Guttenberg verteidigt die Freiheit des Internets – echt wahr!

Lügenpeter ist zurück. Karl Theodor zu Guttenberg wird Internetbeauftragter der EU. Er wird sich für die Freiheit des Internets einsetzen. Ja! Das macht der, sogar ohne Bezahlung, von den USA aus, wo er derzeit lebt. Lediglich die Reisekosten sollen ihm erstattet werden. Vermutlich nimmt er eine Monatskarte von Greenwich (Connecticut) nach Brüssel. „Ich bin der Macht des Internets persönlich ausgesetzt gewesen, erst in diesem Jahr. Und ich erkenne und wertschätze dessen Fähigkeit, jene an der Macht zur Verantwortung zu ziehen“, sagte der Ex-Doktor bei einer Presskonferenz in Brüssel, er, der von den Enthüllungen seines Doktorbetrugs durch Netzaktivisten hinweggefegt worden ist. „Niemand als ich könnte ein besseres Motiv haben, die Freiheit des Internets fördern, damit wissenschaftliche Betrüger auch künftig nicht frei herumlaufen können. – So wie ich“, setzte er schmunzelnd hinzu. Das lässt auf die Früchte seiner Tätigkeit hoffen. Zu Guttenberg befreit das Internet aus den Klauen der Verfassungsschützer, des Bundeskriminalamts, er stellt dem Bundestrojaner den Fuß in den Nacken, zügelt den Zensurwahn der EU … und alles nur für eine Monatskarte!

Nein? Das zweite Zitat ist erlogen? Der kann das gar nicht, weil es gegen seine Überzeugung verstößt? Weil er nämlich immer propagiert hat, das Internet müsse stärker kontrolliert werden? Warum will er dann diesen Posten bei der EU? Es könnte natürlich sein, dass zu Guttenberg neuerdings eine heimliche Geliebte in Brüssel hat, einen Grund braucht hinzufliegen und sich das Reisegeld sparen will. Da hat er bei der EU-Kommission angerufen und gesagt, ich brauche einen Posten bei der EU, egal was. Ich verstehe sowieso nur was vom Doktorspielen. Und was der kann, kann ich auch.

Ganz anders:
EU-Kommissarin Neelie Kroes hat ihn berufen, weil sie für die Internetzensur keine Heiligen will, sondern Talente, hat sie gesagt. „Ich suche nach Talent, nicht nach Heiligen“, womit sie Guttenberg im Umkehrschluss treffend einen Scheinheiligen genannt hat, der auch mal ein bisschen am Rande der Legalität zu agieren bereit ist. Welches Talent hat sie wohl in Guttenberg entdeckt und wozu ist es gut? Die dubiose Mevrouw Neelie Kroes hat mindestens zweimal (2006, 2007) an der Bilderbergkonferenz teilgenommen, und Herr zu Guttenberg ist Mitglied der Atlantikbrücke, war sogar Young Leader der Atlantikbrücke. In den USA wird man sich gedacht haben, dass es gut ist, wenn einer der ihren das Internet in der EU überwacht und dafür sorgt, dass ihre Interessen vertreten werden. Passend bleibt zu Guttenberg in den USA, um die rechten Verbindungen zu pflegen zum Netzwerk der Superreichen, Wirtschaftslenker, der willfährigen Politiker und Medienvertreter. Think Tanks wie die Atlantikbrücke und die Bilderbergkonferenz glauben von sich, die geheime Weltregierung zu verkörpern. Politiker sind ihre Ausführungsorgane. Man schaue sich bei Wikipedia nur die Mitglieder der Atlantikbrücke und die Teilnehmer der Bilderbergkonferenz an. Gegen manche von ihnen ist zu Guttenberg selbst als Scheinheiliger ein ganz erbärmliches Licht. Der muss sich noch beweisen. Möge sein Talent mausklein bleiben – im Zirkus des schlechten Geschmacks.

Zur Erinnerung:
Guttenberg-5-6
Meine von mir in mühevollster Kleinarbeit verfasste Dissertation ist kein Plagiat (Bildquelle: ZDF, Mash-up-Gif: Trithemius).

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5 Kommentare zu Guttenberg verteidigt die Freiheit des Internets – echt wahr!

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