Teppichhaus intern – Östlich von Westen liegt die Mitte

Bitte-den-Hasen-nicht-jagen

„Die Ereignisse nach unserer Heimkehr überschlagen sich“, stand in einem Manuskript für ein Jahrbuch, das ich zusammen mit einem Kollegen herausgeben wollte. „Die Ereignisse (…) überschlagen sich“, das kam uns vor wie ein alberner Fanfarenstoß, der den dösenden Leser aufrütteln soll, damit er weiß: Ab jetzt muss ich mit der ganzen Aufmerksamkeit lesen, die ich aufbringen kann. Die Ereignisse werden eventuell nicht mehr warten, bis sie an der Reihe sind, sondern ungestüm heranstürzen, so dass man fürchten muss, das dritte Ereignis wollte das zweite oder sogar das erste überholen und große Verwirrung stiften.

Das Jahrbuch erschien 1994. Gemessen am heutigen Leben waren die frühen 90er Jahre eine beschauliche Zeit, denn die wechselseitige Fernkommunikation lief noch über Festnetz-Telefon, Faxgerät oder Sackpost. Das gab allen gesellschaftlichen Vorgängen einen gemächlichen Takt und sicherte die korrekte Ereignisabfolge. Damals war auch nicht abzusehen, welche Dynamik das World Wide Web (WWW) entwickeln würde. Dann kamen Mobilfunk, E-Mail und Internetkommunikation, und aus war es mit der Gemütlichkeit. Innerhalb weniger Jahr nahm der Alltag ein bislang ungeahntes Tempo auf. Heute haben wir uns beinahe daran gewöhnt, dass die Ereignisse in immer dichterer Abfolge auf uns einstürmen und sich überschlagen, wie sie gerade lustig sind.

Seit einigen
Jahren hechele ich dem Zeitablauf hinterher. Wenn ich gerade im Oktober angekommen bin, ruft man ringsum: „November ist da!“ und steht schon mit einem Bein im Dezember. Da fällt es schwer, die innere Ruhe zu wahren, denn irgendwie muss man ja mithalten bei diesem irrwitzigen Hasenrennen. Heute ist schon morgen, und morgen, kaum zu glauben, besteht das Teppichhaus drei Jahre. In den letzten beiden Jahren habe ich aus diesem Anlass je eine Lesenacht veranstaltet, und was jetzt? Die Ereignisse sind durcheinander gekommen, haben Marschordnung und Bodenhaftung aufgegeben und fliegen mir hurtig um die Ohren. Im September überraschte mich ein nächtlicher Wassereinbruch, was den Ausschlag gab für den Entschluss, mit dem Teppichhaus umzuziehen. Letzte Woche hielt ich mich wie so oft in den letzen eineinhalb Jahren in Hannover auf. Ich hatte der Hausbesitzerin meinen Schlüssel gegeben, weil sie die Decke „aufarbeiten“ wollte, und als ich gestern zurückkehrte, war meine Wohnung fast komplett renoviert und sogar ein bisschen umgebaut. An der Tür hing ein Zettel, auf dem stand:

„Lieber Herr van der Ley, treten Sie ein in Ihr neues Reich! Hier können Sie sich erholen und Urlaub machen!“ (…) „Nun lassen Sie die Seele baumeln, und wir wünschen Ihnen (und uns) ein schönes Wochenende.“

Leider konnte aus dem Seelebaumeln nichts werden, denn mit dem Öffnen der Wohnungstür purzelten die in Aachen angestauten Ereignisse auf mich ein. Nun hatte ich aber aus Hannover ebenfalls Ereignisse mitgebracht, so dass ich jetzt in einem hübschen Ereignischaos sitze, das sortiert werden will. Zum 15. Dezember 2008 will ich nämlich samt Teppichhaus nach Hannover ziehen, denn ich habe dort mit ihrer kompetenten Hilfe eine schöne, lichte Wohnung gefunden, die meiner jetzigen ähnelt, allerdings nicht an einer Güterbahnlinie liegt. Dann hat das Pendeln der Seele zwischen Aachen und Hannover ein Ende, und es kehrt wieder mehr Kontinuität ins Teppichhaus ein.

