Plausch mit Frau Nettesheim – Srchiebunluts & Blindtext

trithemius & Frau Nettesheim
Frau Nettesheim
Wer ist eigentlich dieser Schmock, Trithemius.

Trithemius
Volontär Hanno P. Schmock? Das ist der neue Mitarbeiter im Teppichhauslager.


Frau Nettesheim

„Volontär“ ist ja wohl dick aufgetragen.

Trithemius
Was soll ich machen, Frau Nettesheim. Wenn ich annonciert hätte: „Praktikant zum Einrollen und Sortieren von Teppichen gesucht“, würde sich niemand gemeldet haben geworden hätte sein.

Frau Nettesheim
Wie bitte? Haben Sie einen Drehwurm im Sprachzentrum? Ich habe den Eindruck, dass Schmock inzwischen nicht nur Teppiche sortiert, sondern Ihre Arbeit gleich mit macht.

Trithemius
Das war ja der Sinn der Übung, hehe. Mir ist nämlich das Schreiben vergangen, Frau Nettesheim. Solange der Schmock glücklich ist, wenn er etwas im Teppichhaus veröffentlichen darf, merkt es keiner.

Frau Nettesheim
Namen haben keinen Artikel. In diesem Fall ist es sogar irreführend, denn es ist ein Unterschied, ob jemand Schmock heißt oder ein Schmock ist.

Trithemius
Bei ihm nicht.

Frau Nettesheim
Und da lassen Sie ihn schalten und walten, wie er gerade lustig ist?

Trithemius
Genau. Passt. Ist doch ein Irrenparadies da draußen. Mit jedem Tag bekloppter.

Frau Nettesheim
Können Sie nicht mehr schreiben, weil Sie vor der Welt kapituliert haben?

Trithemius
Beinah. Der eigentliche Grund ist ein Buch, das ich letztens antiquarisch gekauft habe. Ludwig Reiners „Stilkunst“. Das hatte ich schon mal als Zwölfjähriger durchgearbeitet, und jetzt war es eine überraschende Wiederbegegnung. Jedenfalls habe ich bemerkt, wie sehr Reiners über die Jahrzehnte hinweg mein Schreiben beeinflusst hat.

Frau Nettesheim
Das müsste Ihnen eigentlich Auftrieb geben.

Trithemius
Im Gegenteil. Ich feile an jedem Satz so lange, bis die Sonne drüber versinkt und kaum was übrig bleibt. Und wenn ich tief in der Nacht den Text endlich fertig habe, denke ich: Ach, den veröffentliche ich nicht. Ist mir jetzt zu mühsam.

Frau Nettesheim
Sie sind mir ein schöner Schreiberling, Trithemius. Kein Wunder, dass der Laden hier langsam verwaist. Tun Sie was!

Trithemius
Ich könnte Blindtext von da anbieten:

Dr sanitär Baal bürste Kommando. Ihrer Kontakte Coup protzigerer klotzig, winzig was Nylons all verfilmender ein Alb. Ther rennst Brut, vgl mixed vorletztes, zig Grenzen Erzieherin üppig, de oho fege Beo, Erz warme ans leben bes winkt fix zwitterhaftem Anreisetermin Ach Schacht Ecke abgestandenen blendest zapfte. Mr geizen dich gib traulichen Hefts lacht nur Projekts, Akustik Deal Lümmel tätigsten. Städter Beschluss geb Pascha nicht flügger Tatort, bog sagt zuck klaü wog Eintrags mag eng wringende las Smyrna Bedenkzeiten. Splints verwende Also nun Taste, hoi Ehen hegte hobet, welk Gar Arsenal des Lourdes kanonischen denke kalt Eiben Dr fixt B. Ein bunte Anoraken bin Gestank Drittel nennt seh Weltrat zufliegende schalletest.

Frau Nettesheim
Tuppes.

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26 Antworten auf Plausch mit Frau Nettesheim – Srchiebunluts & Blindtext

  1. … bei mir hat sich nicht einmal ein Volontär gemelden tutet.

    Obwohl ich dringend jemanden bräuchte, der mein Hütchen immer von links nach rechts und wieder zurückschiebt.
    Allerdings komme ich mir allmählich schon vor wie ein Wackedackel auf der Hutablage eines alten Opel Rekords, der neben einer mit Selbstgehäkeltem getarnten Klorolle vor sich hinschunkelt.

    Oh, eine neue Merchandising-Idee: wackelverQuert

  2. Wir alle kommen in ein Alter, wo wir Sklaven Praktikanten und Volontäre die Arbeit machen lassen, die wir sonst selbst erledigen müssten. Ich beispielsweise peitsche gerade die Kinder meiner chinesischen Nachbarn, die ich im Keller eingesperrt habe, damit sie mit ihren flinken Fingern Büchersendungen verpacken!

    • Wie? Du peitscht selbst?
      Kannst du denn diese Arbeit nicht vielleicht deinen senegalesischen Nachbarn (die, von der anderen Seite) überlassen? Die würden sich auch über ein paar Euro Zusatzverdienst freuen und du hättest mehr Zeit für noch mehr PR-Veranstaltungen um noch mehr Bücher zu verkaufen…

      • @ VerQuert
        Ich finde auch,wir sollten ausnahmslos alle mühevollen Tätigkeiten outsourcen und uns nur noch dem Müßiggang widmen.

