Die Zeit der helfenden Hand, die sich zur Faust ballt – Das Manifest der radikal-ästhetischen Utopie

Was bedeutet radikale Aufklärung?

Die radikale Aufklärung ist eine robuste Aufklärung, die sich nicht mehr so einfach übers Maul fahren und sich nicht einkaufen lässt. Eine Aufklärung, die sich nicht bestechen und vor allem nicht blenden lässt. Eine Aufklärung, die die politisch und zunehmend ökonomischen Zwangsverhältnisse, in die man uns bettet und zwingen will, nicht mehr hinnimmt. Eine Aufklärung, die radikale Worte wählt, um die alten Strukturen der Unterdrückung und Bevormundung abzuschaffen.

Wir sind Mündel der oligarchischen Politikerkaste gewesen, die uns nicht mehr vertritt. Wir sind Gemaßregelte eines politisch-ökonomischen Willens gewesen, der nicht der unsere gewesen ist. Wer aber sind ”wir” jetzt?
Wir sind viele. Nicht die 99 %, aber wir sind viele. Wir sind zugleich die geballte Faust gegen das System, wir sind die Mutbürger, wir sind, das doch wohl einmal vor allen Dingen, das Volk!

Wir lassen uns das Staatsspieltheater nicht mehr im Zuschauerraum aufführen mit dauerimprovisierenden Laien der Zunft, die sich über uns kaputtlachen, derweil wir billig Applaus geben dürfen, Claquere des Politsystems. Nein, wir wollen auf die große Politspiel-Bühne, dort agieren und da bleiben.

Wir fordern nicht mehr lange politische Beteiligung ein, sondern werden sie uns holen. Unser radikaler Weg schadet nicht unserer Sache, wie so oft zag gesprochen wird, (der radikale Weg schadet nicht unserer Sache, er schadet dem System), wir gehen diesen Weg mit einem Selbstverständnis, das den Mächtigen Angst machen wird. Der Machtkomplex wird erstaunen darüber, wie stark wir geworden sind. Parteien sprechen uns nicht mehr an. Unser Druck wirkt von außen auf das Parlament. Unser Druck ist radikal politisch und ästethisch zugleich. Eine Bewegung der Wahrheit gegen das verlogene System, eine Bewegung der lange gestauten Frustration gegen ihre schmutzige Quelle.

Keine moderaten Seifenblasen mehr, mit denen wir bisher jedes Wort unseres Widerstandes umhüllt haben, damit er das System wachsweich treffe, so haben wir das System nur verteidigt. Klare schnittige Worte sind gefragt, keine Seifenblasen, kein mildernder Schaum der Betulichkeit.

Sie reden nicht mehr mit uns, sie holen sich die Lobby in die hohen Häuser und verfügen dort über uns, richten über uns, bewältigen uns, statuarisieren uns, legen uns fest auf Dinge, die wir nie wollten, sprechen von ”Alternativlosigkeit” und den Zwängen der Realpolitik. Alternativlos wird dagegen allein unsere radikale Aufklärung sein. Die sollen uns nicht mehr (zu)hören, die sollen uns spüren. Spüren und zu spüren bekommen, was sich da gegen sie bewegt, welche harte Faust da im Anschlag ist gegen diese verkommene Realpolitik. Wir sind viele…

Wir haben den Glauben an dieses Politikkonsum-Zusammenhang verloren, aber dafür den Glauben an uns und unsere Wirkungsmacht zurückgewonnen. Und diese Wirkmacht richten wir jetzt gegen unsere Bestimmer, unsere Puppenspieler, unsere Verfüger. Das Bundeskabinett ist das Zentralkomittee der Neoliberalen Republik Deutschland (NRD). Das ist Politik aus einem Stuss. Dagegen wenden wir uns. Dagegen, schon aus Prinzip. Das ist jetzt wieder so einfach. Mitmachen im System ist nur noch Vereinnahmung und Hinhaltemanöver. Mitmachen bei dieser ”repräsentativen” Oligarchie zeugt von politischer Willenlosigkeit. So ist es gelaufen in den letzten zwanzig Jahren: die wollen für uns, was wir nie wollten.

Arbeit, Lohn und Brot! Das sind Prioritäten, ganz recht, aber dann möchten wir auch was sehen für unsere Arbeit, Lohn, der uns gutes Brot kauft, Lohn, der unsere Arbeit würdigt. Für Sklavenlöhne gehen wir nicht mehr arbeiten. Besser: dann arbeiten wir nur noch am Umsturz und unser Lohn wird der Fall der Verhältnisse und des knechtenden Systemes sein. Das Brot backen wir zur Not gern auch wieder selber. Wir beißen die Hand, die uns füttert … und die uns schlägt. Die uns füttert mit knorrigen Brosamen und abspeist mit systemischen Lügen seit Jahr und Tag.

Aber wir müssen mutig sein! Viele von uns hängen bislang noch wie selbstbetäubte Fliegen im Spinnennetz der Zusammenhänge, reglos sich schon er- und hingebend, bevor die Spinne überhaupt zugebissen hat. So weben wir sogar mit am Netz-Zusammenhang. Das muss aufhören!

