Schmocks Videotagebuch – Herbst kommt nach Fahrplan

Inhalt
Track 1 – Gute Frage, gute Antwort
Track 2 – Irrenparadies – Kasse nur am Eingang
Track 3 – Unterwegsgeschichten
Track 4 – Herbst kommt nach Fahrplan

Musik: Ground Street High, Melodie

Bisher erschienen:
Folge 1 – Flussfahrt mit Frau
Folge 2 – Drama und Fidel
Folge 3 – Malta feuert

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65 Antworten auf Schmocks Videotagebuch – Herbst kommt nach Fahrplan

  1. Mann!

    Ey, was soll’n das?

    So geht’s aba nich hier!

    -Zensiert-

    War ja klar oda?

  2. voraussichtlich um etwa

    Schrei!
    Nur gut dass ich zuhause im Warmen bin und diesen Satz nicht am Bahnsteig hören muss ;)

  3. 400 Euro für eine “maßgeschneiderte Vinätsch” Jacke? Ich renn’ am Montag gleich zu NKD, kauf einen Ständer Jacken leer und geb sie meiner Kleinen in den Kindergarten und dem Großen in die Schule mit. Nach einer Woche sind wir reich, ach was, superreich, stinkereich …

    Es ist unglaublich, dass er uns das so lange vorenthalten hat: Schmock beherrscht das Rückwärtsfahren auf dem zweirädrigen Einrad und kann dabei gleichzeitig auch noch filmen! Applaus, Applaus! Aber wahrscheinlich haben da nur die indischen Animationsspezialisten wieder einmal getrickst …

    Schade, dass Schmock sich nun in sein unterirdisches Winterquartier zurückzieht, in das ihn die düsteren Wolken offenbar getrieben haben. Hoffen wir, dass er dort das Fahrradfahren nicht verlernt und nächsten Frühling rechtzeitig, wenn die ersten Schneeglöckchen neugierig ihre zarten Köpfchen in die “Hannöversche” Landschaft recken, mitsamt seinem Drahtesel wieder die Radwege verunsichert, äh, ich meine unsicher macht.

    Ich danke für diesen kurzweiligen Vorabend. Und vor allem für den prima Tipp mit den “maßgeschneiderten Vintätsch Jacken”

    • Vermutlich hat Schmock den Rat des Gracian bedacht:

      “Nicht abwarten, dass man eine untergehende Sonne sei. Es ist eine Regel der Klugen, die Dinge zu verlassen, ehe sie uns verlassen.”

      Vintage, darüber werden spätere Generationen lachen, wie ja überhaupt jede Modeerscheinung irgendwann ins Lächerliche absinkt. Immerhin gibt es schon eine Menge Leute, deren Vintage-Klamotten durch ehrlichen Verschleiß gestylt wurden.

      Danke fürs Lob und das geduldige Ausharren. Und viel Erfolg mit deiner Geschäftsidee. ;)

  4. Interessant, mit welcher Geschwindigkeit Schmock auf regennasser Piste dahin eilt …

  5. Der Volontär Schmock hat seine Arbeiten bislang unzureichend bis äußerst schlecht durchgeführt. Daher plädiere ich energisch dafür, dass Volontär Schmock zu seinem Vorteil mindestens bis Ende dieses Jahres mit dem Teppichhaus verhaftet bleibt und weiterhin einmal monatlich seine Versuche gute Beiträge zu erstellen, dem Teppichhaus-Besuchern zur Benotung zur Verfügung stellt!

    Das mit den fallenden Blättern erinnerte mich spontan an dieses Video:
    http://www.youtube.com/watch?v=vp1HVg_J7QA

    Maisfelder. Früher bin ich immer durch gerannt, in kurzen Hosen, die blätter sind so hart und scharf, Schnittwunden waren der Lohn …

    Das mit den Vintage-Jacken ist schon eigenwillig genial 400 Euro mal 600 Jacken mal 1 Woche … . Da muss ne Omi lang für stricken … oder H&M als Richtungsweisender …

    Deine Impressionen gefallen mit asunehmend gut. Und ich hoffe, es war nicht wirklich der letzte Teil. Die Marschmusik passt sehr gut zu deinen Bildern. Oder umgekehrt. Aber auf alle Fälle, der Bilderrhythmus stimmt!

