Teppichhaus Intern – Bielefelder beschimpfen Trithemius

Vor gut drei Monaten hat ein chronisch unterbeschäftigter Teppichhaus-Humorexperte aus purem Mutwillen, vielleicht auch aus Langeweile, einen aufwendigen Heimatfilm über die Stadt Bielefeld gedreht. Titel: “In Bielefeld ist das Wegfahren am schönsten.” Die Qualität des Films lässt hinsichtlich Form und Inhalt zu wünschen übrig, und so wurde er zwar bei Youtube eingestellt, im Teppichhaus jedoch nur unter der Ladentheke gehandelt. Trotz seiner offenkundigen Mängel – so wurde zum Beispiel sträflich versäumt, das Bielefelder Bahnhofsklo zu zeigen, was allemal eine sofortige Abreise wert ist – trotz oder wegen dieser und anderer Versäumnisse, erhitzt der Film zunehmend die Gemüter.

Bitte machen Sie sich selbst ein Bild und lesen Sie hier, was aufgebrachte Bielefelder konkret bemängeln. Übrigens hat Blogfreund Frieling darauf aufmerksam gemacht, dass es sich bei Bielefeld nur um einen Fake handelt, auch Bielefeldverschwörung genannt. Wenn es die Stadt eventuell gar nicht gibt, warum geriet der Film derart in die Kritik? Handelt es sich bei den Kritikern um Menschen, die wahnhaft glauben, Bielefelder zu sein, obwohl sie eigentlich in Gütersloh oder Castrop-Rauxel leben?

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71 Antworten auf Teppichhaus Intern – Bielefelder beschimpfen Trithemius

  1. Schon meine Omma pflegte zu sagen :
    ” Sehen wir uns nicht in dieser Welt, so sehen wir uns in Bielefeld ” ……..

  2. “Es gibt nur etwas, was schlimmer ist, als im Gerede der Leute zu sein, nämlich nicht im Gerede der Leute zu sein” (Oscar Wilde*)

    Wenn Du Verstärkung brauchst, sag Bescheid: dann kann ich mal, kchch, “konstruktiv toben” (ich sehe nur bisschen intellektuell aus: ich hab’ voll den Bizeps und so, echt, boah!)…

    Hm. – Wieder Thema “Abgrenzung”… Wie viele Leute sind so, sagen wir halb- oder unwissenschaftlich (Dr. Freudlos ist gerade wieder unauffindbar; ich sage nur: Anna Lyse, sag ich nur!) “identitätsschwach”, dass sie es im Alltag nicht schaffen, sich in adäquater Weise an adäquatem Ort “Luft zu machen” und die, mit Verlaub, kotzen nun das Netz voll; so grotesk das klingen mag, ist es aber doch (auch) Sublimierung oder gar “Demokratisierung”; ist ja immer noch besser, als wenn sich diese Klientel irgend welche bunten Kostüme überstreift und irgend wohin marschiert (soll ja schon vorgekommen sein, wie man hört)…

    Das kenne ich ja eben auch bisschen von mir: ich merke oft gar nicht, dass ich was runter geschluckt habe, und dann knallt der “Gefühlsstau” raus, wenn eines von den 30 Bierchen schlecht war…

    Grüße ins Hannoveranische!

    Der G.

    *Is’ ‘n Schüler von mir – kennst Du vielleicht…

  3. Ich weiß gar nicht, was diese Bielefelder haben, lieber Jules! Immerhin hast Du schon mal die Existenz zumindest des Bielefelder Bahnhofs zweifelsfrei bewiesen. Dafür sollten sie Dich wenigstens zum Ehrenbürger machen. (Die Urkunde plus Ehrennadel kannst Du Dir dann ja zuschicken lassen.)

