw. und nicht die harmlosen Spitzfindigkeiten einer Sprache. Im Übrigen ist die “schlimme” Verwechslung der angegeben Wörter keine neue Erscheinung, sie tritt vielleicht gehäufter auf als früher, weil nämlich mehr Menschen schreiben als je zuvor – dank Twitter, SMS, Foren und Blogs. Und daß all diese Schreiber gar nicht den Anspruch haben und auch nicht die Zeit, so perfekte Texte zu produzieren, wie Schneider sie gerne hätte, nährt seine Empörung – und heraus kommt nur eine beleidigte Leberwurst. Gottseidank nur das – der Untergang des Abendlandes wird einige Gründe haben, von der Verwendung der Sprache wird er aber wohl nicht abhängen, auch wenn Schneider das suggeriert.
Daß sich jeder bemühen sollte, klar und deutlich (und meinetwegen auch schön) zu schreiben, ist doch sowieso klar.
Man muss unterscheiden zwischen nachvollziehbaren Ratschlägen zum klaren (von mir aus schönen) Schreiben und restaurativer Sprachpflege, wie Schneider sie eben auch betreibt. Wenn es ihm um “lebendiges Deutsch” ginge, müsste er Regelverstöße begrüßen, die allgemein nicht mehr als solche empfunden werden, denn der Sprachwandel zeichnet eine lebendige Sprache aus. Sprachpfleger wie Schneider wollen aber einen Sprachzustand bewahren, den sie als gut und richtig gelernt und verinnerlicht haben.
Die demokratische Teilhabe am Sprachwandel verteidigt dagegen der Ahnvater der Germanistik, Jacob Grimm: “Jeder Deutsche, der sein Deutsch schlecht und recht weiß, d. h. ungelehret, darf sich (…) eine selbsteigene, lebendige Grammatik nennen und kühnlich alle Sprachmeisterregeln fahren lassen.“
(Jacob Grimm, Vorrede zur Deutschen Grammatik)
Durch das Internet kann theoretisch die ganze Sprachgemeinschaft den Sprachwandel vorantreiben. Früher wurde nur die Sprache der Profis, der Berufsschreiber ausgewertet. Ich behaupte, die Sprache wird viel lebendiger durch die schreibende Mehrheit. Man muss das ganz wertfrei sehen. Ich glaube auch nicht an ihre Verflachung. Es entstehen ja wieder neue Wörter mit starker Aussagekraft, und was davon nicht weit trägt, wird wieder vergessen, wie das Verb “wulfen” beispielsweise.
Weil das Weltbild einer Sprachgemeinschaft letztlich aus Sprache geformt wird, spiegelt sie Prozesse oder Zustände einer Kultur. Man kann an ihr ablesen, wie es um die Kultur bestellt ist. Zu unserer heutige Kultur gehört es noch, dass Sprachpfleger wie Wolf Schneider “den Untergang des Abendlandes” durch allgemeinen Sprachwandel kommen sehen. Vermutlich wird man in 50 Jahren, falls unsere Kultur so lange durchhält, also vermutlich in 50 Jahren gibt es vielleicht keine Sprachpfleger mehr, weil die Einstellung zur Schriftsprache sich gewandelt haben wird. Sie ist jetzt noch stark vom Printmedium geprägt. Unser ganzes Denken ist von Journalisten und Buchautoren geprägt. Dieses Alleinstellungsmerkmal verliert das Printmedium derzeit. Und Journalisten und Buchautoren können es kaum verschmerzen. So gesehen sind Schneiders “Lektionen” gegen uns Internetschreiber gerichtet – nach dem Motto: “Zurück ins Glied! Passt euch gefälligst an unser Denken und Schreiben an! Oder noch besser: Hört auf mit dem Schreiben! Es ist unsere Sache.”
Deshalb finde ich gut, sich die sinnvollen und erprobten Kunstgriffe quasi von der Gegenseite beibringen zu lassen. Dann herrscht wenigstens bald Waffengleichheit in der Rhetorik.