    • Du hast recht, er muss noch üben. Gelegentlich lasse ich ihn einen Kommentar schreiben. Danke für dein freundliches Lob. Ein Grund für die vorläufige Einstellung der Schmockfilme: Es ist unglaublich viel Arbeit, andauernd die Kamera herauskramen, das Aussuchen aus vielen Stunden Material, das Schneiden, das Abstimmen auf die Musik, die Zwischentitel, da kommt man rasch auf 20 Arbeitsstunden, die Filmarbeit nicht gerechnet.
      Die Marschmusik war ja schon im ersten Video ein Stilmittel, eben so richtig verschmockt. Aber manche sind auch genervt davon, habe ich gehört und gelesen.

      Danke für den Link, kannte ich, aber immer wieder gern, jeden Herbst ;)

      • Dass in den Filmchen viel Arbeit steckt, merkt man wirklich im positiven. Na, ich hoffe, dass deine Ideen und deine Motivation zu einem weiteren Film langen. Ich lass mich überraschen.

  6. Wer bestimmt eigentlich die Richtung unserer Gesellschaft?

    H&M

    Alles klar.

    Doch was mich wirklich irritiert ist die Musik des Herbstes ;)

  7. oft schauts aus,als hätt herr schmock im sarstedter raum unterwegst,hab vorab mal “am kaliberg” gewohnt,dort schauts auch so aus,aber keine windräder…

    in diese richtung,nah an hannover,is alles platt,aber gen hameln wirds hügelig :yes: (steigerungspotenziale ausnutzend im frühjahr :serpentinenstrecken um hameln! ;-) ) …

    + n maislabyrinth muß man nachts begehen und an der kasse gibts dann auch leuchtstäbchen ,jedenfalls wars so,als wir dort noch im dunstkreis der zuckerfabrik wohnten … :-)

    lg

    • Den Flurnamen “Am Kaliberg” sah ich auch in einem der Dörfer nahe der Halden. Danke für den Hinweis auf die Höhenzüge in der Umgebung Hannovers. Einmal war ich schon da. Die Sequenz mit den rauschenden Bäumen stammt aus dem Deister, einem Ausläufer des Weserberglands.
      Ich finde auch, Schmock hätte mal eine Nachtfahrt machen können, und dann ab mit der Fackel ins Maislabyrinth. Nachher eine ordentliche Brandstiftung und so ;)

  8. oft schauts aus,als hätt herr schmock im sarstedter raum unterwegst,hab vorab mal “am kaliberg” gewohnt,dort schauts auch so aus,aber keine windräder…

    in diese richtung,nah an hannover,is alles platt,aber gen hameln wirds hügelig :yes: (steigerungspotenziale ausnutzend im frühjahr :serpentinenstrecken um hameln! ;-) ) …

    + n maislabyrinth muß man nachts begehen und an der kasse gibts dann auch leuchtstäbchen ,jedenfalls wars so,als wir dort noch im dunstkreis der zuckerfabrik wohnten … :-)

    lg

  9. “Die Namen, die habe ich noch nicht alle so präsent…”

    Dieses Zitat, mein lieber Schmock, gibt mir am heutigen Morgen zumindest für einen kurzen Moment den Glauben an das Gute im Menschen zurück.

    Möge diese Aussage noch viele Ihrer Arbeiten betiteln.

    Dann noch ein herzlicher Dank für das offenherzige Plädoyer zur Abschaffung der Metze Musik als zielgerichtetes Stilmittel. Lieber Schmock, lassen Sie mich dazu ein Zitat unseres Kollegen Reich-Ranicki beifügen:

    “So schwer es uns auch falle, uns damit abzufinden – die Musik sei doch eine Hure, wenn auch womöglich die reizvollste, die es je gegeben hat. Mit Musik habe man Gottesfurcht erzeugt, patriotisce Gefühle geweckt und die Menschen in die Schlacht und in den Tod getrieben. Lieder seien von Sklaven gesungen worden und auch von ihren Aufsehern, von KZ-Häftlingen und auch von KZ-Wächtern.”
    (Reich-Ranicki, M.: Mein Leben. Stuttgart 1999, S. 531f.)

    • Hoffentlich wird Schmock nicht überheblich, wenn er dein Lob liest, lieber Lars. Dankeschön und auch für das Reich-Ranicki-Zitat zur Hurenfunktion der Musik. Man möchte sie glatt in Schutz nehmen, denn es sind ja immer Menschen, die den Ton angeben.

