Kleinvieh macht besonders viel Mist

Wer hätte je etwas von Präsident Peter Mickmann gehört, wenn er nicht dem Zentralverband Deutscher Rassekaninchenzüchter e.V. angehört, der immerhin über 160.000 Mitglieder zählt und somit die weltweit größte Dachorganisation für Kaninchenzüchter ist. Nein, wir hören und lesen nichts von Herrn Peter Mickmann in unseren Leitmedien, wohl aber kann man keine Zeitung, keine Zeitschrift aufschlagen, keine Talkshow einschalten, ohne einem feist grinsenden Patrick Döring zu begegnen, dem Generalsekretär eines Vereins namens FDP, der mit gerade mal 63.000 Nasen nicht halb so viele Mitglieder hat wie der Kaninchenzüchterverband.

Patrick Döring hat vor seinem kometenhaften Aufstieg zur allzeit willfährigen Medienhure Haustierversicherungen verkauft, vermutlich auch so manches Rassekaninchen versichert. Was ihn außerdem qualifiziert: Im Dezember 2011 wurde er der Fahrerflucht überführt, konnte sich aber nicht an seine Unglücksfahrt erinnern. Und natürlich stammt er wie viele Pausenclowns aus Hannover, dem Politzirkus des schlechten Geschmacks.

Bei der Landtagswahl im Saarland hat die FDP schlappe 5871 Stimmen auf sich vereinen können. Trotzdem oder gerade deshalb saß Döring am Wahlabend bei der ARD in der Berliner Runde und durfte sich über die Tyrannei der Masse beschweren, die die FDP nicht wählen will, wohl aber Rassekaninchen züchten. Man tut in unseren Leitmedien alles, die siechende Randgruppe FDP künstlich zu beatmen. Letztlich ist das nur richtig, denn schließlich ist dieses marode Häuflein zwar unwählbar, aber auch unverzichtbar. Wer sonst wäre in der Lage, den Weltekel so richtig voll fett anzustacheln – im Zirkus des schlechten Geschmacks.

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13 Antworten auf Kleinvieh macht besonders viel Mist

  1. Sogar die Familienpartei hatte 0,5 % mehr Stimmenanteile denn die FDP; eigentlich dürfte die nur noch unter “Sonstige” laufen oder aber man sollte allen “Sonstigen” einen medienplatz einräumen.
    Schlimmer kann das TV-Programm dadurch ja nicht werden, höchstens lustiger

    • trithemius

      Es gibt offenbar erstaunlich viele FDP-Fans beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen, die ihre seltsame Vorliebe auf Kosten der Gebührenzahler hegen, wie auch hier zu lesen: http://www.nachdenkseiten.de/?p=12754#h18
      Andere Sonstige und sogar gewählte Parteien wie die Linken oder die Piraten kommen hingegen in der Berichterstattung kaum vor. Damit es lustiger würde, müsste natürlich auch Martin Sonneborns Die Partei mal die Chance kriegen, zur besten Sendezeit ihre Forderungen zu verbreiten.

  2. Daß hat mich auch gewundert, wie oft und zu welchen Gelegenheiten der Lindner seit seiner Re-Inthronisierung sein Frettchengesicht (für das er ja nichts kann) in die Kamera halten darf, ich hoffe nur, er verschwindet Anfang Mai genauso schnell wieder, wie sie ihn hervorgezaubert haben.
    Vorhin erzählte mir ein Kollege, die Piraten-Partei sei in Umfragen bundesweit inzwischen auf 12 Prozent – ich bin mir nicht sicher, ob das so eine gute Botschaft ist, wenn dieser Trend anhält. Würde mich nicht wundern, wenn die FDP-Karrieristen sich vorsorglich schon mal ein zweites Parteibuch als Pirat besorgen.

    • trithemius

      Der große Zuspruch für die Piraten bewirkt zumindest, dass sich die Nachfolgeorganisation der FDP, die Grünen, plötzlich für Netzthemen interessieren. Ich hoffe sehr, dass die FDP auch aus dem Landtag NRW verschwindet, dann sind wir Lindner und Döring gleich mit los.

  3. Ich habe noch erlebt, wie in deutschen Firmen die ersten Produktionslinen “outgesourced” wurden, weil andere Länder billiger produzieren. Nach und nach wurden auch Betriebselektriker, Kantinenköche und Dienstleistungen aller Art outgesourced. Heute werden in Europa ganze Konzerne überflüssig gemacht, weil es alles in Asien billiger gibt.
    Wenn ich mir die deutsche Parteienlandschaft so anschaue, wird es höchste Zeit, auch die Politik outzusourcen. Chinesische Parteien arbeiten sicher billiger für uns und qualitativ sind die bestimmt sehr gut! Geiz ist eben geil. Oder?

    • trithemius

      Chinesische Parteien, lieber Heinrich? Gibt es da mehr als die KP? Verglichen mit den Zuständen in China sind wir selbst mit der FDP in der Regierung bestens bedient. Darauf wollten Sie mich gewiss aufmerksam machen. Wir jammern über unsere Politiker auf hohem Niveau, aber mir scheint, dass es Kräfte gibt, die im Zuge der Globalisierung eine Nivellierung nach unten anstreben.

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