Wir müssen den Mut haben, Zusammenhänge anders auszusprechen und darzustellen, als die Politikerkaste es tut. Wir müssen die Dinge klar benennen, sowie immer mehr Menschen es von Tag zu Tag bereits zunehmend tun. Explizit sein, klar sein, nicht in den Politiker- und Ökonomen-Phrasen verkleben. Licht auf Geheimpolitik werfen, Lobbyismus brandmarken, Mitsprache uns holen, indem wir laut und beharrlich sind, wir fordern, wir schlagen nicht mehr vor, wir weisen, wir empfangen keine Weisungen mehr.

Einmal mehr: unsere Faust gegen den kalten Staat! Wir ducken uns nicht mehr weg, wir besetzen nicht nur Börsenplaetze, wir besetzen die Köpfe und formieren neue starke Ideen, die eine Gesellschaft formen und begründen wollen, die nicht mehr asozial aneinander vorbeiläuft und nur das große ”ich” ausruft, die leidenschaftlich ist und nicht kühl-kalkulierend. Wir wollen nicht mehr in einer leeren Welt leben, die vollgestopft ist von Sinnlosigkeiten, Plastikmüll, asphaltiert von konjunkturfördernden Infrastruktur-Projekten auf denen wir uns hinschleppen zu unseren sinnlosen systemstützenden Jobs. So ratlos dürfen wir nicht mehr leben…

Wir arbeiten an der neuen Demokratie. Wir arbeiten an einer Räterepublik, die uns konstant einbezieht und in der wir uns ständig einbeziehen in die politische Arbeit, die uns gestaltenden Anteil haben lässt und in der wir gestaltend arbeiten am ökonomisch politischen Komplex. In der WIR Politik und Ökonomie gestalten. Eine Ökonomie zudem, die nicht mehr ausbeuterisch und selektiv-exklusiv wirken wird. Wir wirken hin auf die Schaffung eines neuen mutigen Bewusstsein, eine Fanfare gegen (und immer wieder GEGEN) das Lügenspiel, gegen Politik als billigen Ramsch der neoliberal-sozialdarwinistischen Ideologie, gegen kompetitive Eigentumsanhäufung als einzige Form der Sinnvermittlung in einem ”demokratischen” Staat, dessen Räson eine Verfassung ist, die man beständig ummodelt und nach Belieben übergeht.

Wir wenden uns gegen das Ausstaffieren von Ministerposten nach ökonomischen Belangen, gegen die Entmündigung des Bürgers, der von der Politiker-Ökonomenkaste nur als Abkäufer und Konsument von Politik installiert wird und derart politisch für dumm verkauft. Partizipation findet nunmehr öfter statt als nur alle vier Jahre.

Wenn der Staat sich mit seiner Exekutive gegen uns wendet, ist es nicht mehr der Staat, der uns schützt (wie er dies ja schon lange nicht mehr tut), sondern der Staat, der sich gegen uns schützt. Und was bedeutet das? Dass dieser Staat sich abriegelt? Haben wir eine sich verbarrikadierende Politikerkaste gewählt, dass sie sich vor uns schützen lasse? Dass sie das Staatsrad gegen uns wendet?

Der Staat wird zum über uns richtenden und sich gegen uns richtenden Komplex. Wir bilden in einem solchen Defensiv-Staat, der sich der Interessen, Ängste, tiefen Nöte und Zwänge ”seiner” Bürger erwehrt und sich fortwährend gegen die Vielen wendet, keine volonte generale mehr aus. Nicht mehr unsere mündige Wählerstimme benötigt dieser Staat zu seiner Legitimation, sondern gerade in der Abwehr berechtigter Bürgerinteressen legitimiert er sich in seiner Selbstgefälligkeit als weisender Staat. Der Leviathan wächst über unsere Köpfe hinaus und wendet sich mit einem deftigen Schwertstreich gegen uns. Seid einmal laut und entschieden und radikal genug, konsequent genug in eurem DAGEGEN. Ihr werdet die Faust des kalten Staates zu spüren bekommen. Das Bollwerk steht noch fest.

”Die Richter und Staatsanwälte, für wen sind sie da?
Für die Kapitalisten und für IHREN Staat
Sie verurteilen uns nach ihrem Gesetz
Wer das Geld hat, hat die Macht und wer die Macht hat, hat das Recht.
Sie sind gekauft, um uns zu quälen,
sie schützen die Reichen, die uns bestehlen.
Sie verurteilen uns nach IHREM Gesetz:

Denn wer das Geld hat, hat die Macht und wer die Macht hat, hat das Recht.

Sie nehmen uns aus!
Sie schmeissen uns raus!
Sie tun nichts für uns…doch sie leben von uns,
Sie nennen uns ihre Sklaven
Und wenn wir kämpfen, werden sie uns jagen…”

(Ton Steine Scherben, Der Kampf geht weiter)

Und dieser Kampf geht weiter, vielleicht auch hat er gerade erst richtig begonnen! Unser Kampf für unsere Gesellschaft, unser Recht, UNSER Gesetz, unsere Interessen, unseren Zusammenhalt. Es wird Zeit, dass wir Werte schaffen, die an der Börse nicht zu berechnen sind. Seien wir unberechenbar, seien wir stark in unserem Kampf und unserer Entschiedenheit gegen den System-Zusammenhang. Lösen wir uns da jetzt heraus, gehen wir freie und starke Schritte, sprechen wir laute und klare Wahrheiten, lehren wir einander revolutionäres und neu aufgeklärtes Denken.