  10. “Die Namen, die habe ich noch nicht alle so präsent…”

    Dieses Zitat, mein lieber Schmock, gibt mir am heutigen Morgen zumindest für einen kurzen Moment den Glauben an das Gute im Menschen zurück.

    Möge diese Aussage noch viele Ihrer Arbeiten betiteln.

    Dann noch ein herzlicher Dank für das offenherzige Plädoyer zur Abschaffung der Metze Musik als zielgerichtetes Stilmittel. Lieber Schmock, lassen Sie mich dazu ein Zitat unseres Kollegen Reich-Ranicki beifügen:

    “So schwer es uns auch falle, uns damit abzufinden – die Musik sei doch eine Hure, wenn auch womöglich die reizvollste, die es je gegeben hat. Mit Musik habe man Gottesfurcht erzeugt, patriotisce Gefühle geweckt und die Menschen in die Schlacht und in den Tod getrieben. Lieder seien von Sklaven gesungen worden und auch von ihren Aufsehern, von KZ-Häftlingen und auch von KZ-Wächtern.”
    (Reich-Ranicki, M.: Mein Leben. Stuttgart 1999, S. 531f.)

  11. Moin, Moin, wenn sich der Herr Schmock nicht doch rechtzeitig in die Büsche geschlagen hätte, wäre er wohl lebenslang im Maisirrgarten herumgelaufen, und die nachfolgenden erbaulichen Impressionen wären schlichtweg ins Wasser gefallen und wir im Dunkeln verharrt.
    Danke Herr Schmock!
    :-)

  12. Rasanter Schnitt wieder… – Sorry!

    Die Kasse fürs Irrenparadies ist aber, harhar, normaler Weise die Krankenkasse; auch verstehe ich jetzt viel besser, warum ich voriges Jahr um diese Zeit in E-Stadt ausgerechnet Mais geklaut habe; ach, alles ist vernetzt…

    Und das Ding mit “H&M” war wieder einen echten lauten Lacher wert; man braucht aber eigentlich nur bisschen mit ‘ner Kamera durch so Stadtgestrüpp stöbern, dann findet man laufende (Film-) Meter solch unerwarteten Motiefsinn; allein: ich bin ja nichr mehr so rüstig…

    Den geblasmusizierten Szaundträck finde ich immer wieder schier überwältigend, er knallt herein wie das sprudelmde Leben selbst: gibt es denn da irgendwo Tonträger zu erwerben???

    Uffdada, uffdada – und alle schunkeln mit… äh… marschieren… egal!

    Alle Völker und Nationen und was es so gibt, haben so Volksmusik – wir haben Militärmärsche… – Habe ich “wir” gesagt? – Sorry!

    PS: Und bei Lichte betrachtet, ist das mit dem “lebenslangem Aufwachsen” überhaupt nich’ witzisch – aber ich bin eh’ eher humorlos…

    PPS: Heute habe ich nur zweimal “sorry” geschrieben…

    • Und wie kann man überhaupt Bundeswehr-Jacken veredeln? Edler gehts doch nimmer? Gehts noch?

      Im nächsten Leben mache ich voll in Jacken, Mann, boah…

    • :) ) Über deinen Krankenkassenwitz habe wiederum ich sehr gelacht. Mir gefällt übrigens auch, dass Schmock der Marschmusik eine neue Bedeutung zu geben versucht. Es ist immerhin ein Experiment wert.

      Lebenslanges Aufwachsen ist wirklich nicht zum Lachen, sondern korrekt ausgedrückt. Im Angesicht von Knigges ehemaligen Wohnsitz sogar sehr treffend. Der da spricht, ist ein junger Mann aus dem Ort, den ich unterwegs getroffen hatte und der mich durch die Gegend gelotst hat. Er macht gerade eine Umschulung zum Tätowierer und will in seiner Region ein Tattoostudio eröffnen “mit zwei Angestellten.”

