Des lieben Gottes unsichtbare Hand rührt keinen Finger

Falls irgendwann Außerirdische die Erde besuchen, müssen sie natürlich nicht intelligenter sein als wir, denn Intelligenz ist ein von Menschen geprägter Begriff, und was die Tests messen, sind Fähigkeiten aus menschlicher Sicht. Mit dieser beschränkten Sorte von Fähigkeiten kommt man nicht weit, allenfalls bis zu Planeten des eigenen Sonnensystems. Der Mensch ist bislang nur auf dem Mond gewesen, der bekanntlich nichts weiter ist als ein Erdtrabant.

Wer Distanzen über Lichtjahre hinweg überbrücken will, braucht kosmische Fähigkeiten. Vor einiger Zeit hörte ich einen Astrophysiker im Interview mit Alexander Kluge sagen, dass eine Art, die Hochtechnologie wie die interstellare Raumfahrt entwickeln wollte, zuerst ihre destruktive Phase durchstehen müsse, ohne sich selbst zu vernichten. Wäre sie aber darüber hinaus und geläutert, dann könne sie ihre technologische Entwicklung so weit vorantreiben, dass die Art imstande wäre, die Erde zu besuchen, warum auch immer. Ihre Anwesenheit allerdings würden die Außerirdischen verbergen, sie würden sich nicht einmischen in menschliche Angelegenheiten. Denn sonst würde die Menschheit einen Kulturschock erleiden, der die Art zugrunde richten würde. Man sieht es am Beispiel der indianischen Völker, deren Kulturen durch den Kontakt mit der so genannten zivilisierten Welt untergegangen sind.

Konsequenz aus
dieser Ansicht: All die kriegerischen Science-Fiction-Filme, worin die Raumfahrer sich noch immer so stupid verhalten wie Marines auf einem US-amerikanischen Kriegsschiff und feindliche Okkupanten bekämpfen, sind lächerliche Vorstellungen von Waffennarren. Vom Flugzeugträger führt der Weg nicht zu den Sternen, sondern pfeilgrad in die Steinzeit.

Aber, so sagte der Astrophysiker, die guten Außerirdischen würden die Menschheit nicht zugrunde gehen lassen, sondern rechtzeitig eingreifen. So kommt durch die Hintertür wieder der liebe Gott ins Spiel und seine ordnende unsichtbare Hand, an den die Wirtschaftswissenschaft so unbelehrbar glaubt.

Die menschliche
Art muss den Gedanken an wachsame Außerirdische, an hilfreiche Götter oder an die unsichtbare Hand des lieben Gottes sich von der Backe putzen. Über allem steht das gnadenlose Verursacherprinzip. Wenn der Mensch sich ein System wie den Raubtierkapitalismus schafft, muss er auch die Konsequenzen tragen und leider untergehen, bevor er hätte zu den Sternen greifen können.

Der böse Außerirdische in folgendem lehrreichen Film von Max von Bock, das ist der Mensch. Und hier ist ihm anschaulich gemacht, warum ihm nur das Gucken der Sterne je erlaubt sein wird, bevor sein Planet zusammenbricht, wenn er sich nicht bald besinnt.


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(Nachweis: Das Ev)

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16 Kommentare zu Des lieben Gottes unsichtbare Hand rührt keinen Finger

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