@thritemius: Gut gebrüllt, Löwe. So wie ich die Schneiderschen Sprachkritiken kenne und verstehe, meint er genau das: Waffengleichheit, wenn man miteinander umgehen und sich verständlich machen will. Kennen Sie, die Sie hier alle höchst gepflegt parlieren, eigentlich das Ausmaß an Gesasbbel und Überflüssigem, das sich im Inernet rumfläzt? Da wird wenig neue Sprache angeboten als mehr alter Hickhack. Warum ziehen Sie so enge Grenzen zwischen Gedrucktem und Geblogtem (Gebloggtem?)? Es geht doch immer nur um Qualität und Weiterführendes. Die Jugendsprache, Gruppensprache, Jargon meinen die Sprachinteressierten, Schneider inklusive, doch gar nicht – das gehört zum täglichen Leben, gab’s immer schon, wird es immer weiter geben und auch in die allgemeine Sprach abgeben! Es sind die Aufgeblähten, Ahnungslosen, Selbstgerechten, die das Internet ungefiltert füllen. Und die ärgern einfach und ziehen IHREN Umgang mit dem Internet im Gesamturteil automatisch nach unten. Sie sollten sich gar nicht getroffen fühlen! (Ich bin übrigens alte Schneider-Schülerin und habe meinen Beruf durch ihn (schätzen) gelernt!)
Hallo ElMa,
wenn Sie Gesabbel und Überflüssiges im Internet finden, dann spiegelt das die in Deutschland herrschende Unbildung. Sie ist nicht nur das Ergebnis der desolaten Zustände in unseren Schulen, sondern auch der Verdummungskampagnen mancher Zeitungen und Zeitschriften. Leider scheinen grad die Musterschüler Wolf Schneiders deren Redaktionen zu bevölkern. (Bsp. die von der GfdS sogar im Jahr 2005 als einprägsamste Schlagzeile gekürte BILD-Headline: “Wir sind Papst!”) Auch in den Werbeagenturen sitzen wohl Schneiders Musterknaben und prägen sogar das Kaufverhalten der Massen mit Slogans wie: “Geiz ist geil” “Ich bin doch nicht blöd”. Wenn das Printmedium sich je einem Bildungsauftrag verpflichtet gefühlt hat, so haben die Kollegen bei Bild & Bunte (und wie die Drecksblätter alle heißen) genau das Gegenteil angerichtet oder die noch dümmere Halbbildung bei Erwachsenen hervorgerufen. Wenn Sie bestreiten, dass solche Printerzeugnisse den Wert des Printmediums schmälern, warum sollten törichte Forenbeiträge und sonstiges „Gesabbel“ den Wert des Internets herabsetzen? Sie haben anders als die genannte Dreckspress nur eine geringe Verbreitung und tun im riesigen Angebot nicht weh. Welches Gewicht hat ein bisschen Unsinn bei Twitter oder in Blogs gegenüber dem Kampagnenjournalismus, dem man überall begegnen kann?
Die manipulative Berichterstattung in vielen Zeitungen ist ein Grund, warum ich enge Grenzen ziehe zwischen Gedrucktem und Gebloggtem (ich bevorzuge das Lautprinzip). Zudem: Die Redaktionen mancher Zeitschriften richten ihre Texte allein so aus, dass man den Anzeigenkunden ein anzeigenfreundliches Umfeld bieten kann. Das ist die Lizenz zum Gelddrucken für die Verlage, aber der journalistische Anspruch geht den Bach runter. Selbst wenn Blogger sich ähnlich vor den Werbekarren spannen lassen, sichert die geringe Verbreitung das Medium insgesamt ab. Ich könnte noch viele Beispiele nenne, wie das Printmedium seine Glaubwürdigkeit verspielt und müsste natürlich auch das Leitmedium Fernsehen einbeziehen. Aber da Sie selbst vom Fach sind, wissen Sie genug darüber, auch über die Verführbarkeit von Journalisten durch Presserabatte und die Kumpanei mit Politikern oder dergleichen.
Kritisiert Wolf Schneider das auch? Ich lese immer nur Kritik an schludriger Sprachverwendung, wobei die Schriftsprache gemeint ist. Die hat sich aber dem Mündlichen unterzuordnen, denn unsere Alphabetschrift hat vorrangig die dienende Funktion, den Laut abzubilden. Wie Videbitis oben schreibt: Es gibt Schlimmeres als schriftsprachliche Spitzfindigkeiten. Die globale menschliche Kultur wird von ganz anderen Fehlentwicklungen bedroht, beispielsweise von der Nahrungsmittelspekulation, zu der Zeitungen aufrufen, und vom Geld, das täglich um den Erdball marodiert. Es ist gut, wenn Schneider den Angestellten in Behörden beibringt, sich verständlich auszudrücken, damit der Bürger sich leichter tut mit amtlichen Schreiben. Aber „was ist mit dem Inhalt?“ muss man auch hier fragen. Es nutzt einem Hartz-IV-Empfänger wenig, wenn die Behörde ihm verständlicher und klarer die Pistole auf die Brust setzt, seine Rechte als Bürger stilistisch sauber mit Füßen tritt und ihn zur Zwangsarbeit verpflichtet.