      • Das finde ich immer gut, wenn Eine(r) auch noch lachen kann über von mir geflissentlich abgesonderte “tendenziöse Sentenzen”, wie Leutnant H. immer zu sagen pflegte (ich bitte um Verständnis, ich werde gerade von Erinnerungen überflutet); und ich muss wieder einmal auf Helga Königsdorf verweisen (d. h., ich muss nicht, aber ich tue es einfach), die sinngemäß anmerkte, sie habe unziemlich lange gebraucht festzustellen, dass es eine hohe Kunst wäre, Andere zum Lachen zu bringen; dieser wirkliche Sinnspruch geistert mir seit Jahrzehnten durch den Kopf, und er ist halt auch ein “Treffer”…

        Bei der “Marschmusik” erstehen immer (andere) Filmszenen vor meiner geistigen Brille; in der Sowjetunion (und wohl auch nach Perestroika usw. in Russland) war (ist) es doch Uterus, sorry, Usus (what a joke), dass in Bahnhöfen einfahrende Züge mit aus antiken Lautsprechern polternder Marschmusik überdröhnt wurden, und dieser unfreiwillig komische Ablauf taucht nun dauernd in Top-Movies auf, zum Beispiel in “Bahnhof für zwei” oder in “Alles ist erleuchtet”.

        Das mit den Tätowierungen verstehe ich echt nicht, ohne Ironie; das Gewerbe blüht schon seit Jahren, und man sollte da eine Bachelor-Arbeit drüber anfertigen (und das war jetzt allerdings sehr wohl wieder Irokasmus); Dr. Freudlos würde vermutlich (über-) interpretieren, dass viele Leute gern aus ihrer Haut möchten…

        Hä-ähümm. – Häff fann!

  13. Rasanter Schnitt wieder… – Sorry!

    Die Kasse fürs Irrenparadies ist aber, harhar, normaler Weise die Krankenkasse; auch verstehe ich jetzt viel besser, warum ich voriges Jahr um diese Zeit in E-Stadt ausgerechnet Mais geklaut habe; ach, alles ist vernetzt…

    Und das Ding mit “H&M” war wieder einen echten lauten Lacher wert; man braucht aber eigentlich nur bisschen mit ‘ner Kamera durch so Stadtgestrüpp stöbern, dann findet man laufende (Film-) Meter solch unerwarteten Motiefsinn; allein: ich bin ja nichr mehr so rüstig…

    Den geblasmusizierten Szaundträck finde ich immer wieder schier überwältigend, er knallt herein wie das sprudelmde Leben selbst: gibt es denn da irgendwo Tonträger zu erwerben???

    Uffdada, uffdada – und alle schunkeln mit… äh… marschieren… egal!

    Alle Völker und Nationen und was es so gibt, haben so Volksmusik – wir haben Militärmärsche… – Habe ich “wir” gesagt? – Sorry!

    PS: Und bei Lichte betrachtet, ist das mit dem “lebenslangem Aufwachsen” überhaupt nich’ witzisch – aber ich bin eh’ eher humorlos…

    PPS: Heute habe ich nur zweimal “sorry” geschrieben…

  14. PS: Und bei Lichte betrachtet, ist das mit dem “lebenslangem Aufwachsen” überhaupt nich’ witzisch – aber ich bin eh’ eher humorlos…

    dange,
    muß ich mich nur anschließen,
    wollt ja nich
    “spammen”,abers bedürfnis,
    dies zu sagen wurd imma stärka ;-)

    lg

    • Wie machen Sie das, Frau Wolfsmilchin – ich habe das doch eben erst gehochloadet oder so ähnlich?

      Mädchen sind komisch…

      • Wie schon Bürger Genosse Uljanow sagte: “Lärmen, Lärmen, nochmals Lärmen!” – Oder so…

      • isch hab uffn “retter in der not” gewartet hier
        und …naja… anschließen is nich “spammen”,also haste miar jerettet *hach* ;-)

        angenehmen sonn-abend wünsch

        • Ich! Bin! Der! Retter! – Endlich! Jetzt kann ich in Rente gehen. Oder fahren. Oder weiß der Kuckuck!

          Manchmal sind Mädchen cool…

          Dito (weekend)!!!

          Öhm… – nee, kein blöder Spruch zur Wiederdingens…

            • Lebenslanges Aufwachsen ist nicht ironisch gemeint. Daher ist es gut, dass ihr beide darauf hinweist.