Reicht dem, der unten ist und schon durch die Maschen zu fallen droht, eure Hand. Seid solidarisch! Lasst euch nicht hetzen Bürger gegen Bürger durch das hohle Sprechrohr der Lügenmaul-Politik, die den Ärmsten und den Erwerbslosen als Bürger dritter Klasse brandmarkt. Wenn ihr nicht mit dem Armen an seinem groben leeren Tisch zu sitzen bereit seid, dann ist die neue Aufklärung nichts wert. Wenn wir nicht zusammenstehen noch mit dem elendsten Manne im Staat (und gerade! mit ihm), dann stehen wir überhaupt nicht zusammen.

Wir sind viele und wer kann uns denn da trennen, wenn nicht wir selbst!? Sorgen wir dafür, dass wir vereint gegen dieses System stehen und uns wehren. Wir müssen nur erwachen aus unserem betäubten Verharren zwischen den Türen … sprechen wir uns Mut zu …

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17 Antworten auf Die Zeit der helfenden Hand, die sich zur Faust ballt – Das Manifest der radikal-ästhetischen Utopie

  1. trithemius

    Dein Manifest der radikal-ästhetischen Utopie ist beeindruckend, lieber Paul. Darin findet sich genau die sprachliche Kraft, die den zaghaften Protesten der Occupy-Bewegung fehlt. Und: Man spürt den freien Geist, den Mut, meinetwegen auch den Zorn, der hinter diesen Worten steht, Geist und Mut, der in die Gesellschaft getragen werden muss. Hier wäre der Anfang gemacht, aber es wäre zu wünschen, würde sich dieses Manifest verbreiten, ich wünsche mir, viele Blogger würden es aufgreifen und veröffentlichen, auch wenn der Text lang ist. Aber soviel Zeit, ihn zu lesen, die muss doch wohl drin sein bei all den am Tag verschwendeten Minuten und Stunden durch entfremdende Arbeit, bei der verschwendeten Lebenszeit auf der Suche nach Ablenkung vom Frust mit dem Zapp-Finger. Deine Zeilen einmal zu lesen, sie zu verstehen und in sich die Kraft entdecken, nicht mehr zu jammern, zu klagen, zu murren und zu maulen, sondern klare Gedanken zu fassen, wie unsere Zukunft sein kann. Es ist wunderbar aus dem Nebel, aus der Vernebelung durch die Massenmedien aufzutauchen und sich zuerst einmal die Herrschaft über den eigenen Kopf zurückzuerobern. Und dann: Wir können auch ein Massenmedium schaffen, indem wir uns vernetzen, einmal wenigstens Abstand nehmen vom selbstbezüglichen Bloggen und zeigen, dass wir nicht nur einen A-Flashmob machen können, sondern auch Inhalte vermitteln, die unser Denken befreien. Wir können mit deinem Manifest eine Gegenöffentlichkeit herstellen. Daran müssen wir nur EINMAL glauben.

  2. Ich habe es erst heute geschafft, den Artikel komplett zu lesen. Er ist leidenschaftlich und aufrührerisch, aber aufklärerisch? Ich sehe da nichts vom “Mut, sich des eigenen Verstandes zu bedienen”. Paul Duroy klagt an, er teilt ein in “die da oben” und “wir hier unten”. Er will das umkehren, will selber oben sein und (mit)bestimmen. Vielleicht will er auch oben und unten abschaffen und alle auf einer Ebene wiederfinden. Das wird für mich nicht ganz deutlich. Ich weiß auch nicht, wie er sich die Mitbestimmung praktisch vorstellt und wie die Räterepublik. Was soll von welchen historischen Vorbildern übernommen werden? Möglicherweise folgt da noch die angesprochene Aufklärung? Das fände ich schön. Weiter frage ich mich und auch Sie, Herrn Duroy, wie Sie sicherstellen wollen, daß das, was nach der Revolution kommt, besser ist als jetzt? Wie wollen Sie dafür sorgen, daß dann jeder glücklich und zufrieden ist? Woher wissen Sie, daß das Volk eine Räterepublik will? Und wieso sollte die mehr Bestand haben als die, die es bereits gegeben hat?
    Ich bin nach wie vor skeptisch, was großen Protest und große Revolutionen betrifft. Das ist vielleicht eine Frage des Temperaments. Ich glaube eher an kleine Schritte, daran daß ich zuerst meinen eigenen Lebensstil ändern und dann darüber reden muß, damit andere angesteckt werden und mitmachen. Dazu gehört der bewußte Verzicht auf Fernsehen (und Radio und Zeitungen), auf Fleisch aus nichtökologischer Tierhaltung, auf Klamottenkäufe bei Ketten, deren Produkte schon nach wenigen Monaten aus qualitativen Gründen nicht mehr tragbar sind (aber sooo günstig waren!) und auf Fertiggerichte mit “Füllmaterial” (Laktoseintoleranten fallen besonders die verschiedenen Varianten von Milchpulver in Soßen, Tiefkühlzeugs, Keksen, sogar Getränken auf). Genauso wie die Nutzung und Unterstützung/Verbreitung von Alternativen zum Kaufen-Wegschmeißen-Zyklus dazugehört (der ja global gesehen eher eine Kettenreaktion als ein Zyklus ist). Eine großartige Idee dafür ist z.B. die “Give Box”. Sorry, wenn die Werbung hier unerwünscht ist, ich finde das Projekt einfach so großartig, daß ich es überall bekanntmachen will.
    All das geht ohne Wut oder Zorn, ohne Gewalt, ohne daß Unschuldige aus Versehen unter die Räder kommen. Niemand geht dabei das Risiko ein, das wenige, was er noch hat, auch noch zu verlieren.
    Natürlich ist das Tauschen und Verschenken statt Neukaufen und Wegschmeißen kein Systemumsturz. Es ändert nichts am Überwachungsstaat, am Zerreißen des sozialen Netzes, am Verbot der Glühbirne und der Zwangsrundfunkgebühr.
    Aber ich bin davon überzeugt, daß es die da oben (um bei dem Bild mal zu bleiben) an den beiden Punkten trifft, um die es ihnen geht: Macht und Geld. Was man geschenkt kriegt, muß man nicht kaufen, je weniger man kaufen muß, desto weniger ist man gezwungen, schlecht bezahlte Zweit- und Drittjobs anzunehmen. Wer nicht viel Geld braucht, muß es auch nicht zwanghaft vermehren und schützen. Er braucht keine Aktien, keine Risikolebensversicherung und keinen Lottoschein (oder noch schlimmer eine Kandidatur in einer Quizsendung). Er ist nicht zu frustriert, wenn er Geld verliert oder nicht gewinnt. Er braucht dann keine Partei, die verspricht: Wenn du uns wählst, kriegst du alles umsonst. Weil sie davon tr%C

