Nachrichten aus der Teppichhausredaktion (2)

Hier die NachrichtenEine Frau Verena Haffner hat zusammen mit ihren Studenten einen unbemannten Minihubschrauber erfunden und will damit den Wettbewerb für autonome Flugobjekte gewinnen. Ihr gehe es darum, das Thema autonome Flugroboter „aus der militärischen Umklammerung zu lösen“, hat sie dem Berliner Tagesspiegel verraten, weshalb die Baupläne für ihr „Fliewatüt“ (O-Ton Tagesspiegel) später ins Internet gestellt werden sollen. Frau Verena Haffner ist nicht etwa naiv. Sie ist vermutlich eher strunznaiv wie all ihre professoralen Kollegen, die an irgendeinem Schnickschnack herumforschen, ohne sich Gedanken zu machen, was weniger naive Kollegen im Auftrag diverser Kriegsherren daraus machen werden. Am Ende vernichtet der autonome Flugroboter Arbeitsplätze in der Menschenschlächterei, und freigesetzte Landsknechte ziehen marodierend durch die Straßen. Andererseits machen die von Frau Haffner im Internet veröffentlichten Fliewatüt-Baupläne vielleicht die schwere körperliche Arbeit des Selbstmordattentäters überflüssig, was wieder einmal zeigt, dass jede Erfindung schlechte und gute Seiten hat, je nach Blickwinkel.

Bahnchef Mehdorn ist schwer sauer auf die verstockten Beamten im Eisenbahnbundesamt, weil sie gefordert haben, dass die Deutsche Bahn AG die Wartungsintervalle für ICE-3-Hochgeschwindigkeitszüge verkürzt. Dabei hat die Deutsche Bahn AG das Problem der gegebenenfalls brechenden Radsatzwellen längst gelöst. Eventuell wird man die Toiletten in der Zugmitte schließen, was nicht nur der allgemeinen Bahnkundenhygiene dient, sondern auch das Gewicht des Toilettenspülwassers einspart. Es soll aber auch eine Wirbelstrombremse abgeschaltet werden, denn wo niemand versucht, sein Wasser über einer schaukelnden Klosettschüssel abzuschlagen, ist eine Wirbelstrombremse gänzlich überflüssig. Zudem Pattex auf die Wellen geschmiert, macht die ICE-3-Einheiten praktisch wartungsfrei. Dann können die alten Unken vom Eisenbahnbundesamt einpacken.

Irgendwo hinten auf dem
Erdball finden derzeit Olympische Spiele statt. Zum Glück ist man dort unserer Zeit sieben Stunden voraus, weshalb sich die Berichterstattung über dieses Sportereignis zur abendlichen Hauptsendezeit des Deutschen Fernsehens erfreulich schlank macht. Allerdings zeigt sich hier eine beunruhigende Erkenntnis, die weit über die Olympischen Spiele hinausgeht: Wenn Deutschland sich hinlegt, steht China auf. Und allnächtlich, während wir friedlich schlafen, arbeiten und wuseln sich die wachen Chinesen allüberall an die Weltspitze.

Ein Gericht in Südengland hat einen 32-jährigen Mann dazu verdonnert, mindestens 100 Meter Abstand von der Wohnung seiner 29-jährigen Freundin einzuhalten. Dieses Besuchsverbot haben die Nachbarn der Frau erwirkt, weil das Liebesspiel der beiden zu laut gewesen ist, und das bereits seit zwei Jahren. Die dünnen Wände englischer Häuser sind vermutlich nicht gemacht für die Schalldämmung von Lustschreien. Sie sind allerdings deutlich dicker als die eines Wohnmobils, das einen Meter außerhalb der Verbotszone parkt. Vielleicht hilft hier das Fliewatüt von Frau Haffner. Es könnte das Paar bei Bedarf umkreisen und das moralgefährdende Gedöns mit Gegenschall neutralisieren.

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