              • Oh. Das verblüfft mich echt, dass das nicht irokastisch gemeint sein sollte; ich muss, glaube ich, überhaupt einmal wieder meine Kommunikationskanäle durch spülen…

                • Glücklich der Mensch, der sich lebenslang um sein Wachsen bemüht. Die meisten geben ja irgendwann auf. Schmocks Gewährsmann aus dem Film macht jedenfalls eine Umschulung zum Tätowierer, weil er nicht weiter arbeitslos sein will.

                  • Na ja – aber warum gerade Tätowierer?

                    Egal!

                    Das mit dem Wachstum ist, sagen wir: seltsam! 1984 hat im Hirschkindergarten in Berlin-Ost ein Herr Dr. Froese philosophisch-pädagogisch-psychagogisch-prophetisch-therapeutisch in den Raum gestellt (ich habe mir alles gemerkt, ha; oder besser gesagt, ein Teil meines Gehirns hat das alles hinter meinem Rücken auf die mentale Festplatte gespeichert), dass, wenn erst einmal ein Prozess der Selbsterkenntnis und inneren Wandlung in Gang gekommen wäre (zum Beispiel durch Therapie), dieser Prozess nicht mehr anzuhalten wäre, sondern lebenslang weiter gehen würde; hat er Recht, hat er nicht?

                    • Es gibt wohl mindestens drei Weisen, lebenslang zu wachsen.

                      1) Alltagserfahrungen machen klüger, ohne dass man sich groß drum kümmern müsste. Hier ist das Leben der strenge Lehrmeister, dem sich niemand entziehen kann.

                      2) Wer sich für eine neue Aufgabe qualifiziert oder auch ganz ohne Grund das Stricken beibringt, Ikebana, Kalligraphie, das Wetter beobachtet und verzeichnet, ein Blog führt usw. trägt aktiv zu seinem Wachstum bei. Ich glaube, man kann in viele Richtungen wachsen. Das meine ich jetzt ganz wertfrei, denn gewiss gibt es auch Streben nach Perfektion in gesellschaftlich abträglichen oder strafbaren Bereichen.

                      3) Herr Dr. Froese meinte vermutlich inneres Wachstum im höheren Sinne. Hier ist gewiss ein Auslöser oder sind mehrere Auslöser in Folge notwendig, Schicksalsschläge, Lebenskrisen, von mir aus auch Therapien (denn sie finden ja statt, um einen unerfreulichen Seelenzustand zu beenden). Es braucht Stoppschilder in der Biographie, damit der Mensch den Antrieb hat, über sich hianuszuwachsen, um seine derzeitige Situation von oben betrachten zu können und falsche oder schädliche Strukturen zu erkennen und somit unwirksam zu machen. Das kann gewiss zu einer Sucht werden und deshalb in Schüben bis zum Lebensende gehen. Anfangs wurde man noch von außen und den Lebensumständen geschoben, später schiebt man sich selbst, was meiner Ansicht nach die schwierigste Übung überhaupt ist und den höchsten Lebensgenuss mit sich bringt, wenn man es geschafft hat, sich nach vorn oder nach oben zu erweitern.

                    • Das hast Du wieder ganz vorzüglich auf den Punkt gebracht, und das meine ich (ich muss das ja immer hinzufügen und füge es inzwischen auch meistens hinzu) ohne Ironie usw., und obwohl ich mir vorgenommen hatte, Profis nicht mehr zu loben (was jetzt wieder ‘n bisschen Ironie war); seitdem ich weiß, dass auch (bzw. selbst) John Lennon einen Unterklassen-Komplex hatte, denke ich, dass ich mich darob (nämlich ob des Auftretens desselben bei mir) nicht wirklich grämen sollte oder gar müsste.

                      Da ist sozusagen eine Steigerung, von 1) bis 3); ich denke aber, dass auch 1) nur zutrifft, wenn eine bestimmte mentale Haltung “da ist”; manche rennen auch (und ich ziehe mir die Jacke durchaus selbst an) immer in dieselbe Falle, weil sie nicht innerlich zur Wahrnehmung bereit sind (und damit auch nicht zur “Besserung” fähig); heute habe ich im Medien-Leasing-Point, früher Bibliothek, in der, igitt, “Psychologie heute”, ein Interview mit Sloterdijk gefunden, an dem mich gewissermaßen das Literarische im Philosophischen völlig fasziniert, das sich in wirklich originellen Formulierungen zeigt (“wirklich”, weil nicht nur Wort klingelnde Effekt-Hascherei darstellend, wie ich sie auch zuweilen praktiziere, sondern in Einheit von Inhalt und Form, so dass man erst recht diesen “Aha!”-Effekt erlebt), und da sagt der etwa, “Die Verwandlung der Welt in ein Trainingslager ist seit 3000 Jahren im Gang…”, womit er eben vor allem auf innere Entwicklungen und Wandlungen anspielt.