    • Liebe Anna Lühse,

      Ihre Anwuerfe und Unterlassungsbekundungen in meine Richtung greifen fast alle fehl, aber Sie koennen ja auch nicht wissen, dass in meinem Haus-Blog all das, was Sie hier als fehlend unterstellen, ebenso schon angedacht ist. So simpel zu sein, die Welt allein nur in ”die da oben” ”Wir hier unten” einzuteilen, dass sollten Sie mir nicht unterstellen. Sie heben zB als eigenen Ansatz die Konsumkritik und das so wichtige Aendern des eigenen Fehlverhaltens hervor. Bitte lesen Sie in meinem Blog fast alles dazu, so zB hier:

      http://raumgewinner.blog.de/2010/12/19/schwere-erlangung-lose-winterliche-reflektionen-konsum-konsumkritik-metamorphosen-verwandlung-ii-10215844/

      Die Frivolität der kaufenden Masse, die durch Ihren unreflektieren Dauerkauf mitmacht, ist mir absolut bewusst. Immer wieder schreibe ich vom entschiedenen Griff an die eigene Nase, das Wenden des Zeigefingers gegen sich selbst.

      Neue Aufklaerung bedeutet, die Dinge explizit zu benennen, neu zu deuten und demetnsprechend neu zu handeln. Auch davon liest man in meinem Blog mehr. Fast jeder meiner Eintraege dort endet auf ”naechstens mehr”…das haengt alles zusammen. Sie sollten also nicht diesen vorliegenden Text aus dem Gesamtzusammenhang reißen, das verzerrt nur alles und am meisten verabscheut man es, missverstanden zu werden.

      Manchmal braucht es die Erkenntnis und die Wut, um die Dinge neu zu benennen. Viele kritisieren gern in kleinen Schritten ”nach der Ordnung”, verteidigen aber gerade dadurch das System Klar ist die Herangehensweise von einstroemenden Aenderungspotential auch eine Frage des Temperamentes: der besonnene Pragmatiker muss dabei immer aufpassen nicht zum moderaten Phlegmatiker zu werden. Der schaeumende Wueterich dagegen darf die Wut nicht gegen die Falschen wenden. Wichtig aber ist, dass man gehoert wird oder, wenn man ueberholt wird, schaut, dass man mit seinen kleinen Schritten dem Ueberholenden auch noch nachkommt. Viele bekommen derzeit das Gefuehl, dass dies nicht mehr moeglich ist.

      Und unbedingt ja doch spricht aus all diesen Texten: Mut, sich des eigenen Verstandes zu bedienen! Was denn ueberhaupt sonst als einmal das? Es ist ein Fehlurteil zu meinen, Verstandesurteile muessten notwendig kuehl sein und Indolenz aufweisen. Zum Streit der Meinungen und zur Aussage verstaendiger Urteile hat immer schon eine gute Portion Schaerfe, Staerke und Entschiedenheit gehoert. Geduld ist eine Tugend, aber der Verstand ist nicht notwendig auch geduldig. Wenn die Verhaeltnisse immer duemmer werden und den Verstand beleidigen, tut dem Verstand diese Dummheit weh und er wehrt sich. Der wehrhafte Verstand begruendet den revolutionaeren Kampf. Wer sich seines Verstandes bedient, sollte auch Mut haben. Mut, zu handeln…große Schritte zu setzen. Ein solcher Mut…

      Revolution ist und da stimme ich Ihnen ja zu, vor allem auch die Revolution der eigenen Gesinnung und des eigenen Handelns. Sie aber haben augenscheinlich ein groeßeres Reservoir an Geduld und Duldsamkeit und sagen ”Reform” dazu, viele Wuetende dagegen sind ungeduldig und sagen ”Revolution”. Aber wir wollen dasselbe. Sie gern ueberschaubar, ich gern stuermisch. Der betuliche Charakter wird durch den leidenschaflichen Stuermer relativiert und umgekehrt.

