Mein surrealer Alltag – Fünf herbstfrische Sternschnuppen

Meine lieben Damen und Herren, bitte geben Sie mir einen Schubs, damit ich Ihnen wieder ein launiges Produkt aus dem Teppichhaus liefern kann. Danke. Heute hörte ich einen Mann sagen: „Man muss akzeptieren, dass Herbst ist.“ Und ich dachte, früher wurden die Überbringer schlechter Nachrichten gerne mal geschlagen.

Allerdings war dieser Mann nicht wirklich der Überbringer, denn er hat nur ausgesprochen, was jeder sehen kann, wenn die Dämmerung so früh herabsinkt und die Blätter von den Bäumen tropfen. Na, Herbst, geht es bald los mit Sturm und bitterer Kälte, dass die Martinsgans froh ist, wenn sie in die Backröhre kommt?

Letztens hat sich der Herbst noch von seiner besten Seite gezeigt. Ich sah in zauberhafter Begleitung fünf Sternschnuppen am klaren Nachthimmel. Eine Sternschnuppe ging so flach nieder und verlosch so spät, dass man meinen konnte, die Reste dieses streunenden Himmelskörpers sind einem auf den Kopf gefallen. Ich glaube, der war ich. Und es ging so schnell, dass ich vergaß, mir etwas zu wünschen, vielmehr ich wünschte mir nur noch, den Dachschaden zu begrenzen. Das zum Thema, du hast einen Wunsch frei.

Meine Begleiterin sagte aber, man könne sich auch nachträglich etwas wünschen. So wünsche ich Ihnen, ihr und mir eine schöne Herbstzeit und zusätzlich noch das, das, das und das. Wir haben die freie Wahl.

Ihr Trittenheim

Dieser Beitrag wurde unter Mein surrealer Alltag abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

18 Antworten auf Mein surrealer Alltag – Fünf herbstfrische Sternschnuppen

  1. Servus!

    Im Grunde sind es nur Plasmastreifen. (Die “Sternschnuppen”)
    Und darauf soll man sich was wünschen…
    (Ich wünsche mir mehr aufgeklärte Menschen..;-)

    Gruß aus der guten Stube!

    • trithemius

      Selbstverständlich sind Sternschnuppen durch die Wissenschaft längst entzaubert. Aber wenn man sie sieht, sind sie das nicht. Die Fähigkeit beides zu sehen, staunend wie ein Kind und erklärend wie ein Erwachsender, das macht meiner Ansicht nach das aufgeklärte Denken aus. Denn ignorieren können wir das magische Kind in uns nicht. Gut, wenn man ihm gestattet , sich auf harmlosem Weg zu äußern. (Prima, dein Wunsch!)

      Viele Grüße in die gute Stube!

      besser erklärt hier: Die Botschaft der Glasmurmel

      • Natürlich hat die Wissenschaft auch längst herausgefunden, was etwa Liebe ist (biochemische & neuronale Prozesse im Gehirn) oder ein schönes Bild (Farbe auf Papier oder Leinwand) undsoweiter – was freilich den innewohnenden Zauber nicht mindert, sowenig wie den der Sternschnuppen.
        (Danke für Ihre Wünsche, da Sie mir die freie Wahl gestatten, wünsche ich mir: das, und das.)
        Betrachten Sie sich bitte an dieser Stelle als geschubst.

        • trithemius

          Danke für den Schubser. Ich stimme Ihnen zu. Die Analysierung der Dinge nimmt ihnen jeden Zauber. Vermutlich wäre das Leben in einer nur analytisch gesteuerten Welt nicht sehr erfreulich. Wir sehen die Auswirkungen schon jetzt an den Börsenturbulenzen und an der Wirrnis bei den sogenannten Finanzmärkten. Vieles wird von Computerprogrammen gesteuert, die nur die Zahlen registrieren und bei einer Alarmgrenze den Befehl geben zu kaufen oder verkaufen. Offenbar verträgt diese Welt die Überbetonung der Ratio nicht, denn sie mündet im Destruktiven.

      • Okay. Auch ich denke so.
        Aber…
        Letztens blieb ich beim TV-Zappen kurz bei einer
        ZDF-Quizsendung hängen. (“Rette die Million”)
        Zwei Studenten wurden mit 3 möglichen Antworten
        konfrontiert, um mehr als 100.000 Euro in die nächste
        Runde zu “retten”.