                      Passt schon! In den letzten Tagen muss ich aus Gründen, über die nachzudenken ich zu faul bin, dauernd an meine Lektüre oder besser gesagt, muahaha, an den Versuch derselben dieses Top-Sellers von Hawkings denken, von der mir ausschließlich eine völlig marginale (???) Passage in Erinnerung geblieben ist, nämlich Hawkings sinngemäße Aussage, er hätte mit seiner wissenschaftlichen Schwerstarbeit erst begonnen, nachdem er seine katastrophale Diagnose erfahren hat, während er bis dahin mehr oder weniger als höchst durchschnittlicher Student herum tändelte; zudem bin ich überzeugt, wenngleich das auch makaber klingen mag, dass der Mann die Krankheit nicht so lange und hartnäckig überlebt hätte, wäre nicht seine selbst gewählte Aufgabe gewesen…

                      Und zu Deinen letzten Sätzen noch zwei Zitate; Steffen Mensching (ein Dichter aus der DaDaEr; kennst Du wahrscheinlich zumindest vom Hörensagen) hat vor Jahrzehnten ein Gedicht geschrieben, ein Sonett, wenn sich mein zunehmend calcifiziertes Zerebrum nicht täuscht, in dem die erste Zeile lautet “Mehr als ich zieh’, werd’ ich gezogen”, und die letzte “Mehr als gezogen, zieh’ ich ins Land”…

                      Hierzu möchte, ja, muss ich bemerken: eben!!!

                      In diesem Sinne – Guten Abend!

                    • Das hier, mein lieber Grapodino, ist freilich eine ebenbürtige Replik, die ich mit Genuss gelesen habe. Was deine Einschränkung von 1) betrifft: Dieses Wachstum zeigt sich manchmal nur im Kleinen, dass man lernt, den Backofen zu benutzen, ohne sich die Finger zu verbrennen z.B., führt aber in der Summe zu einer Art Altersweisheit.

                      Herrlich finde ich, was du über Sloterdijk schreibst. Er ist wirklich ein Literat. 3000 Jahre Trainingslager, da stelle ich mir die alle in Addidas-Trainingsanzügen vor. Wie kommt der nur auf genaue 3000 Jahre? So alt ist doch noch nicht mal das Gilgamesch Epos. Es bezieht sich freilich auf ältere Überlieferungen, die schon verloren sind. Man müsste doch eigentlich sagen, das Trainingslager der Menschheit begann mit der Entwicklung von Werkzeug und Sprache.

                      Über Hawkins denke ich ähnlich. Kürzlich habe ich gelesen, dass er in den Ruhestand geht. Da habe ich gleich gedacht, jetzt macht er es nicht mehr lange.
                      Er ist gewiss ein Beispiel für die Kraft eines hochtrainierten Geistes und seinen Triumph über einen körperlichen Verfall.

                      Von Steffen Mensching habe ich noch nichts gelesen. Muss ich alles nachholen, wenn ich mich zu Ruhe setze. ;) Das Zitat ist sehr anschaulich.

                      Guten Abend
                      Dein Trittenheim

                    • Jetzt wirds hell! “…wenn ich mich zu Ruhe setze…” Bist Du des Wahnsinns kecke Beute (das war jetzt schon wieder ein Zitat, aber ich weiß nicht, von wo, und ich könnte jetzt darauf eingehen, warum ich das nicht weiß, aber ich will nicht schon wieder mit der Unterschicht kommen)?

                      Peinlich! Wo Du es sagst, fällt mir das mit den 3000 Jahren auch auf; komischer Weise sehe ich vor meiner geistigen Brille aber keineswegs Leute in Marken-Sport-Klamotten, sondern so reihenweise Probanden mit EEG-Geräten oder so was auf den Grübelkugeln; jedenfalls diese käfigartigen Hirnmarterdinger, wie in “Serenity”…

                      Ich habe gerade den Zi-Tatterich, ich bitte um Verständnis!