Zuletzt noch ein Wort zur Verteidigung des Gesabbels im Internet: Ich war lange Zeit Deutschlehrer am Gymnasium und habe immer den Wert des Schreibens hervorgehoben. Um die Schüler zu motivieren, habe ich nach realen Schreibanlässen gesucht, wie es von den Didaktikern empfohlen wird. Denn Schreiben holt das Denken aus seinen natürlichen Kreisen und richtet es zu Zeilen aus. Weil Schreiben das Denken schult, freue ich mich über jeden, der schreibt, statt sich dumpf vom Fernsehen berieseln zu lassen oder ein laues Zeitungsbad zu nehmen. Ich sehe im Internet die Chance für jeden, sich aus eigenem Antrieb zu bilden. Es wäre schön, wenn Vertreter des Printmediums das ebenso unterstützen würden, statt immer nur den desolaten Zustand der Schriftsprache im Internet zu schurigeln. Wenn die Leute noch nicht so weit sind, die Ansprüche eines Profis zu erfüllen, weil sie zu ungebildet sind, dann muss ich euch sagen: Es ist auch euer Werk.
Freundliche Grüße
Trithemius
Wo, bitte, kann ich unterschreiben?
Hast du hiermit schon.
(… hat der Schneider auch ‘n Tipp – oh, neue Rechtschreibung; ich bin beeindruckt von mir -, wie man nicht mehr schreibt und endlich ein zufriedener Normalbürger wird…)
(… ich bitte den griesgrämigen Einwurf zu entschuldigen – das Alter…)
Obstsalat!
Entschuldige, dass ich deine Frage so flapsig beantwortet habe. Tatsächlich hilft es mir, wenn ich vom Schreiben ein bisschen überdreht bin, in die Küche zu gehen und zu kochen. Das entlastet den Kopf, man tut etwas Sinnvolles mit den Händen und kommt ein wenig zur Ruhe.
Wieso flapsig? – Ich habe mir das auch schon gedacht – Hesse ist immer umgraben gegangen… und Th. Mann hat bei Twitter rein gesetzt “K. kocht Tee”… und so…
(… das mit Hesse stimmt aber wirklich… )
Hihi, Th. Mann twittert Teestunde – guter Witz!
Ach wie schade, Thritemius, dass wir nicht bei Äpfeln und Birnen geblieben
sind, sondern jetzt in Obstsalat stochern. Ich hätte mich über eine interessante
Internet-Begegnung gefreut. Aber ich widme mich lieber wieder meiner Arbeit
mit Behinderten, die mit dem Wesentlichen umgehen können. Besten Gruß und weiterhin viel Spaß beim Plaudern um des Plauderns willen.
Hallo?! Ich hatte mir viel Zeit für meine Antwort genommen, um den Begründungszusammenhang verständlich darzulegen. Leider bekomme ich Obstsalat zurück. Ist es nicht üblich unter Wolf-Schneider-Schülern, sachlich auf Argumente einzugehen? Lehrt er, wie man sich das durch nassforsche Bemerkungen ersparen kann? Wenns Ihnen mehr ums Kulinarische geht, empfehle ich das hier:
P.S.: Das “h” in meinem Namen gehört woanders hin. Ich dachte, wenigstens das gehört zum Handwerk des guten Journalisten, einen Namen richtig zu schreiben.
Ganz ehrlich: Danke für Zeit und Mühe, die Sie mir gewidmet haben. Aber
über die Begründungszusammenhänge kommen wir ohnehin nicht zueinander.
Mit dem “h” haben Sie mich an meiner schwächsten Stelle gepackt: Ich bin
immer in Zeitnot und vertippe mich oft. Schneider: Er hat uns klares
Schreiben und das Gefühl für Deutsch gelehrt, den jeweiligen Inhalt hat er
uns selbst überlassen und respektiert, dass wir erwachsen waren, mit eigenen Erfahrungen, Meinungen und Lebenswegen. Mehr über ihn: Er hat ja wohl selbst eine e-mail-Adresse.