Drei Jahre Teppichhaus Trithemius in Aachen sollen nicht einfach vorbeirasen. Daher lade ich alle Teppichhauskunden ganz herzlich zu einer interaktiven Aachen-Abschieds-Lesung ein. Sie beginnt am Samstag, dem 15. November gegen 20:20 Uhr (nach der Tagesschau) und endet irgendwann in der Nacht zum Sonntag. Und ich verspreche, es wird kein Hasenrennen. Wir halten inne und lassen die Seele baumeln.

Beste Grüße
Trithemius

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0 Kommentare zu Teppichhaus intern – Östlich von Westen liegt die Mitte

  1. hannover- revonnah? die Stadt von Kurt Schwitters, wenn das nicht paßt!

    • Ja, „vorwärts nach weit“, das passt. Ich habe allerdings eine Weile gebraucht, das einzusehen.

      • die menschen dort sind freundlich und sprechen keinen dialekt, was zur abwexlung mal ganz nett sein kann. und es gibt dort die leckersten belegten brötchen der welt.
        aber wieso das verkehrssystem üstra heißt, das klingt ja wie ein türkisches waschmittel….
        (hab mal ein halbes jahr selber da gelebt)

        • :)) Das türkische Waschmittel heißt übersetzt „Überlandwerke und Straßenbahnen Hannover AG“.

          Das mit der fehlenden Dialektfärbung wird sich ändern, wenn ich mit rheinländischem Gesang die leckersten belegten Brötchen der Welt bestelle.

          • wie wird sich das anhören:
            ach frollein, tun se misch ma dat leckrä brötschen da hinten?!
            alte niederrheinweisheit: die leckersten brötchen gibt es immer auf beerdigungen! (vielleicht weil der liebe gott persönlich ja auch niederrheiner ist, sagte jedenfalls HD Hüsch)

            • PS: Was sind Überlandwerke? Vielleicht so was wie die Kamel-Bibliothek im Sudan, da gehen die Werke diverser Dichter sehr lange über Land.
              (Aber wie paßt das jetzt zu Hannover?)

              • Das Wort Überlandwerke hat mich eben auch fasziniert, als ich bei Wikipedia nachschaute. Deine Deutung macht es noch um einiges schillernder.

                • Ich finde, man könnte jetzt ruhig mal ganz filosofisch werden: Überlandwerke, ist das nicht unser aller heimlicher Wunsch, die Quintessenz tief im bloggerherz sozusagen: wir wollen unsere Werke über Land bringen? Aber tun wir das hier? Ist das Überland? Nein das sind Überkabelwerke. Oder Überwebwerke. (auch schön)Parawebworks.
                  Aber stilvoller ist es doch in der Üstra sitzend seine Werke über das Land zu fahren und sie dann von der LEINE zu lassen, sozusagen, beschützt von ANNA BLUME der dadaistischen Göttin aller Wortspielereien…und (äh hab ich mich hier gerade ausufern lassen, sorry, es ist wieder das LaWendeltreppige in mir, da wird einem schnell etwas schwindelig) *taumel* *dreh* *kreisel*

                  • Vorab. Siehst du das sich abzeichnende Durcheinander im Hin und Her der Kommentare? Das ist ein witziges Beispiel für die sich überstürzenden Ereignisse unserer Zeit. Deine wendeltreppige Interpretation der Blogtexte als Überlandwerke, Überkabelwerke und Parawebworks gefällt mir gut. Es ist halt alles aus Nix gemacht und trotzdem überaus wirkungsvoll, denn die meisten Überlandwerke gäbe es ohne Überlandwebstruktur nicht. Die Struktur bringt fortwährend Inhalte hervor, an denen viele teilhaben könne. Das hätte mir mal einer voraussagen sollen, als ich noch mit Letraset Überschriften für einen Klebeumbruch gerubbelt habe. Und noch früher, als ich noch Lettern in den Winkelhaken gesetzt habe, hätte ich nichts davon glauben mögen.

            • Ich sehe mich schon die Traueranzeigen in der Hannoverschen Allgemeinen studieren, um zu helfen, „et Fell ze versuffe“ und nebenher die allerleckersten Brötchen der Welt zu essen.

  2. „Die Ereignisse überschlagen sich“:

    Wenn man Deinen Text liest, kann man diesen Satz nur unterstreichen.

    Hannover ruft Dich und du lässt Aachen zurück.

    Ich fand, dass Aachen gut zu Dir passt, von Hannover habe ich nur gutes gehört.

    Im www wird man nicht viel merken, nur Frau Nettersheim wird fehlen.

    Eigentlich war Hannover schon einige Zeit in Deinem Blog, die Zugfahrten sind schon bekannt.