      • Sehr verehrter Herr verQuert, ich beantrage hiermit eine Fortbildung zum Stichwort »Klasssenkeile« …

        • Ich habe heute ein paar Fußbodenleisten zugesägt. Äh, oh, also …, nein, zusägen lassen! Zusägen lassen!, genau!. Von den polnischen Nachbarn von unter uns. (Puh! gerade nochmal die Kurve gekriegt …) Da sind ein paar “klasse Keile” angefallen, falls du die brauchen kannst …

          Jetzt sinniere ich schon minutenlang über das Wort Klasssenkeile nach und komme zu keiner mir einleuchtenden Definition – wie auch, wenn Adriano Celentano mir die Leier von Il Ragazzo Della Via Gluck via Webradio aus den Lautsprechern entgegenschmettert. Moment, schmettert? Wie spät haben wir? Huch! Ich glaube, ich steige besser mal auf Kopfhörer um, ehe mir die Nachbarin von (schräg) unten noch ihr Nudelhoz auf den Kopf schmettert … Warum schreibe ich eigentlich so schräg? So, jetzt geht’s wieder… Immer diese schlechte Haltung vor dem PC …

          • Klassenkeile – Synoynm für Kissen- äh … Klassenschlacht oder so ähnlich, jedenfalls der richtige Umgang der herrschenden Klasse mit denen, welche höchstselbst zur malochenden Kaste zählen … oder werfe ich da gerade etwas durcheinander? Muss wohl mal die Chinesen im Keller fragen …

    • @ Rupi
      Soeben brachte eine freundliche Postbotin das Buch. Du musst den kleinen Chinesen unbedingt auf die Finger schauen. Sie haben das Buch in einen Donald-Comic eingewickelt. Und als Donaldist scheue ich mich, den zu zerstören. Das macht das Auspacken so schwer wie eine halbverkohlte Papyrusrolle abzuwickeln. Werde die Fortschritte vermelden. Vorerst vielen Dank. Bin gespannt.

      • Ich konnte die Chinesen gerade noch davon abhalten, alles in frisch produzierte 500-Euro-Scheine einzuwickeln, die mir die Bundesregierung zusandte, nachdem ich ihr schrieb, ich habe eine mittlere Firma gegen die Wand gefahren und 1000 Arbeitsplätze versenkt …

  3. mit mir redet der Blindtext in sehr seriöser Sprache …
    das ist also Herr Smock

    liebe Grüsse
    aus dem seltsamen Berlin

    Karen

  4. Was nimmste ‘n Wollontär – nimm doch ‘n Könnontär!

    Du brauchst Kontakt zu einfachen, volkstümlichen usw. Verrichtungen; Hesse hat an solchen Stellen auch immer den Garten umgegraben.

    Lezteres nicht nur mit Irokasmus gemeint habend, verzieht sich wieder

    Das Fossil

    • Danke für den Tipp. Mache ich eigentlich auch, bin bald jeden Tag in der Natur unterwegs und genieße diesen Prachtsommer. Es hat eben alles seine Zeit.

      Beste Grüße
      Dein Trittenheim

      • na, da geht der schmock wohl etwas robuster und unbesorgter an die sachen!!

        oje, das ist dann aber letztlich doch keine gute werbung fuer das Reinders-buch, auf das ich durch einen deiner kommentare auf meinem blog ja schon geraten bin!
        ich kann dich ja nur zu gut verstehen: wielange feile ich nicht selbst mitunter an einem text, so dass ich das gefuehl habe, nach seiner ”darbietung” auf mindestens zwei wochen ausgepowert zu sein. wieviele naechtliche entwuerfe fuer einen blogeintrag habe ich nicht nach sechs-acht stunden investierter arbeit nicht doch morgens bei natuerlichem lichte besehen unveroeffentlicht geloescht?
        wenn man dann noch so eine stilfibel in seine welt holt: da zehrt einen der perfektionismus doch wohl endgueltig auf. doch zugleich waechst meine neugier auf die fibel…

        veilleicht sollte ich mir auch einen praktikanten gleich schmock goennen, der mal
        etwas unbedarfter zu werke geht?!

        auf jeden fall sehr geneigte fruehgruesse von duroy

      • Boah! – Ich habe schon wieder gedacht, was haue ich wieder auf die Kacke!

        Aber es stimmt Tatsache: der Hesse war ein hervorragender Selbsttherapeut…

  5. Blindtexte? Da hätt´ ich auch noch was:

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    B)

  6. Ah, ja, so ähnlich dachte ich es mir auch.
    Ich kann da nur aus eigener Erfahrung sagen: immer voll einen auf die Mütze geben, nur keine Schwächen zeigen! Ordentlich den Max raushängen lassen oder war es Moritz? Egal!

    Ich weiß wovon ich spreche! Das geknechtete Volk will die starke Hand des Herren spüren, der ihnen zeigt, wo er den Bartel aufgehängt hat, der von des Herren Most trinken wollte. Oder wollte er nur den Hammer aufhängen, der arme Bartel? Selber Schuld! Was muss er auch in den Brunnen fallen der Tor? Wusste er nicht, dass das Kind solange mit dem Bade ausgeschüttet wird, bis der Krug bricht? Aber wehe, wehe, wenn ich auf das Heulen höre! Dass wird am Ende wieder ein Zähneklappern geben! Nichts wird so heiß gekocht, dass man es essen könnte! Und dann, wenn dann alle am Brei herumgekocht haben, verderben uns die Köche am Ende an der Schweinegrippe!
    Und wer darf es dann wieder bezahlen? Der kleine Sparer! Immer der kleine Sparer!

    Ich muss jetzt meine Inder antreiben, schliesslich warten noch etliche Wikipedia-Einträge darauf editiert, verifiziert, ja überhaupt erst konstruiert zu werden!

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