      Alles Weitere wird sich ergeben. Politische Beteiligung muss in die Breite gehen, muss in die Tiefe gehen. Räterepublik, was bei Ihnen vielleicht Alarmglocken schlagen laesst, bezeichnet die Ausbildung regionaler Buergerausschuesse, die sich viel staerker als jetzt basisdemokratisch einbringen in die Politik. Buergerausschuesse, deren Wort man Gehoer schenkt und die mitbestimmen koennen und das staendig. Wir brauchen keine Berufspolitkerkaste, die uns das Denken abnimmt und oligarchisch handelt. Zu alledem demnaechst mehr.

      Und natuerlich ist der Lobbyismus und die verheerende Liason zwischen Kapital und Politik ein Problem des ”Da Oben”…oder feiern SIE Ihren Geburtstag im Kanzleramt?

      Sie haben wahrscheinlich noch nicht genug verloren oder sich noch nicht genug Verlust bewusst gemacht, als dass Sie das System breiter angehen würden. Der Verlust des jetzigen Systemes verunsichert sie vielleicht, weil Sie fuerchten, etwas (was auch immer) zu verlieren. Ich aber denke an das, was wir gewinnen koennen und ich meine keine Waren, sondern Werte. Ich kann nur laut fuer die sprechen, die es leise tun…

      Solidarische Grueße von Paul Duroy

      • Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
        Ich habe leider nicht die Zeit, ihr gesamtes Blog zu durchforsten. Da der Text hier im Teppichhaus isoliert veröffentlicht wurde, bin ich davon ausgegangen, daß es sich um eine Zusammenfassung Ihrer Gedanken handelt, nicht nur einen Ausschnitt.

        Was erlittene Verluste durch die Krise(n) der letzten Jahre angeht, kann ich überhaupt nicht mitreden. Ich habe noch nie viel besessen und das hat sich bisher nicht geändert. Ich habe keine Ersparnisse, keine Wertanlagen, nicht mal ein Auto.

        Was ich besitze, ist meine Gesundheit, meine (Aus-)Bildung und meine Familie. Diese Dinge sind es, um deren Verlust durch eine Revolution ich fürchte.

        Ich habe überhaupt nichts gegen Emotionen. Wut als Auslöser für Veränderungsbestreben ist notwendig, das sehe ich auch so. Aber Wut hält sich meiner Erfahrung nach nicht besonders lange. Und wenn die verraucht ist, sollten konkrete Ideen oder besser Ziele folgen, auf die man hinarbeiten kann.
        Ich erwarte keineswegs eine detaillierte Skizze des perfekten Systems incl. 10-Punkte-Plan, wie es zu erreichen ist. Als Diskussionsgrundlage wären ein paar mehr Einzelheiten jedoch wünschenswert. Vielleicht ist Ihr Blog der geeignetere Ort dafür. In diesem Fall möchte ich Ihnen eine Empfehlung zur freien Verfügung überlassen: Passen Sie Ihre Texte an die Teppichhausleserschaft an. Beginnen Sie mit einleitenden Worten wie: “Dies sind meine Gedanken zum Thema XY” und enden Sie mit: “Weitere Gedanken zum Thema YZ folgen demnächst. Für weitere Ausführungen besuchen Sie mein Blog.” Es wäre auch hilfreich, einzelne Themen, über die Sie schon geschrieben haben, direkt zu verlinken.

        Auf den Rest einzugehen, schaffe ich jetzt nicht mehr, vielleicht später.

        • Wie ich nun wiederum unten bei Kienspan bereits schrieb, ist es wahrscheinlich ziemlich schwer fuer einen Gastautoren hier alles einzubringen, was in meinem Hausblog Thema war. Schauen Sie einfach hin und wieder dort vorbei, dann wird Ihnen vieles klarer. Ich freue mich immer wieder, wenn aufmerksame und kritische Leser sich die Zeit fuer themen nehmen, die mir am Herz liegen und fuer die ich mir ebensolche Zeit nehme, darueber zu schreiben.

          Sie sollen keine Angst haben, Anna Luehse. Revolution, wenn sie denn sich ereignete, soll doch dem ”kleinen Mann” (als welchen ich mich selbst bezeichnen moechte) nicht die Familie rauben, die Ausbildung oder den Job, über die Gesundheit gar nicht zu reden.