  4. Pst, ich kenne jemanden aus Bielefeld. Zumindest behauptet er das. Vielleicht lügt der? Was ist ein Kamerahandy?

  5. Die geharnischt vorgebrachte Kritik der angeblichen Bielefelder dient lediglich dazu, zu suggerieren, das es Bielefeld tatsächlich gibt ;)

  6. :) ) sowas :no: :) ) :)

    liebe Grüsse
    Karen

  7. Ich wollt gerade sagen. Die Stadt gibt es ja nicht. Ist wissenschaftlich bewiesen.

  8. hm…da diese angeblichen bielefelder ja jede woche sehr unterirrdisch bundesligafußball spielen, sollte man vielleicht mal etwas tiefer graben :roll:

  9. Da ich nachweislich gebürtiger Bielefaker bin, möchte ich hier stellvertretend für alle Freude dieser schönen Stadt sagen:

    1. Bielefake heißt tatsächlich Puddingtown (von wegen Dr. Oettker und so).

    2. Schon der ursprüngliche Name der vom Puddingkönig gestifteten Kunsthalle, nämlich Richard-Kaselowsky-Haus (Pudding-Stiefvater und Himmler-Intimus) lässt auf die Gesinnung der oberen Bielefaker Zehntausend schließen.

    Diese Wahrheiten werden von Professor Flimmerich sträflich vernachlässigt. Jeder echte Bielefaker fühlt sich deshalb durch das Machwerk beleidigt und in Ansehen und Würde herabgesetzt.

    • Was hat denn eigentlich Herr Seidensticker da verloren, seines Zeichens Lokomotivenbenenner (es gab mal zwei, Frank S. und Nicki S., am Ende blieb nur noch “Frank+Nicki S.” übrig, und die fährt auf Rügen), in Bielefeld verloren?

      Ich war einmal da. Genau einmal zuviel, oder auch einmal genug, denn da hat man mir gesagt, “wenn Sie woanders glücklich werden können, dann sollten Sie das anstreben. Bei uns kann dann jemand anders Ihren Platz einnehmen.” Hab ich gemacht, und nun bin ich hier… und muß den Bunker am Altstädter Kirchplatz hoffentlich nie wieder sehen.
      Was war ich froh, als der Zug aus dem Bahnhof fuhr – wahrscheinlich aber nicht in derselben Richtung wie auf dem obigen Filmausschnitt…

      • @ Loco
        Danke für deinen Erfahrungsbericht. Damit wäre alles gesagt. Tatsächlich fuhr ich weiter nach Hannover. So erklärt sich auch der Filmtitel, denn wer auf der Durchreise ist, will ja nirgendwo anders verweilen.

        Was hat es auf sich mit Herrn Seidensticker?

        • Stand Herr Seidensticker nicht in einem Kommentar? Kein Wunder, das Unternehmen Seidensticker ist ein wichtiger Arbeitgeber in der Region.

          Walter Seidensticker, vermutlich der Junior (Walter Seidensticker sen. gründete die Firma 1919), kaufte 1974 und 1980 zwei Lokomotiven der ehemaligen Heeresfeldbahnen, die er auf die Namen “Frank S.” und “Nicki S.” taufen ließ. Meiner Erinnerung nach sind das die Namen seiner Kinder, im unten verlinkten Artikel steht es etwas anders. Dafür wurde er damals ziemlich belächelt…

          Eine dieser Loks war die frühere 99 4652, die jahrelang auf Rügen unterwegs gewesen war. So kam Herr Seidensticker auf die Idee, die Lok dorthin zurückzuführen. Da sie aber ziemlich abgewirtschaftet war, wurden aus “Frank S.” (99 4652) und “Nicki S.” eine neue “99 4652″ mit dem Namen “Nicki+Frank S.” und vermutlich ein Haufen Schrott (oder ein Denkmal? Ich weiß es nicht). Die 99 4652 fährt seitdem auf Rügen, aber die Rügen-Kleinbahnen machen leider öfter mal durch wirtschaftliche Schwierigkeiten und spektakuläre Besitzerwechsel auf sich aufmerksam.
          Hier auch der versprochene Link.