Sehen Sie mir weitere Tippfehler bitte nach!
Sie hatten mich gefragt: “Warum ziehen Sie so enge Grenzen zwischen Gedrucktem und Geblogtem?” Das kann ich Ihnen nicht monokausal erklären, weil es gesellschaftspolitische Bereiche berührt.
Sie wollen das nicht wissen, weil wir offenbar sehr unterschiedliche Weltbilder haben.
Tippfehler sehe ich meistens nach, aber da Sie mich mit Ihrem Äpfel-, Birnen,- Obstsalat-Vergleich verärgert hatten, bekamen Sie etwas Passendes zurück.
Wenn es ist, wie Sie schreiben, dann stiehlt sich Schneider aus der Verantwortung. Wenn ich jemanden in einer Waffentechnik unterweise, muss ich ihm auch ethische Normen beibringen, damit er die Waffe nicht missbraucht.
Also wirklich: Die Verantwortung für unser Denken, Meinen, Gewissen und unsere
ethischen Normen hatte S. nicht, siehe oben. Gruß: E. M.
Leider muss ich Sie auf etwas hinweisen: Techniken der Euristik sind im Teppichhaus nicht erlaubt. Sie widerlegen etwas, was ich gar nicht behauptet habe. Schon Ihr zweiter Kommentar war polemisch und im Ton herabsetzend. So gehen wir hier nicht miteinander um. Ich bitte Sie, sich an Regeln der Höflichkeit zu halten.
Trithemius
Da müssen Sie etwas missverstanden haben! Das bedaure ich.
Lassen wir’s einfach. Ich wollte mich ohnehin nicht mit Ihnen
über Wolf Schneider auseinandersetzen.
Weltbilder: Ja, da haben wir garantiert sehr unterschiedliche
Wahrhnehmungen. Ich knalle täglich auf stahlharte Realität,
die mir fürs Symbolisieren keine Zeit lässt. Danke für die
Gastfreundschaft in Ihrem hehren Kreise. Alles Gute: Elisa Mann
Hallo und einen schönen guten Morgen, lieber Herr TT, nun endlich habe ich mir die Zeit gegeben, die 20 Lektionen von Wolf Schneider zu lesen, damit ich ermessen kann, worüber hier geplaudert wird. Da ich eigentlich mehr zur lesenden als zur schreibenden Zunft gehöre, sind die Ratschläge ein wenig an mir vorbeigetröpfelt, aber eines ist doch mal klar, die Sprache, so oder so, ist ein Aushängeschild, und wer zu blöd brabbelt, hat schon von vornherein verspielt, meiner Meinung nach. Die Sprache auch in Blogs mag schlicht sein, das stört mich nicht, aber ist sie dummdreist blöde, dann muss man ja auch nicht lesen, wer zwingt einen.
Den Journalisten scheint der Herr Schneider aber wohl nicht genug beigebracht zu haben, denn die Journalistensprache
“geht mir aber auch sowas von auf den Sack”, dass ich zur Zeit nur widerwillig Zeitung lese, jedoch auch Nachrichten und Talk-shows im Fernsehen bereiten mir Unbehagen. Manchmal fürchte ich, wenn ich nicht einen “so klugen Mann” an meiner Seite hätte, der ab und an informiert, dann würde ich, wie man so schön sagt, aus der Welt fallen und nur noch im Moormodder stochern.
Also weiter im Text und hoffen wir das Beste, lieber Leser, und …. besuchen weiter mit Vergnügen das Teppichhaus.
Hallo, liebe Marana,
manchmal stört mich der Zeitungsstil auch gewaltig, aber insgesamt überwiegt die innere Ablehnung der tendenziösen und einseitigen Berichterstattung im Print und TV. Das beginnt schon bei der Wortwahl, wenn beispielsweise in den Nachrichten immer von “Schuldenkrise” die Rede ist, statt korrekt von der Banken- und Finanzkrise. Bei den Talkshows ist es die einseitige Auswahl der Blödbabbler. Uff, ich könnte soviele Beispiele nennen, wo die Leitmedien versagen, aber wir wollen uns davon lieber nicht in den Moormodder runterziehen lassen. Es muss ja noch manchmal vergnüglich zugehen. Sonst werden die Teppiche zu dreckig.
Schöne Grüße aus Hannover,
Jules