Nachrichten aus der Teppichhausredaktion – Absparen

Hier die Nachrichten„Wir alle haben über unsere Verhältnisse gelebt“, hat Bundespräsident Horst Köhler vor einigen Monaten behauptet. Man muss schon an einer Denkschwäche leiden, das ernsthaft zu sagen oder sogar zu glauben. Zunächst erinnert es fatal an die kindliche Schutzbehauptung, die anderen hätten ja auch und so. Wenn wir alle über unsere Verhältnisse gelebt hätten, dann hieße es doch, dass das unterste Niveau einer menschlichen Existenz in Deutschland,- ein Leben aus Plastiktüten mit Wohnung unter der Brücke – noch nicht zu den Verhältnissen gehört, die wir uns leisten können, auch Herr Köhler nicht oder die anderen neoliberalen Schwafler. Wahr ist, nicht alle, sondern einige Leute leben über unsere Verhältnisse und vor allem über die der nachkommenden Generationen, die ja nun herzlich unschuldig sind am Desaster. Gleichwohl werden sie von dem vereinnahmenden „Wir“ Köhlers in die Pflicht genommen.

Wir wissen, wer die an die Pleitebanken verschwendeten Milliarden bezahlen wird, – nicht nur wir, sondern vor allem unsere Kinder, Enkel und noch ungeborenen Urenkel. Viele Regierungen, auch die schwarz-rote Koalition, haben das Problem auf die Zukunft vertagt, haben die völlig unschuldigen Nachfahren in die Zinssklaverei verkauft und hoffen, die merken es erst, wenn es zu spät ist.

Einige merken es schon jetzt. Die St. John’s Girls National School im irischen Cork hat ihre Schüler brieflich aufgefordert, ihre eigene Rolle Toilettenpapier mit zur Schule zu bringen, meldet die flämische Internetagentur deredactie.be. Der Direktor der Schule teilte mit, das geschehe aus Not, denn die Schule müsse sparen, weil die Regierung das Geld für Schulbücher gekürzt habe. Er vermutet, dass auch andere irische Schulen diese spezielle Form der Notdurftbewältigung in Betracht ziehen müssten.

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