Rumknutschen

TUNK NIE EIN KNIE EIN KNUT … ist ein Palindrom, bedeutet also von hinten wie vorne gelesen das Gleiche. TUNK EIN KNIE EIN KNUT … dagegen ist ein Rückling, denn von hinten gelesen lautet der Satz nicht mehr wie vorwärts, sondern widerspricht sich selbst: TUNK NIE EIN KNIE KNUT. Dass man ein Knie überhaupt tunken kann, ist schon verwunderlich. Dass Knut sogar ermahnt werden muss, es nie zu tun, ist eigentlich noch verwunderlicher.

Knut ist ein norwegischer Vorname. Er bedeutet: Mann vornehmer Herkunft. Das deutsche „Knutschen“ ist nicht etwa ein kleiner Mann vornehmer Herkunft, sondern es bedeutet, heftig zu küssen. Rumknutschen ist demgemäß auch kein kleiner Quartalssäufer vornehmer Herkunft, sondern bedeutet ebenfalls heftiges Küssen, und das jederzeit und überall, quasi pausenlos. Die Verkleinerungs- oder Koseform von Knut würde Knutchen und die des Quartalssäufers Rumknutchen geschrieben.

Wer zufällig in den Himmel kommt, kann dort einen Mann vornehmer Herkunft bestaunen – den Dänenkönig Knut IV. Der ist nämlich ein Heiliger. Mal tunkt er sein Knie mit Lust und Wonne in himmlischen Nektar, mal schlägt er die Harfe und frohlockt.

Am 13. Januar begeht man in Skandinavien den St.-Knut-Tag. Traditionell wird an diesem Tag der Weihnachtsschmuck entfernt, und Ikea startet die alljährliche Werbekampagne „Ikea feiert Knut“. Diesjähriger Slogan: „Knut fällt die Preise und verschiebt die MwSt.-Erhöhung auf Februar.“

Wir sind aber schon im März. Da die Wörter der Sprachen grundsätzlich arbiträr sind, also auf willkürlicher Vereinbarung beruhen, kann man theoretisch alles und jeden Knut nennen. Hätte zum Beispiel der Holländer Jakob Roggeveen am Ostersonntag des 5. April 1722 auf Rapa Nui nicht irgendwelche Polynesier mit komischen Namen angetroffen, sondern einen vor Jahren gestrandeten Knut, dann hieße Rapa Nui heute vielleicht Knutinsel und nicht Osterinsel.

Am 12. August 2001 herrschte über Deutschland das Tief Knut. Es war ein Sonntag. Eine gewisse Familie Kaluza gibt an diesem Tag auf ihrer Homepage bekannt: „Heute schlafen wir bis 9:00 Uhr.“

Die Namen der Hochs und Tiefs vergibt übrigens das Institut für Meteorologie der FU Berlin. Seit 2003 sind Namenspatenschaften möglich. Ein Hoch kostet 299, das kurzlebigere Tief nur 199 Euro. Erlaubt sind gebräuchliche Vornamen wie z.B. Knut. „Osterinsel“ oder „Rasierpinsel“ ginge also nicht.

Einen Stern kann man leider nicht Knut nennen, selbst wenn man einen Grund und das Geld dazu hätte. Die Himmelsobjekte werden von der „Internationalen Astronomische Union“ (IAU) benannt, und die vergibt ausschließlich Katalognummern wie etwa: PSR0531+219.

Das ist so ziemlich alles Wichtige über Knut. Um Ostern herum wird übrigens das neue Teppichhaus eröffnet, heißt aber trotzdem nicht „Osterhaus“.

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