    • Tatsächlich. Hab extra in deiner Biographie nachgelesen, Rupi, weil ich nicht glauben konnte, dass du in einer Stadt (hehe) geboren bist, deren Existenz du schon mal geleugnet hast. Zum Glück bist du ja bald weggezogen oder wurdest von Feen weggetragen, und daher gehörst du auch nicht zu den oberen Bielefelder zehn.

      Doch bitte kläre mich auf, was Professor Flimmerich für ein Machwerk über Bielefeld verbrochen hat.

      • Professor Flimmerich war eine beliebte Figur aus dem DDR-Kinderfernsehen. Ich dachte, du kennst ihn vielleicht. Deshalb habe ich mir erlaubt, den Urvater des obigen Bielefake-Videos entsprechend zu bezeichnen …

        • Von ihm hatte ich gehört. Und als ich eben nachschaute, was Professor Flimmerich heutzutage so macht, dachte ich: Ach, er montiert den Frauen die Ellenbogen um.
          Prof-Flimmerich-Brustop

          Aber es kann nicht sein, denn er ist leider schon tot.

    • Heißt aber in Wahrheit Gerry-Weber-City (inkl. Catwalk im gleichlautenden Stadion) …

      • Gerry-Weber-City? Ist ja toll. Dem Trend sollten sich viele Städte anschließen, um frisches Kapital zu bekommen. “Gebrüder-Albrecht-City” klingt ja auch besser als Mühlheim.
        Oder “Maria-Elisabeth-Schaeffler-Städtchen” ist besser als Herzogenaurach. Leider würden die Gebrüder Dassler das verhindern.

  10. Also, dear Trithemius, noch besser gefällt mir Dein Video mit den verzehrfrischen Buchstaben! (Du verzeihst sicher, wenn ich es weiterempfehle – aus lauter Genuss am Sehen – der Text ist aber auch zu lecker!)

    Und was das ontologische Problem der Bielefelder angeht: Die haben eben ihren Heidegger verstanden!

  11. das mit den neuen städtenamen fänd ich schick…meinereiner wohnt dann nahe burdatown :) )
    und schäublebach….köhlercity (nicht der bundessepp der hiesige papiersepp)
    das denken hier auf dem land überlassen wir ja meisst gern den pferden …das ist nicht so anstrengend…für die pferde :) )

    • Burdacity = München, überwiegend München, sonst noch Offenburg (“Tor zum Schwarzwald”), Berlin, Hamburg.
      Und in den Schwarzwald passt natürlich auch Köhlercity. :) )

      • mitnichten…das stammhaus ist offenburg…mal so am rande…

        und kennst du das durchschreibpapier reacto? dem ist aus oberkich von köhler…die haben auch absolut geiles papier satiniert der hammer,das ist man echt versucht wieder mit echter tinte zu schreiben…so richtig wie früher auf echtem papier ;)

        *die letzte bemerkung ignorier ich jetzt mal…weil ich sie nicht verstehen will ;)

  12. Neue unglaubliche Dokumente über Bielefake
    Von Adalbert Schwahfel, Magischer Theoretiker
    BLOGSDORFER ANZEIGER, Aktuelle Redaktion

    An der Autobahn A 2 zwischen Minden und Gütersloh am Rand des Teutoburger Waldes existiert ein Potemkinsches Dorf gewaltigen Ausmaßes. Angeblich 325.000 Einwoh…

  13. Ein früher Beleg für die Existenz eines Ortes namens Bielefeld durch die Erwähnung in einem bedeutenden Werk der deutschen Literaturgeschichte:

    »Zu Bielefeld langweilen sich auf der Straß // die Hunde, sie flehn untertänig: Gib uns einen Fußtritt, o Fremdling, das wird // vielleicht uns zerstreuen ein wenig.« –
    (Heinrich Heine, Deutschland. Ein Wintermärchen)

  14. Pingback: Bericht von meiner Forschungsreise von Hannover nach Aachen und zurück |

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