          Und natuerlich verraucht die Wut, wenn sie ihr Veraenderungspotential zur Geltung gebracht hat und das ist auch angemessen so, in einer latenten Wut-Gesellschaft moechte keiner leben. Es geht um etwas wie gerechte Wut, keinen blindwütigen Furor und auch das muss man unterscheiden: gezielt-gerichtete Wut und Empörung versus blind- und blutwuetigen Furor. Von letzterem war nicht die Rede und Gewalt ist hier bloß als Ermaechtigung zum Handeln durch das Ueberschreiten von Limitationen gemeint, nicht als offensiver Aufruf zum Gemeuchel. Aber ein bisschen mutiger muessen wir noch werden…

          Verlustangst uebrigens laesst sich ohnehin nicht steuern, die werden Sie auch haben, solange das oben von mir kritisierte System besteht. Es gibt auch schleichende Verluste, die nicht bemerkt werden, ich habe zB nicht das Gefuehl, das dieses Gefuege sehr familienschuetzend vorgeht, aber das ist schon wieder ein ganz anderes Thema. Aus Verlustangst schreibe ich GEGEN das System!
          Und ich meine keine materiellen Verluste, die zumindest nicht in erster Linie.

  3. Kienspan

    Ich denke, werter Paul Duroy, dass es konkreter werden müsste. So sehr ich Ihr Manifest von der emotionalen Grundrichtung her unterstütze, es fehlt noch an exakt benannten Angriffspunkten. Zum Beispiel das von der Realwirtschaft abgekoppelte, sich mit den Banken verselbstständigt habende Geldsystem. Den Zinseszins desweiteren. Die zur Farce verkommene repräsentative Demokratie zum Beispiel.

    “It is well enough that people of the nation do not understand our banking and monetary system, for if they did, I believe there would be a revolution before tomorrow morning.”
    Henry Ford

    Ich denke, dass wir auf allen gesellschaftlichen Ebenen verstehen müssen, wie unser Geldsystem funktioniert und wie es in seiner Werthaltungsfunktion pervertiert wurde zum Anlageobjekt. Wir werden auch einsehen müssen, dass jeder einzelne von uns hinter dieser desaströsen Entwicklung steht, wenn er Zinserwartungen hegt, Phantasien bezüglich einer wirtschaftlich autonomen Zukunft pflegt, sein Eigenheim mit Tilgungsträgern unterlegten Fremdwährungskrediten finanzieren wollte. Monetäre Autarkie ist eine Illusion. Das muss der Allgemeinheit in die Augen genagelt werden.

    Wir werden zurückkommen müssen zum Solidaritätsprinzip. Der zu erwartende Crash des Geldsystems wird uns gar keine andere Wahl lassen. Ich würde Sie nach Kräften und Wissen unterstützen, wenn Sie die Konkretisierung Ihres Manifests vorantreiben wollten. Das Zinseszinssystem crasht notwendigerweise alle 70-80 Jahre. Das Neue dieses mal ist, dass so viele Menschen im Internet nachlesen können, weshalb es zu diesem Crash kommen muss. Darin liegt sehr viel Veränderungspotenzial.

    Mit entschlossenem Gruß
    Kienspan

    • Lieber Kienspan,

      ein bisschen muss ich Ihnen vorab erwidern, wie ich Anna Lühse erwidert habe, in bezug auf meine Gesamt-Idee: ich kann nicht voraussetzen, dass sie alle Texte auf meinem Haus-Blog gelesen haben. Dort werden Sie in loser Reihenfolge viele Beitraege finden, die konkreter benennen, was das Problem ist. Da geht es mitunter um Schulden und Schuldenrezess, um die ideologische Einimpfung des Dauer-Konsumgedankens in den einstmals muendigen Buerger, um uebertriebenes Sicherheitsdenken, das junge Menschen bereits Altersrenten und risikofinanzgedeckte Versicherungen, die sie nicht bräuchten, abschließen laesst, etc etc…auch dem Dahinsiechen der verlogenen repraesentativen Demokratie habe ich mich in meinem ”Haus-Blog” bereits seit Regierungsantritt unserer ermuedeten Koalition immer wieder gewidmet, so zB das Wachstumsbeschleunigungsgesetz in Augenschein genommen. Ein Machterlass aus lobbyistischem Antrieb, der mit der repraesentatio rei publicae et populi nichts zu tun hatte.
      In meinem Hausblog finden Sie zudem Texte zur naturrechtlichen Grundideologie des Neo-Liberalismus als Invasiv-Strategie.

      Manchmal ist es an der Zeit, dass die Emotion dem detaillierten Reformplan vorauslaeuft. In einem System-Zusammenhang, der das Moderate und die Reformansaetze durch Anwandlung einfach einverleibt und gegenstandslos macht, kommt man mit dem Herumreichen von Mappen voller Ideen nicht weiter. Da muss manchmal die Emotion erst Satz und Gegensatz erzeugen, damit man den notwendigen Außenblick auf den verkommenen System-Zusammenhang werfen kann. An diesen Wendepunkten in der Zeit ist die Emotion dem sachlichen Argument allein unterlegen. Aber zum Glueck! erkennt man, dass auch in Ihrem feinteiligerem Blick auf noch spezifischere Gruende für die Finanzherrschaft aus Ihren Zeilen ein gut sublimiertes Maß an Emotion hervorsickert. Emotion schafft ueberhaupt erst Inspiration.

      Die Notwendigkeit des Systemkollapses von der Sie schreiben, wird unbedingt forciert durch den bewussten oder unbewussten Aufruhr der sukzessive ins Unrecht gesetzten Menschen. Es braucht eines Funkens, um all das anzustoßen. Man hat lange genug erklaert, warum all das sich so verhaelt. Aber die Menschen wollten weiterwachsen und vermehren und anhaeufen und prosperieren.

