Konstruktion und Dekonstruktion verführerischer Lippen

Eigentlich wollte ich auf Arte einen Film über den Dadaisten Hans Arp angucken. Auf dem Weg dorthin, zappte ich just in eine Sendung, die zwar nicht Dada, aber ordentlich gaga war, weshalb ich sie fotografisch dokumentiert habe. Ich besitze nur ein kleines Fernsehgerät, das schwierig abzulichten ist, und bis ich die richtige Kameraeinstellung gefunden hatte, verging eine Weile. Daher konnte ich mich nicht gut darauf konzentrieren, was in dieser TV-Sendung genau gesagt wurde, habe es aber so gut ich konnte rekonstruiert. Die Hauptdarstellerin ist verheiratet mit einem Mann, der eine spektakuläre Pleite hingelegt hat. Andere rufen dann nach staatlicher Hilfe und hegen Ideen von Sozialisierung ihrer Verluste. Diese Frau jedoch setzt ihr eigenes Kapital ein und enthüllt dazu intime Geheimnisse, ja, ist sich auch nicht zu schade zu zeigen, dass bei einer aufwendigen Fassadengestaltung die Werkzeuge, hier der Spiegel, ganz schön schmantig werden. Das nötigt mir eine gewisse Achtung ab. Sehen Sie selbst:

Franjos-Rettungsschirm

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34 Antworten auf Konstruktion und Dekonstruktion verführerischer Lippen

  1. na so was, just heute nachmittag war mir mal wieder so nach krisenbewältigung – gekauft habe ich dann in der tat ein wenig makulatur in form eines lippenstifts und abdeckpuders – dies hat allerdings die finanzkrise in meiner börse leicht verschärft…

  2. Und guck, in meiner Börse herrscht Finanzkrise, obwohl ich schon seit Jahren keinen Lippenstift mehr benutze. Und mit Makulatur hatte ich zuletzt in den 70ern zu tun, als ich nebenher noch in der Asta-Druckerei der RWTH Aachen arbeitete.

  3. Habe heute MEINEN Lippenstift dazu benutzt, meine Tochter auf gruselig zu schminken. (Rote Augenränder)
    Kein Wunder, daß Mütter so unverführerisch sind, sie opfern sich stets für die Blagen auf.
    Wie machst du das denn, Verona, du bist doch auch Mutter!!! Ach wie ich dich bewundere! *seufz*

  4. :) ) sehr schön, lieber jules!

    wäre es machbar, würde ich darauf plädieren, von deinen wunderbaren animierten gifs einen bildband herausbringen zu lassen. irgendwie wäre dieser auch immer aktuell. das nenn ich zeitlos….

    mercy für diesen schönen abendschmunzler!

    jenne

    • Freut mich, lieber Jenne!

      Demnächst, also eigentlich ab morgen, will ich mich drum kümmern wie auch um andere Buchprojekte. Es ist halt mühsam und langwierig, denn ich kann es nicht lassen, an älteren Texten nachzuredigieren. Bei den Gifs besteht das Problem darin, dass auch die Photoshop-Vorlagen nur in 72dpi vorliegen, weil die Ebenendateien sonst zu groß würden. Daher muss ich in den meisten Fällen die Originalbilder nehmen und alles neumachen. Danke, dass du gefragt es. Es motiviert mich.

      Beste Grüße
      Jules

      • oha, so ist es schon angedacht! na dann drücke ich dir ganz doll die daumen, lieber jules…

        im falle hannah speichere ich im übrigen immer gleich beide varianten ab: die 300dpi-variante als strichbild und die 72er variante mit dem “papier” darunter für den blogeintrag. so nehme ich das ganze nicht zweimal in die hand, falls ich irgendwann auf sonderbare gedanken komme.

        doch vorerst hat hannah noch genug aufgaben abzuarbeiten. :) )

        liebe grüsse, jenne

        • Danke. Bei Einzelbildern mache ich es so wie du, bei gifs ist es ein zusätzlicher Arbeitsschritt, der mich bei den vielen Einzelbildern zu lange aufhält. Schon jetzt sitze ich an einem giff viele Stunden. Aber natürlich hast du Recht. Zweimal anzufassen dauert noch länger.

          Es wird dann also auch einen Bildband “Hannah” geben? Es wäre ein hübsches Kinderbuch, in dem auch Erwachsene gerne schmökern.

          • …wir schauen mal, lieber jules. so eine “umbruch-stimmung” ist immer recht interessant. (wobei man bei umbruch auch an anderes denkt, besonders in einem gespräch zwischen wie ehemaligen schriftsetzern, bemerke ich soeben)

            dass die giffs sehr zeitaufwändig sind, glaube ich dir gern, mein prototyp hatte schon recht lange gedauert erinnere ich mich. daher ist dir diese mühe hoch anzurechnen.

            im hintergrund rascheln derzeit parallel auch die geschichten aus dem leben meiner grossmutter, desweiteren flatterten in dieser woche auch wieder zwei bilderwünsche an die staffelei. doch so ist es mir recht. ich vermute, das nicht-still-sitzen habe ich von meinem vater erlernt. dieser hatte immer irgendwie ideen abzuarbeiten undneues probiert. ich staune nur immer wieder im nachhinein, dass er dennoch auch zeit fand, mit uns drei rüpeln kind zu sein.

            liebe grüsse, und gute nacht, jenne

  5. Hihi! Das ist echt toll!
    Aber seit wann ist ein Duo denn 14-teilig?

    • Vielleicht siebenteilige Ober-, siebenteilige Unterlippen?

      • Na, wer sich’s leisten kann… ;)

        Ich hab’ übrigens nie verstanden, warum Männer freiwillig Frauen küssen, die sich bunten Fettschmier auf den Mund tun. Sieht ja zuweilen wirklich gut aus, aber ich hätte als Mann Angst, da irgendwie drauf abzurutschen.

        • Früher habe ich geglaubt, im Lippenstift ist Läuseblut. Drum habe ich mich von bemalten Frauen immer ferngehalten. Ich bin ja Vegetarier.

          Hab mich übrigens gefreut, dich zum Kichern gebracht zu haben. Wer wollte das nicht.

  6. Hier lernt man doch immer wieder etwas Sinnvolles! Werde gleich versuchen, mich mit Hilfe eines Kohlestiftes verführerisch à la Verona zu gestalten.

  7. treffen sich zwei männer sagt der eine….ich war letztens bei nem suuuper arzt,der hat mir meine krampfadern am pimmel weggemacht,erste sahne sag ich dir und echt günstig,nur 500.-euro….sagt der andere,klasse,da geh ich auch mal hin…dort angekommen wird er gleich untersucht und meint zum arzt…ich weiss schon bescheid 500 euro…..nee nee sagt da der arzt,bei ihnen kostets nur 19,99.- ist nur lippenstift…:roll:

    • Ich möchte darauf hinweisen, dass das Wort PIMMEL hier erst nach 23 Uhr gelesen werden darf. Das im Witz genannte Körperteil hatte auch keinen Neigungsgrad nach oben, der die medienrechtlich zugelassenen 45 Prozent übersteigt. Schließlich war der Arzt ein Mann. Alles andere geschah im Off.

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