    Schöne Zeit!

    poc

    • Eine Weile habe ich ja fast täglich einen Abendbummel geschrieben, und anfangs waren es auch Aachenbummel. Doch irgendwann wurden die Themen knapp, denn Aachen ist ja nicht so groß. Mir war in letzter Zeit, als hätte ich die Stadt wie ein Buch ausgelesen. Trotzdem wird mir Aachen gewiss fehlen, und ich werde die Nähe zu Holland und Belgien vermissen. Doch ich werde ab und zu zurückkehren, denn ich habe ja hier familiäre Bindungen und Freunde.

      Frau Nettesheim wird natürlich mit nach Hannover kommen und dem Teppichhaus erhalten bleiben, denn im WWW liegen ja alle Orte nur die Ecke rum. Hannover ist eine wirklich schöne Stadt, und besonders gefällt mir, dass die Leine und die Ihme hindurchfließen. Einen Fluss habe ich in Aachen immer vermisst.

      Vielen Dank und lieben Gruß
      Jules

      • Das hast Du schön beschrieben. Belgien und Holland wollte ich auch erwähnen und hab es dann vergessen.

        Hannover ist sicher eine spannende Stadt:

        Für mich schon wegen Dada!

        poc

      • lieber jules, alles gute da im zentrum der hochdeutschen sprache!

        hasenrennen-mässig gesehen werden aachen und hannover sich aber wohl gegenseitig kaum etwas (und dir) schenken …

        herzliche
        nachmitternächtliche grüsse
        vom ludi

        • Vielen Dank, mein Lieber!

          Was das Zentrum der hochdeutschen Sprache betrifft: Das hätten die wohl gern. Es ist in Wahrheit ein Gewaltakt von Theodor Siebs gewesen, der die hochdeutsche Lautung erfasst und sie 1898 in seinem Buch „Deutsche Bühnenaussprache“ vorgelegt hat. Siebs hatte den hochdeutschen Lautstand an Bühnen rund um Braunschweig und Hannover untersucht, in der Absicht, niederdeutsche Lautwerte durchzusetzen. Seither gilt diese Lautung als Hochsprache. Sie hat jedoch keine höhere Berechtigung als jeder andere Lautstand deutscher Regionen. Alles nur Willkür und Zufall.

          Schlof joot un bös morjen,
          denge
          Jules

  3. Ich freu mich einfach nur, dass Du eine schöne kleine Wohnung gefunden hast. Pendeleien sind auf Dauer nicht die Erfüllung.

    Viel Spaß beim Kartonpacken!

    • Und das beste ist, liebe Orphelins, sie ist nicht einmal klein und liegt auf der ersten Etage eines Hauses, das noch ein bisschen stattlicher ist als das in Aachen. Witzig sind die vielen Ähnlichkeiten, das wird mir den Übergang erleichtern.

  4. Von Hannover aus geht es aber nicht mehr mit dem Fahrrad über die grüne Grenze, Herrn vom Teppichhaus!

  5. Mein lieber Jules,
    Hannover und ich freuen uns sehr auf Dich! 😀

    Ich wette, im Hannöverschen Rathaus geht jetzt schon das Geraune los: „Das Teppichhaus Trithemius verlegt seinen Stammsitz in unsere flüssige Stadt!“ Bürgermeister Weil fängt schon mal an, Käsebrötchen zu belegen, der Maschsee wird noch mal richtig aufgefüllt, das goldene Buch der Stadt wird vorbereitend poliert, es werden Blümchen für Frau Nettesheim bestellt, der Kaufhof stockt seine Kölsch-Abteilung auf…

    Und vielen Dank für die Einladung am Samstag! Ich werde selbstverständlich frisch gekämmt und gut gelaunt der Staben harren.

    Hab‘ noch einen schönen Abend,
    liebsten Gruß, Deine Theo.

    Kleines PS: „Vorwärts nach weit“, und demnächst fußläufig mittendrin… 😉

    • Wunderbar! Du und dein Bürgermeister, Ihr versteht es, mir die Ortsverlagerung leicht zu machen, liebe Theo. Diese Aufmerksamkeiten hat Aachen versäumt, und das haben sie jetzt davon. Es wäre mir recht, die Stadt Hannover würde dich mit der Darreichung des Begrüßungsbrötchentellers beauftragen. Und wenn ich einen Wunsch äußern darf, was die Aufstockung der Kaufhof-Kölsch-Abteilung betrifft: Mir wäre Domkölsch oder noch lieber Küppers genehm. Ach, und ein frischgefüllter Maschsee würde mich oft an seine Ufer locken.