                      Das mit dem Ruhestand habe ich auch gelesen (H. hatte ja wohl diesen Newtonschen Lehrstuhl usw., wenn ich recht belichtet bin) – es ist irgendwie merkwürdig, mindestens das…

                      Häff fann, Mr. T.!!!!!

                      Greetings!!!

  15. PS: Und bei Lichte betrachtet, ist das mit dem “lebenslangem Aufwachsen” überhaupt nich’ witzisch – aber ich bin eh’ eher humorlos…

    dange,
    muß ich mich nur anschließen,
    wollt ja nich
    “spammen”,abers bedürfnis,
    dies zu sagen wurd imma stärka ;-)

    lg

  16. Oh Gott, von dieser Hummtata-Musik werde ich heute Nacht sicher schlecht träumen bzw. im Bett schunkeln…. HARGL…. aber ich gebe zu: Witzig ist sie irgendwie dazu.
    Tolle Videos hast der Schmock da gemacht! Und es ist echtes Bildungsfernsehen: Wusste ich doch bis gerade eben nicht mal, dass es Winntätschjacken gibt?! Naja…. war schon immer ein Modemuffel.

    • Vielen Dank. Die Musik ist klar darauf angelegt, ins Herz zu gehen, und das macht sie auch so gefährlich in den Händen von Despoten. Zum Ausgleich gibts die Musik der Jungs von Ground Street High aus der Region, wo auch die Kalihalden liegen.

  17. Oh. Das verblüfft mich echt, dass das nicht irokastisch gemeint sein sollte; ich muss, glaube ich, überhaupt einmal wieder meine Kommunikationskanäle durch spülen…

  18. Das finde ich immer gut, wenn Eine(r) auch noch lachen kann über von mir geflissentlich abgesonderte “tendenziöse Sentenzen”, wie Leutnant H. immer zu sagen pflegte (ich bitte um Verständnis, ich werde gerade von Erinnerungen überflutet); und ich muss wieder einmal auf Helga Königsdorf verweisen (d. h., ich muss nicht, aber ich tue es einfach), die sinngemäß anmerkte, sie habe unziemlich lange gebraucht festzustellen, dass es eine hohe Kunst wäre, Andere zum Lachen zu bringen; dieser wirkliche Sinnspruch geistert mir seit Jahrzehnten durch den Kopf, und er ist halt auch ein “Treffer”…

    Bei der “Marschmusik” erstehen immer (andere) Filmszenen vor meiner geistigen Brille; in der Sowjetunion (und wohl auch nach Perestroika usw. in Russland) war (ist) es doch Uterus, sorry, Usus (what a joke), dass in Bahnhöfen einfahrende Züge mit aus antiken Lautsprechern polternder Marschmusik überdröhnt wurden, und dieser unfreiwillig komische Ablauf taucht nun dauernd in Top-Movies auf, zum Beispiel in “Bahnhof für zwei” oder in “Alles ist erleuchtet”.

    Das mit den Tätowierungen verstehe ich echt nicht, ohne Ironie; das Gewerbe blüht schon seit Jahren, und man sollte da eine Bachelor-Arbeit drüber anfertigen (und das war jetzt allerdings sehr wohl wieder Irokasmus); Dr. Freudlos würde vermutlich (über-) interpretieren, dass viele Leute gern aus ihrer Haut möchten…

    Hä-ähümm. – Häff fann!

  19. Na ja – aber warum gerade Tätowierer?

    Egal!

    Das mit dem Wachstum ist, sagen wir: seltsam! 1984 hat im Hirschkindergarten in Berlin-Ost ein Herr Dr. Froese philosophisch-pädagogisch-psychagogisch-prophetisch-therapeutisch in den Raum gestellt (ich habe mir alles gemerkt, ha; oder besser gesagt, ein Teil meines Gehirns hat das alles hinter meinem Rücken auf die mentale Festplatte gespeichert), dass, wenn erst einmal ein Prozess der Selbsterkenntnis und inneren Wandlung in Gang gekommen wäre (zum Beispiel durch Therapie), dieser Prozess nicht mehr anzuhalten wäre, sondern lebenslang weiter gehen würde; hat er Recht, hat er nicht?

