Abenteuer Verrohung – im Zirkus des schlechten Geschmacks

Außerirdische sind nicht unter uns, hat die US-Regierung kürzlich mitteilen lassen. „Mehr als 12.000 Menschen hatten US-Präsident Barack Obama per Online-Petition aufgefordert, endlich offiziell zu bestätigen, dass Außerirdische mit uns Menschen in Kontakt getreten sind“, schreibt Tagesschau.de und zitiert Phil Larson vom Wissenschaftsdienst des Weißen Hauses: „Die US-Regierung verfügt über keine Beweise dafür, dass irgendeine Art von Leben außerhalb unseres Planeten existiert. Oder dafür, dass außerirdische Wesen irgendein Mitglied der menschlichen Rasse kontaktiert oder angesprochen haben.“

Warum das plausibel ist, habe ich kürzlich schon hier beschrieben. Und: Warum sollten Außerirdische sich auf eine beschwerliche Reise durch das Weltenall machen, um ausgerechnet Menschen zu kontaktieren? Welcher Mensch hätte denn schon den Impuls gehabt, sich auf drei Millimeterchen verkleinern zu lassen, damit er endlich mit den Silberfischchen in seinem Bad auf Augenhöhe kommunizieren kann? Doch höchstens, wenn er daran glaubt, dass die Silberfischchen vom Planeten Hutziputzi stammen und vor Äonen auf der Erde gelandet sind, um hier irgendwann eine Art zu finden, mit der sie über schimmelige Fugenritzen und schreckliche Silikonspritzpistolen reden könnten.

Alle Außerirdischen, die je von der Menschheit gehört hätten, wüssten doch sogleich, dass es ganz und gar unerquicklich ist, mit ihren korrupten, Krieg führenden Staatenlenkern, mit den gefühlsarmen „Masters of the Universe“, die unseren Planeten fröhlich ausmergeln, oder mit dem Big-Mac fressenden, denkfaulen Fußvolk zu reden. Über was denn?! Über die Befindlichkeit des Massenmörders Hitler etwa oder das „Abenteuer“ Waffenhandel?


(ZDF-Startseite vom 8. November – brauner Dreck für 152-Zoll-Plasmabildschirme)

„Abenteuer Forschung: Waffen“. Was hier öffentlich-rechtliche Redaktionen sich aus den Hirnen wringen, zeigt doch die absolut verkommene Gesinnung, die man uns als Normalität verkaufen will. Diese Normalität ist so appetitlich wie ein Griff ins Bushofklo. „Das erbärmliche Pack werde ich noch nicht mal ignorieren“, sagt der Außerirdische höchstens und wendet sich ab mit Grausen.

Was also tun, wenn die Menschheit so verrückt nach Außerirdischen ist, aber die Zuneigung nicht erwidert wird? Da hilft nur inneres Wachstum, nicht Wachstum in die Breite, nicht geistige Bräsigkeit und moralische Verderbtheit. Ja, wenn aber der Mensch endlich Mitmensch geworden wäre, dann bräuchte er die hilfreichen Außerirdischen so wenig wie Silberfischchen in seinem Bad. Jeder vernünftige Außerirdische kann sich das denken und würde den Teufel tun, sich durch eine bescheuerte Petition von Halbidioten herbeizitieren zu lassen.

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