      Vielen Dank für die Korrektur des Schwitters-Zitats. Ich hatte doch tatsächlich in Band 1 seines literarischen Werks nachgeschlagen, aber den korrekten Wortlaut zwischen Bücherregal und Tastatur wieder vergessen. Tschuldigung, Herr Schwitters, bin gerade ein bisschen zerstreut zwischen zwei Städten.

      Freut mich, wenn du am Samstag dabei bist.

      Alles Liebe und bis bald,
      Dein Jules

  6. Bist Du Dir sicher, ganz sicher 🙂 so mit Hannover ???

    ich war bisher vielleicht etwas zu kurz dorten, …
    aber wennste da Freunde, richtig gute Freunde hast 🙂
    dann wird alles sicher gut
    die weitere Umgebung ist ja auch schön (z.B. der Harz :)sehr schön )

    liebe Grüsse
    feinen ruhigen Umzug
    Dir und dem Teppichhaus

    liebe Grüsse
    Karen

    • Ja, liebe Karen, denn ich habe lange darüber nachgedacht. In die Zukunft kann ich auch nicht gucken, doch ich spüre, dass mir dieser Auszug aus der Provinz gut tun wird.

      Dankeschön für die guten Wünsche
      und lieben Gruß zur Nacht,

      Jules

  7. Ach ja: jetzt habe ich es tatsächlich geschafft, noch nachts um drei Mal herzhaft zu lachen (oder jedenfalls zu kichern, zu gackern und zu glucksen), und zwar bei der Lektüre Deiner Wassereinbruchsgeschichte, und jetzt müsste ich mich auch gleich wieder korrigieren, indem ich (mich selbst) darauf hinweisen müsste, dass Du das also geschafft hast, mit dem Kichern usw., aber das wird jetzt verwirrend, und ich breche hier ab…

    Ich wollte nämlich eigentlich gratulieren (zumal mir durch Dein Posting auch noch aufgefallen ist, dass mein Blog ja auch sein Drittes eben hatte: wenn ich mein Blog wäre, ich wäre jetzt aber sauer auf mich):

    • Danke für die Fehlerbereinigung; ich baue echt ab: mein Blog ist zwei Jahre alt…

    • Dann hast du hoffentlich danach gut schlafen können. Was meinst du mit dem Kichern, das ich geschafft hätte? Ich finde, dass man in Blogs häufig was zu lachen kriegt, und am lustigsten sind meist die Pannenberichte:
      http://blogludiskosmos.blog.de/2008/11/09/tollpatsch-4989822

      Vielen Dank für Applaus und Gratulation, es grüßt zurück,
      dein Trittenheim

      P.S.: Hab gesehen, dass dein Blog am 6.12. zwei Jahre besteht. Ich komme dann natürlich zu Besuch.

      • Hihihi. „Montag, 23. Oktober 2006“.

        Is‘ nich so wichtig: ich habe es selbst übersehen – aber vorbeikommen kannst Du trotzdem; ich sehe zu, dass ich zwei, drei Kistchen Single Malt von Islay sicher stellen kann (kiek Dir mal die Preise an: krichstikrisealta!)

        Das mit dem Kichern bezog sich auf die höchst plastische Wassereinbruchsschilderung und so…

        Danke für den Link: man hat es echt nur mit Graphomanen zu tun…

        Habe Er rekreatiefsinige Träume! Gute Nacht!

        Dein alter Dino

        • In deinem Profl bei Blog.de steht: Mitglied seit 6.12.2006.

          Na egal, wer solche Getränke bezahlt, bestimmt.

          Gute Nacht
          Dein Trittenheim

          • Ach so… Na ja. Das ist das blog.de-Blog, oder?. Das wußte ich ja selbst nicht.

            Ähm – wer hat denn was von Bezahlen gesagt (gibt da übrigens, im Ernst, auch hochwertige Getränke für die schmale Kasse des Freundeskreises Hartz IV…)?

            Dir auch ’ne Gute Nacht, Maestro (ich werde noch ein wenig laborieren und die Elementa spekulyren)!!!

            Der alte Dino

  8. Bei dir scheint das Zitat:

    Zuhause ist man nicht da, wo man seinen Wohnsitzt hat, sondern da wo man verstanden wird

    zu stimmen.