        Der vollständige Umlauf der Erde um die Sonne dauert:
        A: 24 Stunden
        B: 12 Monate
        C: 24 Wochen
        (Möglichkeit C ist fiktiv, da ich mich nicht mehr genau
        daran erinnere. A und B sind korrekt)

        Die Antwort der beiden STUDENTEN nach längerem
        Hin und Her: 24 Stunden.
        So siehts durchschnittlich aus mit Allgemeinwissen.
        Studierte Vollidioten.
        Vielleicht ahnst Du ja jetzt, auf was ich mit meiner
        Einlassung zu Sternschnuppen hinaus wollte.
        Der Durchschnittsbürger guckt zum Himmel hoch,
        sieht Sternschnuppen. Plasma? Was ist denn das??

        Grüße aus dem Tiefsüden!..;-)

        • trithemius

          Der Bildungsnotstand ist in der Tat ein Problem unserer Gesellschaft. Dein Beispiel ist ja noch harmlos, denn das Phänomen reicht tiefer. Man hat das Gefühl, die Leute haben das selbsständige Denken verlernt, nicht einzelne, sondern in der Masse. Wir haben hervorragende Spezialisten, aber außerhalb ihres Spezialistentums sind sie nicht besser dran als das Heer von Leuten, das sich täglich Meinungen vorkauen lässt und wiederkäut. Um in dieser Gesellschaft bestehen zu können, muss man sein Denken den Vorgaben des Geldes anpassen. Dagegen sind Sternschnuppen nur märchenhaft.

          Grüße aus Hannover!

  2. Lieber Herr Trithemius,
    schubsen wollte ich Sie doch schon immer mal — gut so, oder darf es ruhig noch kräftiger sein?

    Wir – mein magisches Kind und ich – wünschen uns das und das und das – wenn nicht mehr genug da ist, wären wir auch bereit, mit Herrn Nömix zu teilen.

    • trithemius

      Liebe Frau Samtmut,

      schubsen sie ruhig. Manche sollen durch einen Schubser schon zur Besinnung gekommen sein. ;)

      “Das” ist noch frei, denn Herr Nömix wünscht sich etwas ganz anderes als das.

  3. Zauberei und Magie im Teppichhaus? Da wünsch ich mir auch schnell was, bevor Herr Nömix und Frau Samtmut sich alle “das” unter den Nagel reißen.

    • trithemius

      Das Wunsch-”das” ist jedermanns Sache und nur für ihn persönlich reserviert. Also für dich. Ich bin froh, dass es dabei nicht zugehen muss wie beim Sommerschlussverkauf.

  4. “Das” wünsche ich dir auch.

  5. Ich wollte Ihnen eigentlich auch eine schöne Herbstzeit wünschen, aber das haben Sie da oben ja schon selbst erledigt. Also bleibt mir nur noch zu sagen: “Ziehen Sie sich bloß warm an Herr Trittenheim, und gehen Sie den Schnuppen aus dem Weg. Am besten mit ´ne Schutzimpfung. Es ist Herbst.” :-)

    Grüßchen
    copudor

    • trithemius

      Eine Schnuppenschutzimpfung, werte Frau Copudor, wo kann man die kriegen? Ist gibt ja noch nicht mal ordentliche Schnupfenschutzimpfungen. ;)

      Viele Grüße und beste Wünsche,
      Trithemius

      PS: Ich hatte heute schon den Mantel an.

      • Ach herrje, wie peinlich. Da habe ich doch glatt anstatt ein f, ein p geschrieben.
        Verzeihen Sie mir bitte, Herr Trithemius.
        Obwohl, mir liegt ja eigentlich das F viel mehr. Der Buchstabe hat so was von einer frischen Brise, die in lauer Sommernacht am Strand von Cuxhaven über die Kopfhaut streichelt. Das P hat immer etwas Aufsässiges an sich. Den Buchstaben haben meine Kinder als Erstes gelernt. Pöh! oder so.

        • trithemius

          Ne, das muss Ihnen nicht peinlich sein, denn es ist ja niederdeutsch, wo man bekanntlich die 2. Hochdeutsche Lautverschiebung nicht mitgemacht hat:
          niederdeutsch: Peper, englisch: pepper → Pfeffer;
          niederdeutsch: Plauch, englisch: plough → Pflug

          In Cuxhafen war ich vor einem Jahr für einige Tage. Da hat es mir gut gefallen.

          • Du meine Güte, was sind Sie doch gebildet.

            Die Niederdeutschen machen noch lange nicht alles mit. So eine Lautverschiebung ist doch bestimmt auch gefährlich für den Hals, oder? Ich bin ein wenig empfindlich an den Stimmbändern müssen Sie wissen.

            Ich war vor zwei Jahren in Cuxhaven zur Kur, und es hat mir überhaupt nicht gefallen. Zuviele leicht bekleidete Menschen in High Heels laufen dort rum.
            Da wundert es mich nicht, dass es Ihnen gut gefallen hat, Herr Trithemius. ;-)

  6. Pingback: Die Botschaft der Glasmurmel – nachalphabetisches Denken |

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*


9 + = achtzehn

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>