      Und Sie (bzw zudem ihr Zitatgeber Henry Ford) haben ganz recht, lieber Kienspan: die Menschen wuerden wahrscheinlich aufschrecken, durchschauten sie, wie das Ganze ablaeuft. Die Frage ist allein, ob sie dann eine Revolution starten oder aber nicht vielleicht auch einfach nur resignieren würden und in Apathie verfielen, da sie jahrzehntelang einer gigantischen Luege, die ihr Leben, vielleicht gar: ihr Lebenstraum war, hinterhergelaufen sind.

      Ich fuer meinen kleinen Teil moechte einen großen Funken zünden oder gern auch ein Feuer gegen diese mitunter auch aufkeimende Resignation. Die konkreteren und formenden Ideen kommen dann wie von selbst zu diesen Ideen herbei. Z.B von aufmerksamen Lesern wie Ihnen.

      Mehr davon und danke für die kritische Lektuere…

      Ich bin im Uebrigen auch grad erst dabei, konkreter zu werden, mir detaillierte Gedanken ueber all das zu machen. Erst kommt das Durchschauen und Aufklaeren, dann wachsen die Ideen heran, wie es anders gehen koennte. Zumindest verhaelt es sich bei mir so. Ich will zudem aufruetteln, nicht vorschreiben. Detailvorschlaege sind exakt das, was wir brauchen. Alle sind im wahrsten Sinne des Wortes durch die Roter-November-Manifeste dazu aufgerufen, sich einzubringen. Die Alternativen wachsen heran, sie sind nicht einfach da und man muss sie nur implementieren.

    • Kienspan

      Werter Paul Duroy,
      Sie haben völlig recht, Ihre Texte sind mir nur in Portionen, nicht aber in der entscheidenden Gesamtheit geläufig. Pardon.
      Die Frage drängt sich mir nun auf, wie geeignete Blogvernetzungsmethodik aussieht, sodass derartige Unvollständigkeiten in der Rezeption von gesellschaftlich relevanten Texten vermieden werden können. Ich bin auf diesem Gebiet leider ziemlich unbeleckt.

      • trithemius

        Lieber Kienspan, lieber Paul,

        wir brauchen hier auch den Mut zur Lücke. Ich lese schon einige Jahr im Raumgewinner-Blog, kenne also den theoretischen Unterbau dieses Manifests ein bisschen, weiß auch, dass vieles von dem, was hier nur angedeutet ist, selbst gelebt ist. Die Klarheit, die im vorliegenden Text zum Ausdruck kommt, die ihn so eindrucksvoll macht, die zeigt, dass eine gedankliche Durchdringung gesellschaftlicher Verhältnisse vorliegt. Man kann sich so einen Text nicht aus dem Ärmel schütteln, das spürt jeder aufmerksamer Leser, das liest er auch zwischen den Zeilen. Wir können, um einmal vorwärts zu denken, nicht immer bei Adam und Eva anfangen. Auf die Botschaft kommt es an, und die ist klar. Man muss das einmal auf sich wirken lassen, die Emotionen zulassen, die angeregt werden, ohne sogleich abzuwehren, weil manches die Vorstellung noch übersteigt. Hier ist Ambiguitätstoleranz erforderlich. Hättest du, lieber Paul, alle Antworten schon parat, wäre das unredlich, und man kann sie auch nicht von dir verlangen, denn es geht hier um die Anregung geistiger und emotionaler Prozesse, um die Anregung eines Diskurses. Dieser Diskurs muss dringend stattfinden und zwar jetzt, bevor nämlich chaotische Verhältnisse auftreten, in denen klare Gedanken kaum noch zu fassen sind.

      • Ich muss mir diesen Anwurf wohl, nicht zuletzt vor dem hintergrund von Anna Lühses Anmerkung, an den alten Hut stecken, den Teil und das Gesamte hier besser klarzumachen. Das ist aber eben auch das Problem an der Gastautorschaft, das es einzelne Beitraege aus dem Zusammenhang reißt fuer nur frequentielle Leser.

        Ihre Frage zur Blogvernetzungsmethodik ist auch meine, ich bin da ebenso unbeleckt und mitunter auch etwas naiv bis unwillig.

        Nun, lieber Kienspan, wissen Sie ja aber, wo Sie mich gelegentlich finden.

      • Kienspan

        Werter Paul Duroy,
        ich möchte einen Versuch unternehmen, den Sie bitte nicht als Angriff lesen wollen, sondern als mögliche Vorbereitung zur Kooperation. Haben Sie konkrete Positionen formuliert zu
        1. dem unhaltbaren Geldsystem und möglichen Alternativen?
        2. der unhaltbaren Überzeugung einer Pflicht zur Arbeit?
        3. der lokalen und regionalen demokratischen Mitgestaltung der “res publica” durch das Individuum?
        Bitte legen Sie in Ihrer knappen Antwort die Links zu Ihren entsprechenden Beiträgen.

        Nochmals: falls es zum einen oder anderen noch nichts Ausformuliertes gibt, möchte ich mich bemühen, dazu beizutragen. Ich habe vielleicht einigen Stoff auf Lager.