    Ich wünsche dir von Hezen dass du in Hannover endlich zuhause angekommen bist.

    Kuss auf deine Denkerstirn kleb,
    Juleika

  9. ach ja, *seufz* die frühen 90er… eine schöne zeit, da war ich noch….verheiratet. hmmm, eigentlich gut, das alles irgendwann vorbei ist – oder :>>

    streßfreien umzug nach hangover!

    • Die ganzen 90er habe ich Tagebuch geführt. Wenn ich darin lese, ist’s wie eine lange Zeitreise in eine deutlich langsamere Welt.

      Vielen Dank, du wohnst nicht zufällig in der Nähe und trägst gerne Bücherkartons, oder?

  10. Die/der Stadt/Bezirk in Deutschland wo man noch richtig Hochdeutsch spricht…

  11. gratulantisches:

    lieber jules!

    zu deinem dreijahres-jubiläum wünsche ich dir alles gute und vor allem viel erfolg für deine jetzt sich anschliessende vollbeschäftigung, nun, nach abgeschlossener bloglehrzeit, in welcher du offensichtlich mit deinem teppichhaus den meister überflügelt hast! 😉

    ich wollte, wie so viele, zuerst hier eine reine gratulierung zelebrieren… jedoch, nachdem ich auch gleich den anlass zum lesen deines beitrages nutzte, mag ich doch eher eine hilfreiche-fakten-torte… sozusagen als hannoveraner einstandstorte dir zur freien nutzung darbieten… so kneten wir flink die zutaten….

    …nun kommt erst einmal ein prosit zu deinem dritten!!!

    rotkäppchen

    also, aufgepasst ( *ggg* sicher hast du schon alles erlesen, na egal… ):

    geschichtliches:

    honovere (hohes ufer) ist umstritten bei der namensgebung
    um das jahr 950 marktsiedlung an einer furt durch die leine
    1241 erhielt hannover das stadtprivileg
    1392 erhielt hannover das recht, eine landwehr zu schaffen
    1533 steht die bevölkerung zu luthers wort, der rat der stadt flieht ins katholische hildesheim

    persönliches:

    viele künstler und wissenschaftler lebten oder wirkten in hannover, so der universalgelehrte und philosoph gottfried wilhelm leibniz und der komponist georg friedrich händel (das passt doch gut zu meinem halle an der saale :>> ) , der dichter gottfried benn und der weltbekannte dada-künstler kurt schwitters, oder die mir sehr angenehme band „fury in the slaughterhouse“. etliche hannoveraner haben sich in der welt einen namen gemacht: emil berliner erfand das grammophon und die schallplatte, anfang der 60er jahre entwickelte professor walter bruch in hannover das PAL-farbfernseh-system. hier fuhr der erste kleinwagen von hanomag, continental präsentierte den ersten pkw-reifen der welt mit profiliertem laufstreifen, und seit über hundert jahren wird hier der leibniz-keks von bahlsen gebacken. hmm, das sind doch leckere aussichten!

    und hier kommt noch ein rezept, für die zeit vor der entdeckung gourmetialer eckchen :>>

    der Hannover-Burger

    Zutaten für: 4 Portionen / Stück
    9 Scheibe Hannover-Brot; Roggenmischbrot
    250 g Rindergehacktes
    75 g Mais; a.d. Dose
    1 Ei
    1 klein. Zwiebel
    1 El. Gemischte Kraeuter
    1 El. Mayonnaise
    3 El. Tomatenmark
    15 g Butter
    – – Eissalat
    – – Salz
    – – Pfeffer

    1 Scheibe Brot entrinden und sehr fein zerkruemeln. Die Zwiebel schaelen und ganz fein hacken. Rindergehacktes mit dem Brot, den Zwiebelwuerfeln, dem Ei und den Kraeutern vermischen. Die Maiskoerner untermischen und mit Salz und Pfeffer wuerzen. Dann vier sehr flache Frikadellen formen und in der sehr heissen Butter von beiden Seiten braun braten. Den Eissalat in schmale Streifen schneiden. Jeweils eine Brotscheibe mit Mayonnaise bestreichen, eine Frikadelle mit Salatstreifen darauflegen und mit einer zweiten, mit Tomatenmark bestrichenen Brotscheibe abdecken.

    eine wunderbar weiche landung wünsche ich dir, lieber jules!
    sind denn schon genug kistenstapler vorhanden?!

