Deutsche wollen sprechende Personenwaagen

Beim Discounter gibt es demnächst sprechende Personenwaagen. Ich habe schon ein sprechendes Virenschutzprogramm. Fünfmal am Tag erschreckt mich eine wohl modulierte Frauenstimme, so dass ich denke, ich sitze gar nicht zu Hause am Computer, sondern träumend in der hannöverschen U-Bahn und hätte an der letzten Haltestelle rausgemusst.

Was wird eine sprechende Personenwaage so alles daherquatschen, wenn sich einer draufstellt? „Uff, ich bin platt!“ Oder: „Du lieber Himmel, wer hat den Elefanten ins Bad gelassen?“ Oder: „Da leidet wohl jemand an Alzheimerbulimie – fressen und vergessen zu kotzen.“ Manche Singles kaufen sich vielleicht eine sprechende Personenwaage, weil sie sonst keinen haben, der mit ihnen spricht. Tragisch. Oder sogar komisch.

Die Dinge sollten nicht sprechen, ganz und gar nicht, weil Sprache eine menschliche Äußerung ist und ein Medium der zwischenmenschlichen Kommunikation. Meine Großmutter hatte als erste im Dorf ein Radio. Es war so groß wie eine Kommode. Der Freund ihres Sohnes kam zu Besuch, hörte die Stimme des Radiosprechers und flüchtete mit den Worten in ihren Schoß: „Tant, Tant, do is ene Minsch im Schaaf!“ (Tante, Tante, da ist ein Mensch im Schrank!) Nein, Kind, es ist die sprechende Waage. Sie meckert, weil sich lange schon keiner mehr draufgestellt hat.

Beim Discounter gibt es demnächst sprechende Personenwaagen. Sie werden den Bedarf vorher ermittelt haben, denn Discounter bieten nichts an, was keiner haben will. Deutsche wollen sprechende Personenwaagen. Das wundert mich nicht. Schließlich ist die Nachsprechpuppe Klein-Plapperle schon seit Jahren Bundeskanzlerin.

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