        Lieber Trithemius,
        selbstverständlich braucht’s den Mut zur Lücke, ansonsten es keine Chance zur Entwicklung gäbe. Mit meinen Äußerungen wollte ich keineswegs das Manifest untergraben, sondern suchte meinem Empfinden Ausdruck zu verleihen, dass Wut noch zu keinen konstruktiven Veränderungen führt. Ich vertrete den Standpunkt, dass radikale Aufklärung notwendigerweise vollständiger Information bedarf. Wenn gewusst und verstanden wird, wogegen sich der Unmut konkret richtet, wird Wut transformiert zu Zorn. Den halte ich für wesentlich effektiver.

        • Lieber Kienspan,

          da ich vor allem einmal Künstler bin und derart der Schaffenskraft und Emotion und dem Drang naeher stehe als dem technokratisch-theoretischen Erstellen von Blaupausen, kann ich ihrem Gebot nicht gänzlich willfahren. Nicht auf Knopfdruck sozusagen und das ist auch von mir keineswegs böse gemeint.

          Vor allem zu Ihrem aufgeführten Punkt 2 finden Sie wieder und wieder, eigentlich fast alles in meinem Blog. Ich kann da nun groß keine Rosinen rauspicken. Ich bin kein Bürokrat einer Revolution, das ist mir nur moderate Hemmnis. Trithemius zB hat mich, wenn ich mich recht entsinne, damals mit diesem (einem meiner fruehen Texte) entdeckt, als ich erst auf halbem Wege war:

          http://raumgewinner.blog.de/2009/08/21/baerenlaune-faulheit-erste-schritt-ueberwindung-turbokapitalismus-6771210/

          und auch der hier:

          http://raumgewinner.blog.de/2010/03/06/aufrichtiges-bekenntnis-mutigeren-formen-ueberzeugten-perspektivlosigkeit-hinfuehrung-neuen-begriff-arbeit-ii-8126643/

          und der vor allem:

          http://raumgewinner.blog.de/2010/04/12/relax-it-s-only-your-job-plaedoyer-intelligente-leichtigkeit-seins-i-8357010/

          Zu 1 und 3 entwickele ich grad erst Gedanken…

          Dann noch etwas zu Ihrem Beharren auf Konstruktion, ihrem Haltegerüst gegen Unwägbarkeiten (die man aushalten muss, auch im Politischen).
          Ich sehe das anders: erst aus dem Bruch entsteht das Neue…manche Dinge gehoeren gebrochen, bevor man daraus Neues schafft oder damit man ueberhaupt erst wieder klar sehen kann. Alles andere wirkt mutlos. Erst einmal muessen wir aufbrechen, dann konstruieren wir! Das ist mein Gebot…alles andere ist mir zu handzahm. Wenn die Verhätnisse immer schweinischer werden, muss man zum Schwein gegen die Verhältnisse werden.

          Verzeihen Sie meine Leidenschaft…der Kopf ist erst klar, wenn der Sturm verzogen. Da Ihrer aber kuehler zu sein scheint, nun, umso besser, nutzen Sie ihn in ebender Weise und machen Sie konstruktive Vorschläge!

          Mein persönlicher Beitrag ist das radikale Vorleben und das Ausrichten der politischen Leidenschaft und Entschlossenheit, das Zünden der Mutfackel. Ich bin von solcher Gesinnung. Anders kann ich nicht.

          Auch das Kritteln an der Wut hat schon wieder etwas System-Bewahrendes. Wertvolle Zeit wird verzögert, man geht lieber auf Nummer Sicher. Man will die Gewaehr, dass das große Ruetteln am System-Käfig auch ja gut ausgeht. Und nicht allzu böse wird.

          Informationen werden nicht ”vollständig” ausgegeben wie Parolen, sie werden erlangt. Zu dieser Erlangung braucht es harter Bandagen. Keiner muss ”wissen” wogegen sich der Unmut richtet, sondern es selber spüren bis zum Anschlag. Dann wird auch er aktiv.

          Diese Antwort war alles andere als knapp, sie sehen: ich halte entschieden meine Fallhöhe.

          Jetzt aber sind Sie einmal dran…und zwar mit der Konstruktion, lieber Kienspan! Konstruieren Sie gegen das System…

        • Kienspan

          Haben Sie Dank, werter Paul Duroy. für Ihre Antwort und die Links. Ich werde mich hier mit meinen grundlegenden Überlegungen einstellen (wenn das für Sie akzeptabel erscheint, lieber Trithemius)

          • trithemius

            Lieber Kienspan,

            selbstverständlich kann der Diskurs hier weiter geführt werden. Mir scheint aber die Grenze des Sagbaren im Blog bald erreicht, wenn die Kommentare immer länger werden. Spätere Leser können dann angesichts der Textfülle kaum noch folgen. Mir scheints besser, unter einem neuen Eintrag mit ähnlicher Thematik fortzusetzen. Paul Duroy verweist so oft auf sein Raumgewinner-Blog. Das ist eine 1. Adresse, für die ich hier auch ein wenig werbe.

  4. Pingback: Unverantwortlich! Überall fehlen noch Laubbläser |

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