    alles liebe jules!

    ganz herzliche glückwünsche!
    jenne

    • Dein Auftritt, lieber Jenne, ist mal wieder prächtig. Es ist auch ein witziger Gedanke, ich hätte meine drei Jahre Bloglehrzeit absolviert und wäre jetzt Bloggeselle, der sich daran machen kann, seinen Meister zu überflügeln. Das wäre bei mir ja Frau Nettesheim, und ich kann dir sagen, sie ist ein harter Brocken, den ich kaum je bemeistern werde. Trotzdem will ich es versuchen und immer fleißig dazulernen. 😉
      Da trifft es sich gut, dass du mir Wissenswertes über meine demnächstige Heimatstadt sagst. Vielen Dank! Man kann ja nie genug wissen.

      Schwitters-spricht

      Dankeschön für die Glückwünsche und auch für das Rezept. Ich werde es zu kochen versuchen, lasse aber das Rindergehackte weg.

      Beste Grüße
      Dein Jules

      • Ach, und ich vergaß, auf eine gemeinsame Flasche Rotkäppchen-Sekt freue ich mich schon. Den trinken wir spätestens im Sommer in deiner Mühle.

      • vielen dank, lieber jules! die grüsse liefen in offene arme…

        nur… eine kleine frage am rande… dort unten im foto… ist das nun ein mikrofon, ein radiergummie, ein rasenichtbetretenwarnschild, ein eis am stiel oder…??? hmmm… *grübel* 😉

        ich wünsche dir einen schönen abend,
        jenne

  12. Glückwunsch: 3 Jahre sind ja hier im Blog fast 1 Generation
    die Halbwertzeiten werden im Internet auch immer kürzer 😉

    weiß gar nicht ob Aachen oder Hannover jetzt weiter von mir entfernt sind – aber wenn mich’s jetzt mal in die Gegend verschlägt hab‘ ich halt gleich zwei liebe Freunde in Reichweite 😀

    Hast das auch richtig terminiert, Theo wollte doch noch nach Achen 🙂 oder Holt die dich von deiner Provinz in ihre Provinz 😉

    mlg reinhold

    • noch ‚en a als Nachlieferung – du weißt schon wo’s fehlt 😉

      P.S. – muß ich dann alle Kommentare in Hochdeutsch verfassen wenn du aus Hannover blogst ❓

      • :)) Das machste bei mir doch auch nicht!

        Ich fahr‘ zum Kistenpackenhelfen…😉

        • Bei DIR ist ja auch alles anders 😀

          Ick könnte ja wenn ich wollte – aber bei die Damen kommt es doch vorallem drauf an ‚identisch authentisch ‚ zu sein – wenn ick nur hochdeutsch schreiben tuen täte käm ick mir vor wie ein Hochstapler 😉

          • Nachlieferung: … vor einfach hintendran / bin heut‘ wohl eweng zuschnell mit dem entern

            • streich et wieder – mit den Korrekturen bin ich auch zu schnell 😉 der gute Jules hat wohl mein Tempo durcheinander gebracht – also kannste dich schon mal drauf einrichten wenns mich mal zu Euch in den ‚hohen‘ Norden verschlägt werd‘ ich wohl glatt et stottern anfangen :> schöne Frauen bringen mich halt immer noch durcheinander – aber imn Alter soll sich dat ja jeben – vllt. komm ich besser erst in 20 Jahren :>

    • Ich dränge mich mal dazwischen. Dankeschön, lieber Reinhold für den Glückwunsch. Inzwischen gehörst du zu den ersten im Freundeskreis des Teppichhauses, denn du warst schon dabei, als ich noch die Nachtschwärmer schrieb. Es wäre schön, wenn du einmal nach Hannover kommen würdest. Ich wäre dann zwar vermutlich abgemeldet, weil ich mit Theo nicht bei dir konkurrieren kann, doch ich könnte mich ab und zu auch mal zu Wort melden.

      Lieben Gruß
      Dein Jules

  13. Wo bleibt die Zeit?
    Ich komme gern am Samstag, leider kann ich erst sehr spät.
    Und: ICH GRATULIERE
    (will sagen: wünsche Glück)
    Ach was, bis Samstag
    Your Susanna

  14. Ich hoffe, dass ich diesen Samstag daran denke (und mir nichts dazwischenkommt).
    Herzlichen Glückwunsch einstweilen! 🙂

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