  20. Das hast Du wieder ganz vorzüglich auf den Punkt gebracht, und das meine ich (ich muss das ja immer hinzufügen und füge es inzwischen auch meistens hinzu) ohne Ironie usw., und obwohl ich mir vorgenommen hatte, Profis nicht mehr zu loben (was jetzt wieder ‘n bisschen Ironie war); seitdem ich weiß, dass auch (bzw. selbst) John Lennon einen Unterklassen-Komplex hatte, denke ich, dass ich mich darob (nämlich ob des Auftretens desselben bei mir) nicht wirklich grämen sollte oder gar müsste.

    Da ist sozusagen eine Steigerung, von 1) bis 3); ich denke aber, dass auch 1) nur zutrifft, wenn eine bestimmte mentale Haltung “da ist”; manche rennen auch (und ich ziehe mir die Jacke durchaus selbst an) immer in dieselbe Falle, weil sie nicht innerlich zur Wahrnehmung bereit sind (und damit auch nicht zur “Besserung” fähig); heute habe ich im Medien-Leasing-Point, früher Bibliothek, in der, igitt, “Psychologie heute”, ein Interview mit Sloterdijk gefunden, an dem mich gewissermaßen das Literarische im Philosophischen völlig fasziniert, das sich in wirklich originellen Formulierungen zeigt (“wirklich”, weil nicht nur Wort klingelnde Effekt-Hascherei darstellend, wie ich sie auch zuweilen praktiziere, sondern in Einheit von Inhalt und Form, so dass man erst recht diesen “Aha!”-Effekt erlebt), und da sagt der etwa, “Die Verwandlung der Welt in ein Trainingslager ist seit 3000 Jahren im Gang…”, womit er eben vor allem auf innere Entwicklungen und Wandlungen anspielt.

    Passt schon! In den letzten Tagen muss ich aus Gründen, über die nachzudenken ich zu faul bin, dauernd an meine Lektüre oder besser gesagt, muahaha, an den Versuch derselben dieses Top-Sellers von Hawkings denken, von der mir ausschließlich eine völlig marginale (???) Passage in Erinnerung geblieben ist, nämlich Hawkings sinngemäße Aussage, er hätte mit seiner wissenschaftlichen Schwerstarbeit erst begonnen, nachdem er seine katastrophale Diagnose erfahren hat, während er bis dahin mehr oder weniger als höchst durchschnittlicher Student herum tändelte; zudem bin ich überzeugt, wenngleich das auch makaber klingen mag, dass der Mann die Krankheit nicht so lange und hartnäckig überlebt hätte, wäre nicht seine selbst gewählte Aufgabe gewesen…

    Und zu Deinen letzten Sätzen noch zwei Zitate; Steffen Mensching (ein Dichter aus der DaDaEr; kennst Du wahrscheinlich zumindest vom Hörensagen) hat vor Jahrzehnten ein Gedicht geschrieben, ein Sonett, wenn sich mein zunehmend calcifiziertes Zerebrum nicht täuscht, in dem die erste Zeile lautet “Mehr als ich zieh’, werd’ ich gezogen”, und die letzte “Mehr als gezogen, zieh’ ich ins Land”…

    Hierzu möchte, ja, muss ich bemerken: eben!!!

    In diesem Sinne – Guten Abend!

  21. Jetzt wirds hell! “…wenn ich mich zu Ruhe setze…” Bist Du des Wahnsinns kecke Beute (das war jetzt schon wieder ein Zitat, aber ich weiß nicht, von wo, und ich könnte jetzt darauf eingehen, warum ich das nicht weiß, aber ich will nicht schon wieder mit der Unterschicht kommen)?

    Peinlich! Wo Du es sagst, fällt mir das mit den 3000 Jahren auch auf; komischer Weise sehe ich vor meiner geistigen Brille aber keineswegs Leute in Marken-Sport-Klamotten, sondern so reihenweise Probanden mit EEG-Geräten oder so was auf den Grübelkugeln; jedenfalls diese käfigartigen Hirnmarterdinger, wie in “Serenity”…

    Ich habe gerade den Zi-Tatterich, ich bitte um Verständnis!

    Das mit dem Ruhestand habe ich auch gelesen (H. hatte ja wohl diesen Newtonschen Lehrstuhl usw., wenn ich recht belichtet bin) – es ist irgendwie merkwürdig, mindestens das…

    Häff fann, Mr. T.!!!!!

    Greetings!!!

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